Sturm Graz beurlaubt Peter Hyballa

Aufmacherbild
 

Hy-BABA!

Die turbulente Ehe zwischen Sturm Graz und Peter Hyballa ist offiziell gescheitert.

Die Steirer geben am Montagnachmittag die Trennung von ihrem Trainer bekannt.

Schopp Interimstrainer

Die Geschäftsführung, bestehend aus General Manager Gerhard Goldbrich und der wirtschaftlichen Geschäftsführerin Daniela Tscherk, habe in den Gremien den Antrag gestellt, Hyballa mit sofortiger Wirkung zu beurlauben. Diesem Antrag wurde vom Aufsichtsrat zugestimmt.

Als interimistischer Trainer übernimmt Markus Schopp, derzeit Betreuer der Amateure, das Ruder.

"Im vergangenen Sommer ist der SK Sturm mit sehr viel Elan gemeinsam mit Peter Hyballa gestartet. Leider ging dieser Spirit 'step by step' verloren", begründet Goldbrich in einer Aussendung des Vereins die Entscheidung.

"Mangelnde Konstanz und Weiterentwicklung"

Unter der Anleitung Hyballas konnten die "Blackies" in diesem Frühjahr nur zwei Siege einfahren. Bereits nach der 1:2-Heimniederlage gegen die Admira Anfang März stand der Deutsche unmittelbar vor der Entlassung.

Goldbrich: "Vor sechs Wochen haben wir uns gemeinsam dazu entschieden, Hyballa nochmals den Rücken zu stärken, um alle Beteiligten in die Pflicht zu nehmen und allen als Team die Chance zu geben."

Der GM stellt klar, dass die Trennung nichts mit dem 2:2 gegen den SV Mattersburg, bei dem es in der UPC-Arena lautstarke "Hyballa-Raus"-Rufe gegeben hatte, zu tun habe.

"Wir möchten betonen, dass nicht das Spiel am vergangenen Samstag, sondern die gesamte Situation – die mangelnde Konstanz und Weiterentwicklung – diesen Schritt notwendig gemacht haben. Der Druck auf die Mannschaft, aber auch auf den Trainer und den Verein wurde so groß, dass wir diese schwere Entscheidung getroffen haben."

Europacup-Platz in Gefahr

Der Umstand, dass Sturm und Hyballa getrennte Wege gehen werden, überrascht weniger als der Zeitpunkt.

Allgemein wurde angenommen, dass der 37-Jährige, dessen Vertrag bis Somer 2014 datiert ist, die laufende Saison noch zu Ende machen darf.

Die Gefahr, das internationale Geschäft zu verfehlen, erschien den Verantwortlichen beim steirischen Traditionsverein aber offenbar zu groß. Bereits am kommenden Samstag steht das richtungsweisende Gastspiel bei Verfolger Wolfsberg auf dem Programm.

Nach Tumani muss auch Hyballa gehen

Hyballa trat sein Amt im vergangenen Sommer als moderner Konzepttrainer an. Intern verspielte er mit seiner polarisierenden, undiplomatischen, bisweilen ruppigen Art jedoch genau wie Ayhan Tumani zunehmend an Kredit.

Der einstige Co-Trainer, der im September zum Geschäftsführer Sport befördert worden war, wurde von Sturm bereits am 20. März entlassen. Auch der Deutsch-Türke stolperte vornehmlich über atmosphärische Störungen.

"Der SK Sturm möchte Peter Hyballa, der mit den neuen Spielformen und dem neuen System in schweren Zeiten Akzente zu setzen versuchte, aber auch danken", bekommt der gescheiterte Coach zum Abschied in der Aussendung des Vereins noch höfliche Floskeln mit auf den Weg.

"Ich akzeptiere die Entscheidung"

Hyballa selbst lehnte eine Verabschiedung im Rahmen einer Pressekonferenz ab.

"Ich akzeptiere die Entscheidung des Gremiums und wünsche der Mannschaft, dem Trainerstab und dem SK Puntigamer Sturm Graz alles Gute für die restlichen Spiele der Saison", so der Deutsche.

Die Präsentation von Schopp findet am Dienstagvormittag statt.

Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden

Nur wenige Stunden nach der Beurlaubung von Hyballa gab es den nächsten Paukenschlag bei Sturm: Mit Friedrich Santner trat der Aufsichtsratsvorsitzende der Grazer zurück.

"Es gibt dafür einen einfachen Grund. Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht wesentlich beitragen konnte. Die geplante Langfristigkeit, um auf wirtschaftlich guten Füßen zu stehen, wurde ja durch die vielen Personalwechsel konterkariert", so der einflussreiche Funktionär gegenüber "Sturm12".

Bei fast allen Entscheidungen sei er im Führungsgremium einer Mehrheit gegenübergestanden.

"Das kostet ja auch Geld"

Santner galt nicht als Hyballa-Fan. Er betont jedoch, dass der Deutsche der einzige Fußball-Trainer sei, dem er begegnet sei, dem es nicht um Geld gehe.

Um selbiges geht es - im Sinne Sturms - Santner, dem man bezüglich Finanzen einen pragmatischen und vorsichtigen Zugang nachsagt.

Dies hieße nicht automatisch, dass er Hyballa weiter das Vertrauen geschenkt hätte, aber: "Mein Stil ist es, Probleme zu beseitigen, wenn sie auftreten. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig diese Leute zu kündigen. Das kostet ja auch Geld."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen