"Kein Super-Spitzenverdiener"

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"An meinem Gehalt scheitert kein Budget"

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Am 16. Oktober hätte sich der SK Sturm eines der leidigen Themen dieser Saison ersparen können, wenn nicht müssen.

Gemeint ist das erste Gastspiel dieser Spielzeit beim SV Mattersburg, ein denkwürdiges 3:3.

„Wir waren ganz zum Schluss zwei Tore vorne und haben es irgendwie zusammengebracht, dass wir nur X spielen“, erinnert sich Thomas Burgstaller im Gespräch mit LAOLA1 an die wohl größte der bislang 14 vergebenen Chancen, einen Auswärtssieg einzufahren.

Für trefferreiche Partien wie jene im Pappelstadion stehen die Grazer inzwischen längst nicht mehr. Nach neun Frühjahrs-Partien beträgt das Torverhältnis 3:4.

Zumindest über die geringe Anzahl an Gegentoren wird sich Burgstaller als Defensivkraft nicht beschweren. Bei der „Revanche“ in Mattersburg dürfte der Innenverteidiger erstmals seit rund einem Monat wieder in der Startelf stehen, da seine beiden Hauptkonkurrenten Milan Dudic (gesperrt) und Ferdinand Feldhofer (verletzt) fehlen.

„Natürlich versteht man es als Spieler nicht“

„Das ich zuletzt ein paar Mal auf der Bank war, ist die Entscheidung des Trainers. Da kann ich nicht viel machen. Natürlich versteht man es als Spieler nicht, aber das ist der Beruf, damit muss man leben“, erklärt der 32-Jährige.

Als Argument für sich führt Burgstaller den Fakt an, dass Sturm bei seinen fünf Frühjahrs-Einsätzen nur einen Gegentreffer kassiert habe – und das gegen Wiener Neustadt durch ein Eigentor von Rubin Okotie.

„So viele Fehler können also nicht passiert sein. Wie gesagt: Warum und weshalb weiß der Trainer. Es ist seine Entscheidung, und daran müssen wir uns leider halten.“

Noch-Sturm-Coach Franco Foda gab zuletzt meist Feldhofer den Vorzug als Nebenmann von Dudic. Möglicherweise eine Reaktion auf die nicht immer glücklichen Auftritte des Oberösterreichers im Herbst, möglicherweise aber auch ein nicht branchenunübliches Vorgehen.

„Ich war nie der Super-Spitzenverdiener“

Burgstallers Vertrag läuft nämlich am Saisonende aus. Dass Sturm die im bisherigen Kontrakt verankerte Option zieht, ist zumindest offiziell fraglich. Mit Paul Gludovatz wird sein früherer Trainer aus Rieder Zeiten die Entscheidung treffen.

„Ich kenne ihn, er kennt mich. In den Medien liest man immer von Verjüngung und Budget-Reduzierung. Ich sage einmal, da kann man schon eine Tendenz rauslesen“, schätzt Burgstaller seine Situation realistisch ein.

Sein Alter von 32 Jahren lässt sich nicht ändern, aber die geplanten Einsparungen sollen einer weiteren Zusammenarbeit nicht im Weg stehen. Ob er denn bereit wäre, im Fall der Fälle Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen?

„Ich war nie und bin auch nicht der Super-Spitzenverdiener. Ich glaube, an meinem Gehalt wird kein Budget scheitern. Man müsste einfach über alles reden.“

Bis Ende April hat der amtierende Meister Zeit, die Option zu ziehen. Dass es für alle Spieler mit auslaufenden Verträgen eng wird, ist jedoch ein offenes Geheimnis.

„In der Lage, noch zwei, drei Jahre oben zu spielen“

Auch im Falle einer Trennung sieht Burgstaller seine Zukunft weiterhin in der Bundesliga: „Ich fühle mich körperlich so gut wie nie zuvor. Ich habe früher, vor allem zu Rapid-Zeiten, immer wieder Verletzungen gehabt. Das ist aber seit Jahren vorbei. Vom Körperlichen her fühle ich mich in der Lage, noch mindestens zwei, drei Jahre oben zu spielen. Ich glaube, dass ich als Verteidiger die Klasse dazu habe.“

Bezüglich ungewisser Zukunft steht der Routinier sinnbildlich für die zahlreichen Kadermitglieder, die nicht über die Saison hinaus an die „Blackies“ gebunden sind.

Wie man damit umgehe, komme „auf den jeweiligen Typen“ an. Als Begründung für das mäßige Frühjahr dürfe dies jedoch nicht herhalten:

„Das wäre ein bisschen zu einfach. Sicher gibt es einige Spieler, die auf so etwas sensibler reagieren als andere, und sicher wird jeder Spieler hin und wieder im Hinterkopf haben, wie es weiter geht. Aber das ist nicht nur in unserem Beruf so. Darum darf das alles keine Ausrede sein, dass wir den Ball nicht über die Linie drücken können.“

„Eigentlich wären wir keine so schlechte Mannschaft“

Während sich die im Herbst zu hohe Zahl der Gegentreffer im Frühjahr klar reduziert hat, ließen die Steirer zuletzt bekanntlich die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss vermissen.

„Wenn wir nur ein Fünftel unserer Großchancen reingehaut hätten, hätten wir um einiges mehr Punkte. Drei Tore sind natürlich zu wenig“, betont Burgstaller.

Am Sonntag wird es gegen einen selbstbewussten SVM nicht einfacher. „Wir wissen, dass Mattersburg ein gutes Frühjahr spielt. Aber wir brauchen nicht auf die anderen zu schauen, denn eigentlich wären wir auch keine so schlechte Mannschaft.“

Für Burgstaller wäre es übrigens sein 150. Bundesliga-Spiel. Eines seiner letzten im Sturm-Dress?

Peter Altmann

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