Salzburg neu: So könnte RBS aussehen

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Dass Salzburg als großer Favorit ins Meisterschaftsfinale geht, ist keine allzu große Überraschung.

Großer Favorit waren die „Bullen“ schon vor der Saison. Großer Favorit sind sie eigentlich immer.

Allein schon aufgrund der finanziellen Möglichkeiten, die in der Mozartstadt seit dem Red-Bull-Einstieg zur Verfügung stehen.

Daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Was sich aber ändern wird, ist, wie das viele Geld künftig ausgegeben werden soll.

Ausgewogener Kader als Ziel

Die Flut an überbezahlten Legionären könnte der Vergangenheit angehören, die neue Zauberformel heißt 8-8-8.

Acht arrivierte Österreicher, acht Legionäre sowie acht Spieler aus den Red-Bull-Akademien sollen mittelfristig einen kompakten 24-Mann-Kader bilden.

„Diese Formel hat man mehr gehört, als dass wirklich etwas dran wäre. Wir wollen uns nicht auf eine Zahl festlegen oder uns Grenzen setzen, sondern unseren Kader ausgewogener gestalten“, erklärt Sport-Koordinator Oliver Glasner gegenüber LAOLA1.

Kurzfristig wäre das ohnehin nicht zu bewerkstelligen, da im Salzburger Kader momentan noch 17 Legionäre stehen – viele davon mit Verträgen über 2012 hinaus.

LAOLA1 wagt einen Blick in die Zukunft und zeigt, wie Salzburg in der kommenden Saison aussehen könnte:

  • Schon da:

Mit Christopher Dibon (21/Admira) und Rückkehrer Stefan Ilsanker (22/Mattersburg) wurden bereits zwei Spieler verpflichtet, die perfekt ins neue System passen. „Wir haben diese Spieler aber nicht nur aus dem Grund verpflichtet, weil sie Österreicher sind oder in ein Schema passen, sondern weil wir von ihnen sportlich überzeugt sind“, stellt Glasner klar, „sie sind fußballerisch top, absolut willig und haben große Ziele.“ Die gleichen Attribute stellt der Ex-Rieder auch den weiterverpflichteten Alexander Walke und Andreas Ulmer sowie Junior Christoph Martschinko (18), der einen Profivertrag erhielt, aus. Daniel Offenbacher ist nach seinem Kurz-Gastspiel bei BW Linz wieder nach Salzburg zurückgekehrt und hofft auf eine neue Chance. Die soll Marco Meilinger, der als Leihspieler bei Ried überzeugte, ab Sommer ebenfalls bekommen.

  • Auf der Liste:

„Ich habe schon so viele Spielernamen, die bei uns unterschreiben sollen, gelesen, dass wir eigentlich nächste Saison einen 40-Mann-Kader haben müssten“, sagt Glasner angesprochen auf die Gerüchte süffisant. Tatsächlich dürfte an den Spekulationen aber doch einiges dran sein. Der in der Regel gut informierte „Kurier“ brachte kürzlich Ex-Austrianer Nacer Barazite sowie Ex-Rapidler Branko Boskovic ins Gespräch. Auch Dare Vrsic, der für Olimpija Ljubljana als Mittelfeldspieler 21 Liga-Tore erzielte, und Sturm-Shootingstar Florian Kainz sollen ein Thema sein. Zweiterer wäre vor allem bei einem Jantscher-Abgang ein heißer Nachfolge-Kandidat. Wesentlich konkreter ist aber das Interesse an Florian Klein. Der Austrianer soll sich mit den „Bullen“ weitestgehend einig sein, dementiert das jedoch noch energisch: „Es ist nicht fair, zu schreiben, dass es schon so gut wie fix ist, weil es einfach nicht stimmt.“ Immerhin gibt der 25-Jährige zu, dass Salzburg in der engeren Auswahl steht. In den letzten zwei Wochen soll der Kontakt aber etwas eingeschlafen sein, Klein doch mehr Richtung Ausland tendieren.

  • Auf der Kippe:

Jakob Jantscher ist derzeit das heißeste Eisen im Salzburger Kader. Mit 13 Toren und fünf Assists führt der 23-Jährige die Scorerwertung der Liga an, dementsprechend groß ist auch die Aufmerksamkeit ausländischer Vereine. Glasner bleibt trotzdem gelassen: „Er hat bei uns bis 2014 Vertrag. Die Vereine können ruhig anklopfen, aber das heißt noch nicht, dass man auch bei der Tür rein darf.“ Zum „Problem“ könnte allerdings eine Klausel werden, die es Jantscher ermöglicht, im Sommer für eine fixe Ablösesumme den Verein zu verlassen. Eine ähnliche Klausel soll auch Dusan Svento besitzen. Der im Sommer auslaufende Vertrag des Slowaken kann zwar per Option um ein Jahr verlängert werden, durch jene Klausel ist er aber ein ernsthafter Wechsel-Kandidat. Mit beiden könnte Salzburg gutes Geld machen, wenngleich der Klub sie lieber halten würde. Etwas anders ist die Situation bei Gonzalo Zarate. Der Argentinier hat noch Vertrag bis 2013, ihn würde Salzburg aber wohl lieber heute als morgen loswerden. Zarate spielt nicht nur eine äußerst bescheidene Saison, er machte auch mehr durch Undiszipliniertheiten auf sich aufmerksam. Derartige Probleme gibt es zwar mit Simon Cziommer und Rasmus Lindgren (beide Vertrag bis 2013) nicht, beide könnten aber dem Legionärsabbau zum Opfer fallen. „Das wird man noch sehen, wie sehr wir reduzieren. Wir werden uns genau ansehen, wo etwas zu machen ist und warten auch die restlichen Spiele noch ab. Vielleicht empfiehlt sich ja noch irgendwer“, lässt Glasner noch alles offen.

  • Fast weg:

Chema Anton, der ohnehin nie eine Rolle spielte, wird im Sommer seine Koffer packen müssen. Gleiches Schicksal droht Petri Pasanen und Christian Schwegler. Während sich der Vertrag des Finnen bei einer gewissen Zahl an Einsätzen automatisch verlängern würde, hat der Schweizer wohl keine Zukunft mehr bei den „Bullen“. Wobei sich der Klub eine Hintertür offen lässt, sollte der Transfer von Klein doch nicht zustande kommen. Mit Stefan Hierländer und Franz Schiemer gäbe es auch interne Alternativen. Äußerst unsicher ist weiterhin die Zukunft von Cheftrainer Ricardo Moniz. Ein Abgang des Niederländers im Sommer galt vor wenigen Wochen noch als wahrscheinlich, Glasner will davon jedoch nichts wissen: „Natürlich bleibt Ricardo Moniz Trainer. Wir haben darüber überhaupt nie diskutiert. Ich habe viele Spekulationen über Ricardo gelesen – nichts davon stammt von uns. Spekulationen kommentieren wir sowieso nicht. Wenn es etwas zu vermelden gibt, dann senden wir das aus.“ Die immer wiederkehrende Kritik an Salzburg nimmt der Sport-Koordinator durchaus zur Kenntnis, wenngleich er sie nicht überbewerten will: „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und werden an unseren Leistungen gemessen. Wenn die nicht passen, hagelt es eben Kritik. Ich habe das in 20 Profijahren häufig miterlebt. Manchmal wird zu Recht kritisiert, manchmal zu Unrecht. Mit Lob verhält es sich genauso. Ich sehe das ruhig und gelassen. Ich weiß, was intern abläuft und wie wir arbeiten. Wir treiben viel voran und das zählt.“

Kurt Vierthaler

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