Foda vor Sturm-Abschied?

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Wird die Ehe Foda/Sturm im Sommer geschieden?

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„Die Mannschaft hat sich in einen Rausch gespielt“, frohlockte Franco Foda nach dem triumphalen 5:1-Kantersieg gegen die Austria.

Auf rauschende Feste folgt am Tag danach bekanntlich oft ein Kater. Für diesen sorgte der Sturm-Coach höchstpersönlich.

Denn laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ wird der Meistermacher die Grazer mit Saisonende verlassen. Es wäre ein Abschied nach 15 Jahren in der steirischen Landeshauptstadt als Spieler und Trainer.

Ein Knalleffekt, denn ursprünglich wurde kommuniziert, dass die Vertragsverlängerung mit dem Deutschen nur noch Formsache sei, der neue Kontrakt galt bereits als „per Handschlag“ verlängert.

Änderungen am Vertrag?

Nun soll alles anders sein. Der Hintergrund: Der Vorstand um Präsident Gerald Stockenhuber soll vor der für Dienstag geplanten Vertragsunterzeichnung Änderungen in das Schriftstück hineinreklamiert haben. Ebenso soll Foda einen „zusätzlichen Punkt“ im neuen Kontrakt gewünscht haben.

Statt der Unterschrift kommt es nun zur Trennung, was den amtierenden Meister vor nicht unerhebliche Probleme stellen könnte.

Denn der 45-Jährige agierte bei den „Blackies“ auch als Verantwortlicher für den sportlichen Bereich. Mitten in den Vertragsgesprächen mit den Spielern stünde bei einem Abschied Fodas ein großes Fragezeichen hinter der sportlichen Zukunft. Seinen Vertrag bis zum Sommer wolle der Coach jedoch erfüllen.

Wie groß die Ablenkung durch seinen möglichen Abgang wäre, ist noch nicht abzuschätzen. Mit dem Befreiungsschlag gegen die Austria hat Sturm die Ausgangsposition für das Frühjahr jedenfalls wieder verbessert.

„Großes Kompliment an die Spieler“

Nach dem Schlusspfiff meinte Foda: „Ich habe immer gesagt, dass wir bis zum Winter oben dran bleiben müssen. Wir werden im Frühjahr weiter kontinuierlich arbeiten. Am Ende der Saison werden wir schon dastehen, wo wir hinwollen.“

Gegen die Veilchen haben Roman Kienast und Co. wohl ihre beste Leistung im Laufe dieser holprigen Herbst-Saison gebracht. Sehr zur Freude des Trainers:

„Die Mannschaft hat ein tolles Spiel abgeliefert – großes Kompliment an die Spieler. Ich habe nicht geglaubt, dass sie nach so vielen absolvierten Spielen in der Lage sind, noch einmal solch eine Leistung abzurufen. Der Sieg war in dieser Höhe absolut verdient.“

Seine Elf sei ein hohes Tempo gegangen und habe auch nach der 3:1-Führung weiter nach vorne gespielt: „Man hat auch gesehen, dass wir eine komplette Woche hatten, um uns auf dieses Spiel vorzubereiten. Die Mannschaft war viel spritziger und dynamischer als in der letzten Woche, wo wir die Strapazen von Moskau in den Knochen hatten.“

„Die Mannschaft hätte irrsinniges Potenzial“

Damit prolongierte der Meister seinen Erfolgslauf vor heimischem Publikum. Sieben von neun Matches in Graz-Liebenau wurden gewonnen, nur gegen Mattersburg und Wacker Innsbruck gelangen keine drei Punkte.

Gar nicht auszudenken, wo Sturm stehen könnte, wären auswärts mehr als magere drei Punkte erobert worden.

„Wir sind alles andere als zufrieden mit diesem Herbst. Es ist schon kurios, dass wir eigentlich oben dran sind. Von den großen Vier hat keine Mannschaft wirklich überzeugt. Dass die anderen vorne dabei sind, macht die Sache noch ein bisschen interessanter. Mal schauen, wie es im Frühjahr weitergeht“, bilanziert Joachim Standfest.

Der Rechtsverteidiger hofft, dass in der restlichen Saison die Leistungen regelmäßiger abgerufen werden können: „Die Mannschaft hätte irrsinniges Potenzial, nur können wir es nicht immer auf den Platz bringen. Wir spielen einmal gut, dann wieder nicht so gut. Das zieht sich schon durch die ganze Saison. Es sollte ein bisschen Konstanz reinkommen – dann wären wir auch ganz vorne dabei.“

Richtungsweisendes Gastspiel in Ried

Am letzten Spieltag vor der Winterpause gastiert Sturm bei Tabellenführer Ried. Einerseits die Chance, bis auf Zähler an die Innviertler heranzukommen. Andererseits die Möglichkeit, das leidige Thema des fehlenden Auswärtssiegs nicht ins Jahr 2012 mitzuschleppen.

Foda: „Wir wollen in Ried gewinnen. Diese Chance wollen wir mit aller Macht nutzen.“

Wie es danach bei Sturm weiter geht, steht derzeit in den Sternen…

Peter Altmann/Martin Wechtl

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