Foda geht, Gludovatz kommt

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Sturm: Gludovatz kommt, Foda geht

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Das nennt man wohl einen Paukenschlag!

Wie LAOLA1 erfuhr, werden sich die Wege zwischen Sturm Graz und Meistermacher Franco Foda trennen.

Ried-Trainer Paul Gludovatz wechselt indes die Fronten und wird im Rahmen der Umstrukturierung bei den Steirern den neu geschaffenen Posten des Geschäftsführers Sport übernehmen.

Wer in Zukunft das Traineramt bei den „Blackies“ bekleiden wird, ist momentan noch unklar.

Foda wenig auskunftsfreudig

Nach aktuellem Stand der Dinge sollen aber sowohl Foda, als auch Gludovatz ihre derzeitigen Funktionen bis Saisonende ausfüllen.

Fakt ist jedoch: Spätestens im Sommer endet die 15-jährige Ära von Foda als Spieler und Trainer beim SK Sturm.

„Ich denke, dass zu diesem Thema in den nächsten ein, zwei Tagen etwas gesagt wird“, erklärte der Deutsche am Sonntag nach der 0:2-Niederlage bei der Admira kryptisch auf Nachfrage von LAOLA1.

Ansonsten präsentierte sich der 45-Jährige bezüglich dieses seiner Meinung nach „überstrapazierten Themas“ wenig bis gar nicht auskunftsfreudig.

Neustrukturierung

Aus gutem Grund: Zu diesem Zeitpunkt dürfte Foda bereits gewusst haben, dass er bei seinem „Lebensverein“ ein Trainer mit Ablaufdatum ist.

Die Entscheidung, einen Neustart ohne das Urgestein zu wagen, dürfte bei einer Vorstandssitzung am Freitag gefallen sein.

Doch der Reihe nach: Das Ziel der neuen Führungscrew um Präsident Christian Jauk ist es, den Verein organisatorisch auf neue, wesentlich modernere Beine zu stellen.

Dies inkludiert eine Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft, der zwei Geschäftsführer – einer für den sportlichen, der andere für den wirtschaftlichen Bereich – vorstehen. Letzterer wurde mit Christopher Houben bereits im Februar präsentiert.

Foda Kandidat für Geschäftsführer-Posten

Dessen Gegenüber wollte man bis Ende Februar finden. Jauk betonte jedoch stets, dass man sich auf der Suche nach einem idealen Kandidaten nicht unter Zeitdruck setzen werde.

Nachdem der vermeintliche Wunschkandidat Markus Schupp abgesagt hatte und der frühere Torhüter Roland Goriupp, der sein Konzept präsentiert hatte, nicht zum Zug kam, wurde es zuletzt ruhig bezüglich möglicher Anwärter auf diesen Posten.

Dies deutete auf eine intensive Suche Jauks hin. Gleichzeitig kristallisierte sich jedoch die Variante heraus, dass Foda selbst diese Aufgabe übernehmen könnte.

Kein Neuland für den Deutschen: Er hat schon bislang immer wieder interimistisch die Agenden des Sportdirektors übernommen und war auch in der Winter-Transferperiode federführend an der Personalplanung beteiligt.

Karten nach Stockenhuber-Rückzug neu gemischt

Und dies, obwohl Foda ursprünglich bereits im Dezember die Gespräche über eine Verlängerung seines Vertrags öffentlich für gescheitert erklärt hatte.

Durch den Abgang des damaligen Präsidenten Gerald Stockenhuber wurden die Karten jedoch neu gemischt und der Deutsche signalisierte doch Bereitschaft zum Verbleib in der steirischen Landeshauptstadt.

Die genauen Gründe, warum man sich nun von Seiten des Vereins gegen eine Vertragsverlängerung entschieden hat, sind nicht bekannt.

Eine denkbare Variante wäre, dass man den strukturellen Neustart auch mit frischem Personal durchziehen möchte. Ob man dies mit Foda, dem vereinsintern immer wieder große Macht nachgesagt wird, möglich gehalten hat, ist fraglich.

Gludovatz schon im Herbst bei Sturm im Gespräch

Gludovatz wiederum wurde während dieser Saison schon ein Mal mit Sturm in Verbindung gebracht. Als Foda im Herbst als Kandidat für den Job des ÖFB-Teamchefs galt, hielt sich in Graz hartnäckig das Gerücht, dass der Rieder Coach im Fall der Fälle das Erbe des Meistermachers antreten könnte.

Der Burgenländer arbeitet seit Sommer 2008 erfolgreich im Innviertel. Während sich sein neuer Arbeitgeber im Sommer 2011 zum Meister krönte, führte der 65-Jährige die Oberösterreicher zum Cupsieg.

Vor seiner Tätigkeit bei der SV Ried arbeitete Gludovatz 27 Jahre lang für den ÖFB. 2007 führte er dabei das U20-Nationalteam zum historischen vierten WM-Platz.

Sein Vertrag in Ried läuft diesen Sommer aus. Die Übernahme seiner neuen Aufgabe in Graz bedeutet höchstwahrscheinlich gleichzeitig das Ende seiner Trainerkarriere.

Zahlreiche Personalentscheidungen warten

Als Geschäftsführer Sport warten jede Menge Personalentscheidungen auf ihn, laufen doch zahlreiche Verträge – darunter jene von Joachim Standfest, Thomas Burgstaller, Silvije Cavlina, Mario Haas oder Georgi Popchadse – aus.

„Das wäre eine zu billige Ausrede“, antwortete Jürgen Säumel nach dem Admira-Match auf die Frage, ob die ungewisse Zukunft Anteil an der aktuellen Verunsicherung habe, gestand jedoch ein: „Es gibt viele offene Baustellen - nicht nur auf dem Platz. Das spiegelt sich halt wieder.“

Eine Baustelle ist mit dieser weitreichenden Personalentscheidung nun geräumt.

Peter Altmann

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