"Jetzt wäre der Schritt zu radikal gewesen"

Aufmacherbild
 

Die Entscheidung ließ lange auf sich warten.

Schlussendlich entschied sich Cican Stankovic doch für Red Bull Salzburg und gegen einen überstürzten Wechsel ins Ausland.

Die Vertrags-Situation ist in Österreich allerdings nicht alltäglich.

Schließlich bleibt der ÖFB-U21-Torhüter Grödig noch die restliche Saison erhalten, ehe er zum „Bullen“ avanciert.

"Habe das selbst so ausgesucht"

Eine Situation, die sich der 21-Jährige selbst geschaffen hatte. Was wirklich dahinter steckt, verrät das Torhüter-Talent im Gespräch mit LAOLA1.

„Ich gehe ganz locker damit um. Ich bin froh, dass alles unter Dach und Fach und offiziell ist. Ich habe mir das selber so ausgesucht, dass ich noch ein Jahr in Grödig bleiben will“, gesteht der Grödiger Rückhalt.

Der Grund: Am Wochenende absolvierte Stankovic beim 0:2 gegen Rapid erst sein 24. Bundesliga-Spiel. Der Hype um seine Person stieg ihm aber nicht zu Kopf.

„Jetzt wäre dieser Schritt zu radikal gewesen“, gesteht der Youngster mit bosnisch-serbischen Wurzeln. „Nach nicht einmal einer Saison zu einem Top-Klub wie Salzburg zu wechseln, wäre viel zu früh gewesen.“

Weiterhin im Tor der Grödiger zu stehen, stellt für ihn kein Problem dar. Mit Sicherheit handelt es sich aber um eine ungewöhnliche Situation, da Red Bull im Hinterkopf bereits herumschwirrt.

Red Bulls Gesamtpaket wusste zu überzeugen

Übrigens schon seit längerer Zeit, denn trotz Anfragen ausländischer Vereine gab es stets Kontakt mit Salzburg. Die Überzeugungskunst äußert sich in einem Vertrag bis 2020.

„Ich hatte ein sehr angenehmes und ausführliches Gespräch mit den Red-Bull-Verantwortlichen. Das Gesamtpaket, was sie mit mir vorhaben, ist für mich zufriedenstellend. Deshalb habe ich auch nicht lange gezögert, so einen langfristigen Vertrag zu unterschreiben – denn Red Bull ist nicht nur Salzburg.“

Ein Nachsatz mit Schlagkraft, vor allem in einer Zeit, in der die Fußball-Geschäfte des Mateschitz-Imperiums mit Argwohn beobachtet werden.

Ist somit nach einer Eingewöhnungszeit in der Mozartstadt ein fließender Übergang zu Leipzig bereits beschlossen oder sogar vertraglich vereinbart?

„Bei Salzburg weiterentwickeln, dann Traum in Deutschland erfüllen“

Da die aktuelle Nummer eins, Peter Gulacsi, mit einem neuen Vertrag bis 2019 ausgestattet wurde, deutet viel darauf hin, dass einer von beiden für Höheres bestimmt ist.

Stankovic hält sich in dieser Hinsicht bedeckt, wiederholt jedoch abermals: „Wie gesagt: Red Bull ist nicht nur Salzburg, denn es gibt auch Leipzig. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und nächstes Jahr dort auch spielen werde.“

Trotz seines jungen Alters sind die Karriereplanungen bereits fortgeschritten, immerhin denkt er schon über einen möglichen Schritt nach seinem Salzburg-Engagement nach.

„Mein Ziel ist es, mich bei Salzburg weiterzuentwickeln und dann meinen Traum in Deutschland zu erfüllen, indem ich in den nächsten Jahren einen Wechsel anstreben werde.“

Auch in diesem Zusammenhang wäre Leipzig einmal mehr aufgelegt.

Im Ausland werden keine Fehler verziehen

Der nächste Schritt in diese Richtung wird allerdings in der Heimat und nicht im Ausland gesetzt.

Obwohl im Vorfeld immer wieder das Interesse italienischer, deutscher und türkischer Vereine kolportiert wurde.

„Es wäre noch viel zu früh gewesen, sofort ins Ausland zu gehen. Wenn man ins Ausland geht, muss man top vorbereitet sein. Denn dort wird dir kein Fehler verziehen.“

Angebote aus der Türkei waren konkret und mit sehr viel Geld verbunden. Stankovic entschied sich aber für die – nicht nur aufgrund der geografischen Lage – naheliegende Lösung.

„So was gibt es in Österreich kein zweites Mal“

In Bezug auf Salzburg kommt der ambitionierte Torhüter ins Schwärmen. Schon vor der getätigten Unterschrift hat er sich die Umstände beim Neo-Klub genau angeschaut.

„Salzburg ist meiner Meinung nach aufgestellt wie ein deutscher Bundesligist. Sie würden auch dort eine sehr gute Rolle spielen. Wenn man in dieser Mannschaft mittrainiert, kann man sich nur weiterentwickeln. Die Rahmenbedingungen in Taxham sind unglaublich, so was gibt es in Österreich kein zweites Mal. Deshalb lasse ich mir diese Chance nicht nehmen.“

Bis Stankovic die neue Arbeitskleidung im Sommer 2015 überstreift, will er Salzburg in Diensten Grödigs beweisen, den richtigen Mann an Bord geholt zu haben.

„Ich will das vergangene Jahr noch einmal bestätigen. Ich möchte die Saison so beenden, wie ich sie angefangen habe. Das bin ich dem ganzen Verein, der Mannschaft und dem neuen Trainerteam schuldig.“

Danach will er top vorbereitet in Salzburg reüssieren, und noch viel mehr. Denn Red Bull ist schließlich nicht nur Salzburg.


Alexander Karper

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen