Streiters Herz hängt an Ex-Klub, aber auch an Horn

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Wacker Innsbruck ist seit der Entlassung von Walter Kogler auf der Suche nach einem neuen Trainer.

Der Top-Favorit auf diesen Posten, Michael Streiter, ist im wahrsten Sinne des Wortes ante portas.

Als LAOLA1 beim 46-jährigen Tiroler durchklingelt, ist bereits eine leichte Anspannung erkennbar.

„Ich bin gerade am Weg dorthin zu Verhandlungen. Ich bin genau zehn Minuten vor dem Treffpunkt.“

Erstes Abstasten von Wacker und Streiter

Lange musste der Ex-Profi, der mit den Innsbruckern seine größten Erfolge feierte, nicht überlegen, um Gespräche mit dem Bundesliga-Schlusslicht aufzunehmen.

Eine Tendenz ist allerdings noch nicht zu erkennen. Schließlich zählt für den Trainer von Erstligist SV Horn vorerst einmal, die nötigen Informationen einzuholen.

„Ich höre mir jetzt einmal an, was sich Wacker vorstellt. Dann werde ich meine Wünsche kundtun. Erst dann wird man sehen, wie weit wir auseinander liegen“, verrät Streiter.

Allzuviel Einblick in die derzeitigen Geschäfte Wackers hat Streiter jedoch nicht. „Ich weiß nicht genau, was in Innsbruck alles möglich ist.“

Streiter macht aus Liebe zum Stammverein kein Hehl

Für den Erfolgscoach müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, um sich ein Engagement vorstellen zu können.

„Vielleicht hat man dann die Basis, um gemeinsam zu arbeiten. Aber ich weiß ja nicht, wie es bei ihnen ausschaut und was sie sich wirklich vorstellen.“

Fakt ist, dass Streiter ohne Druck in die Verhandlungen gehen kann. Denn nach dem Aufstieg in die Erste Liga, läuft es bei Horn nach Wunsch. Einzig und allein das Herz hängt noch immer am Stammverein.

„Wenn man sich meine Vergangenheit bei dem Verein anschaut, dann war die äußerst positiv, sowohl als Spieler als auch als Trainer“, erinnert sich der frühere Defensivspezialist.

Trotz der zeitintensiven Arbeit im Waldviertel hat Streiter natürlich die derzeitige Situation der Innsbrucker mitverfolgt.

„Habe immer wieder schwere Aufgaben angenommen“

Obwohl der Verein aus den ersten elf Spielen nur drei Punkte holen konnte, winkt er nicht gleich von Vornherein ab.

„Fakt ist, dass ich noch nie Herausforderungen gescheut habe. Ich habe immer wieder schwere Aufgaben angenommen, wie damals nach dem Crash in Innsbruck, wo keiner Vertrauen in die Mannschaft gehabt hat und ich sie trotzdem retour gebracht habe. Oder auch in Altach oder in Horn, wo wir innerhalb kürzester Zeit sehr viel bewegt haben.“

Trotz der Erinnerungen an gute alte Zeiten im „Heiligen Land“ müssen die Rahmenbedingungen passen, um von Streiter tatsächlich angenommen zu werden.

„Ich schaue, was das Gespräch herbeiführt. Entweder wir unterhalten uns dann weiterhin oder – wenn es nicht so sein sollte – eben nicht.“

Streiter verspürt keinen Druck

Einen gewissen Druck, endlich einen Bundesliga-Klub zu führen, verspürt der Jungtrainer, der unter anderem bei Red Bull Salzburg als Co-Trainer unter Giovanni Trapattoni und Co Adriaanse diente, nicht.

„Das hängt von mehreren Dingen ab. Vor allem, ob das Angebot so ist, dass ich mir vorstellen kann, dort erfolgreich zu arbeiten.“

Projekt SV Horn noch nicht abgeschlossen

Das Projekt SV Horn, das nach jahrelangen Versuchen unter ihm mit dem Aufstieg belohnt wurde, würde er aber nur ungern aufgeben.

„Horn ist ein Projekt, an dem ich mit Ende November zwei Jahre arbeiten würde. Mit dem Aufstieg haben wir den nächsten Schritt gemacht. Ich denke, dass wir als Aufsteiger wirklich eine tolle Rolle spielen. Deshalb wäre das Projekt in Horn sicherlich noch nicht fertig.“

Streiter ist somit hin- und hergerissen. Kommt Horn den Innsbruckern mit der Ablöse entgegen und decken sich Wackers Vorstellungen mit jenen des verlorenen Sohnes, steht einer gemeinsamen Zukunft aber nichts mehr im Wege.


Alexander Karper

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