Belächelt, nun ohne Fehl & Tadel

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Gescholtene Abwehr ohne Fehl und Tadel

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Zu langsam, nicht in Form, nicht aufeinander abgestimmt.

Was mussten die Rapid-Verteidiger in den vergangenen Saisonen nicht über sich ergehen lassen.

Die Kritik kam nicht von ungefähr, alleine in der Spielzeit 2010/11 kassierten die Hütteldorfer in 36 Spielen 42 Gegentreffer. Zu viel, um ein Wörtchen um die vordersten Plätze mitzureden.

Als dann im Sommer erneut der große Transfer-Coup ausblieb, verstanden viele Experten und Fans die Welt nicht mehr.

„Das ist die Basis, um Spiele zu gewinnen“

Mit Thomas Schrammel wurde zwar einer der besten Außenverteidiger der Liga geholt, zentral verlängerte man den im letzten Jahr hinter den Erwartungen gebliebenen Ragnvald Soma und holte Wacker-Nobody Harald Pichler.

Der Wunsch nach einem internationalen Top-Verteidiger war vorhanden, wurde jedoch nicht in die Tat umgesetzt.

Die Bilanz nach den ersten drei Spielen kann sich dennoch durchaus sehen lassen. Zwei Siege, ein Unentschieden, kein Gegentor – die Null steht.

„Wir sind hinten nach wie vor sehr stabil. Das ist die Basis, um die Spiele zu gewinnen. Wir haben das in den letzten Spielen ganz gut hinbekommen“, stellt Trainer Peter Schöttel nach dem 0:0 gegen Ried klar.

Verdienst der ganzen Mannschaft

Die große Überraschung ist Neuzugang Pichler, der mit Soma zum dritten Mal in Folge die Innenverteidigung bildete.

Der Kärntner schreibt die Stabilität in der Defensive aber gegenüber LAOLA1 dem ganzen Team zu.

„Das ist die Arbeit der ganzen Mannschaft. Das fängt vorne bei Nuhiu an, auch Hofmann kämpft nach hinten mit. Die Abwehr macht auch eine gute Arbeit und Payer hält seinen Kasten sauber.“

Auf links kommt Rückkehrer Thomas Schrammel, der die Abstimmung in der Viererkette auf das gute Verhältnis der einzelnen Spieler zurückführt, immer besser in Fahrt.

„Verstehen uns auch außerhalb des Platzes sehr gut“

„Wir verstehen uns auch außerhalb des Platzes sehr gut und im Spiel passt die Abstimmung. Wir trainieren das auch zusätzlich, das trägt nun bereits Früchte.“

Dass Trainer Schöttel als ehemaliger Abwehrchef großen Wert auf eine solide Defensive legt, ist kaum verwunderlich.

Dass trotz allem immer wieder rotiert wird und Spieler wie Mario Sonnleitner bisher nicht so zum Zug kamen, spiegelt die Philosophie des Wieners wieder.

„Wir überlegen uns schon etwas dabei. Wir wollten zum Beispiel in Wr. Neustadt zwischen Soma und Katzer mit Pichler einen schnellen Spieler.“

Soma rechtfertigt seine Vertragsverlängerung

Gegen Ried kam rechts der schnelle Sonnleitner zum Zug, um die Kreise von Nationalspieler Daniel Royer einzugrenzen.

„Die Mannschaft ist neu, der Trainer ist neu, da dauert es ein bisschen. Aber es wird von Spiel zu Spiel besser“, so der Steirer, der den verletzten Markus Katzer (im Training überknöchelt) ersetzte.

Eine klare Leistungssteigerung zeigte auch Soma, dessen Vertragsverlängerung nicht unkommentiert blieb.

Selbst Schöttel gab vor dem Saisonstart zu: „Rage ist langsam.“ Trotzdem hat der Norweger seinen Anspruch auf einen Fixplatz unterstrichen.

Viele Alternativen spielen Schöttel in die Karten

Gegen Ried entschied der 31-Jährige 77,8 Prozent seiner Zweikämpfe für sich und wies die beste Quote aller Spieler auf.

Zudem stellte er seine Kopfballstärke unter Beweis. Von zwölf Kopfballduellen gingen elf auf das Konto Somas (91,7 Prozent).

Die gut stehende Defensive gibt Rapid die nötige Ruhe, um nach vorne Akzente zu setzen. Alternativen gibt es spätestens nach der Rückkehr von Christian Thonhofer (verletzt) und Michael Schimpelsberger (U20-WM) genug. Auch Jürgen Patocka wird seine Einsätze bekommen.

Von der oft gescholtenen Abwehr ist somit nur mehr wenig über.


Alexander Karper

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