"Hier ist es perfekt für mich"

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"Es geht darum, immer nach vorne zu verteidigen"

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Man kann Lukas Spendlhofer aus Italien bringen, aber nicht Italien aus Lukas Spendlhofer.

Auch wenn der 22-Jährige seit fast einem Jahr seine Zelte in Graz beim SK Sturm aufgeschlagen hat, wird er den "Luca" in sich nicht mehr los.

"Das bleibt einem einfach, dieser ganze Lebensstil. Dem bin ich treu geblieben. Auch bei der Mode schau' ich darauf", erzählt der Innenverteidiger im Rahmen der Trikot-Präsentation der Schwarz-Weißen im Gespräch mit LAOLA1.

Dann sollte er sich in Graz, wo man mit Lotto seit vergangenem Jahr auf einen italienischen Ausstatter vertraut, ziemlich wohl fühlen. Sportlich gesehen gibt es dafür freilich andere Gründe, die schwerer wiegen.

Für Varese, wo er in der Vorsaison von Inter Mailand hin verliehen wurde, spielte er 2013/14 nur fünf Pflichtspiele. Bei Sturm waren es 2014/15 insgesamt 33.

Frühjahr entscheidend für Sturm-Deal

Nach zwei Kurzeinsätzen wird dem damaligen Sturm-Coach Darko Milanic klar, dass der U21-Teamspieler die eindeutig bessere Wahl neben Michael Madl im Abwehr-Zentrum als Tomislav Barbaric darstellt.

Unter Franco Foda entwickelt sich das Duo. Spendlhofer ist "der YOLO" (Zitat Madl), der Risiken eingeht und Fehler in Kauf nimmt. Der Kapitän neben ihm hat ein "technisch fast schon zu gutes Stellungsspiel" (Zitat Spendlhofer) und am Saisonende den besten Zweikampf-Wert aller Innenverteidiger der Liga.

Nicht umsonst glaubte der Niederösterreicher, seinen steirischen Kollegen nach nur einem halben Jahr schon "ewig zu kennen".

Dementsprechend viel Mühe gab sich Sturm daraufhin, Spendlhofer nicht nach nur einem Jahr wieder gehen lassen zu müssen.

"Im Trainingslager in der Türkei ist der Verein zum ersten Mal an mich herangetreten. Wir haben dann ein bisschen abgewartet, wie die Saison weiter geht, aber im Verlauf des Frühjahrs ist mir klar geworden, dass es hier perfekt für mich ist", schildert der Abwehrspieler.

Inter als harter Verhandlungspartner

Sturm sei eine Mannschaft, bei der etwas entsteht, wovon er weiter ein Teil sein will. Das habe man nach zähen Verhandlungen auch den Nerazzurri aus Mailand verdeutlichen können:

"Das war natürlich nicht leicht, aber ich bin trotzdem dankbar, dass sie mir die Chance gegeben und sich nicht quer gelegt haben, was die verschiedensten Bedingungen angeht. Es war eine schöne Zeit, aber jetzt liegt der Fokus auf Sturm."

Dort wartet mit der Qualifikation für die Europa League eine zusätzliche Herausforderung auf Spendlhofer und Kollegen. In der Bundesliga nimmt man erneut einen Platz in den internationalen Startplätzen ins Visier.

Kann man an die Abwehrarbeit der vorigen Spielzeit anschließen, wäre ein Grundstein dafür gelegt. 2014/15 hat Sturm mit 41 Gegentoren die zweitwenigsten der Liga erhalten.

Neue Schwerpunkte in der Defensivarbeit

Trainer Franco Foda ist das offensichtlich aber nicht genug. "Wir haben im Training neue Schwerpunkte gesetzt, auch wenn es defensiv in der letzten Saison wirklich nicht schlecht gelaufen ist", erklärt Spendlhofer.

Ganz seinem Spielertypus entsprechend liegen diese defensiven Schwerpunkte in der Offensive; "Es geht darum, dass wir immer nach vorne verteidigen wollen, also früh pressen. Das fängt ja schon hinten an."

Ganz hinten fängt Sturm in dieser Saison überhaupt neu an. Denn zwischen den Pfosten steht mit Michael Esser ab sofort ein neuer Torhüter.

Der 27-Jährige, den sie ob seiner bärenhaften Gelassenheit Bruno nennen, wechselte vom VfL Bochum aus der zweiten deutschen Bundesliga nach Graz.

Klare Meinung über Esser und Horvath

Die Eingewöhnung dürfte dem 1,98m großen Keeper nicht schwer gefallen sein. "Er hat sich perfekt eingefügt und ist ein richtig sympathischer Kerl. Für einen Torhüter ist er dazu mit den Beinen sehr stark und zeigt Spitzenreflexe. Er kann uns bestimmt weiterhelfen", ist sich Spendlhofer sicher.

Das gelte auch für die offensiven Neuzugänge wie Sascha Horvath und Kristijan Dobras: "Beim Sascha hat man im Test gegen Maribor (5:2, zwei Tore, Anm.) schon gesehen, wie er da teilweise gezaubert hat. Er harmoniert schon sehr gut mit der Mannschaft und das wird natürlich immer besser."

Bevor sich Sturm im Training auf spielerische und taktische Raffinessen konzentriert, steht erst einmal weiter die Kondition im Mittelpunkt. Trainer Foda scheint da derzeit keine Gnade mit seinen Spielern zu kennen: "Momentan haben wir wirklich sehr schwere Beine, aber das gehört einfach zur Vorbereitung dazu. Es lohnt sich dann im Laufe einer Saison."

Ab sofort ist die Vorbereitung aber wieder ganz nach Spendlhofers Geschmack: "Im Trainingslager (3.-10. Juli in Bad Tatzmannsdorf, Anm.) wird das ein bisschen zurückgeschraubt und dann holen wir uns den Feinschliff, vor allem im taktischen Bereich. Darauf freue ich mich dann mehr."

 

Andreas Terler

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