Schrammel: "So leicht stecke ich nicht auf"

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Hiobsbotschaft Kreuzbandriss! Für Thomas Schrammel brach nach der Diagnose eine kleine Welt zusammen.

Bis Mitte September kostete er das aus, was er schon so lange angestrebt hatte: Im Dress des SK Rapid zum Stammspieler zu reifen.

Was dem 24-Jährigen vor seiner Zeit in Ried versagt blieb, wurde in Form von sieben Spielen und 630 Spielminuten Wirklichkeit.

Doch dann zog er sich die folgenschwere Verletzung zu. Nur zweieinhalb Monate später blickt der Außenverteidiger aber schon wieder positiv in die Zukunft.

Schnelle Genesung macht Hoffnung

„Es war natürlich ein Schock. Noch dazu war es ärgerlich, dass ich mir das Kreuzband ausgerechnet in einem belanglosen internen Trainingsspiel gegen die eigenen Amateure zuzog“, blickt Schrammel im Gespräch mit LAOLA1 zurück.

Die Frage nach seinem aktuellen Gesundheitszustand beantwortet der gebürtige Kittseer bereits wieder mit einem Lächeln.

Die Krücken sind weg, die schlimmsten Schmerzen überstanden. Somit nützt der Defensivspieler jede freie Minute, um an seinem Comeback zu arbeiten.

„Es ist eine sehr lange Verletzung, aber ich schaue jetzt schon wieder nach vorne.“

Unterstützung von allen Seiten

Seit einiger Zeit schuftet er bereits wieder in der Kraftkammer, spult Kilometer am Rad ab und gestaltet das Inidividualtraining nach Vorgaben von Konditionstrainer Dritan Baholli.

„Er hat mich auch im Spital besucht und mir sehr viel Mut gemacht, weil er auch einmal eine Kreuzbandverletzung hatte“, freut sich Schrammel in der schwierigen Zeit über die Unterstützung von allen Seiten.

Um sich nicht unterkriegen zu lassen, telefonierte er während seinem Krankenhausaufenthalt auch mit seinem Mentaltrainer.

„So leicht stecke ich nicht auf“, gibt sich der Rapid-Rückkehrer angriffslustig. Langsam aber doch muss das rechte Knie wieder den Belastungen standhalten.

„Im Jänner will ich wieder einsteigen“

Momentan liegt er gut in der Zeit, die Genesung schreitet sogar schneller als erwartet voran. Klubarzt Dr. Benno Zifko behält seinen Schützling, der ein konkretes Ziel verfolgt, im Auge.

„Im Jänner will ich wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Das Ziel ist es, bis zum Trainingsstart wieder fit zu sein“, ordnet der ÖFB-Teamspieler seinem Comeback alles unter.

Erst dann beginnt wieder der tägliche Kampf um einen Stammplatz, auf seiner Position hatte sich zuletzt Markus Katzer in guter Form präsentiert.

Wenn man helfen will, aber nicht kann…

Dass in der Anfangszeit unter Trainer Peter Schöttel viel rotiert wurde, ist für Schrammel nachvollziehbar.

„Der neue Trainer will halt viel probieren, damals hatte er noch nicht die perfekte Mischung gefunden. Ich glaube, wir haben 23 gleichwertige Spieler. Jeder will spielen und muss im Training Gas geben.“

Die Spiele von der Tribüne oder vor dem TV-Gerät zu verfolgen, waren für den Abwehrspieler eine Prüfung.

„Es ist natürlich sehr bitter, weil man der Mannschaft helfen will. Noch dazu haben wir einen neuen Trainer. Wir wissen ja, was wir können. Teilweise haben die Resultate das aber nicht widergespiegelt.“

„Die Austria vergeigt’s dann eh immer“

Aufgrund des momentanen Aufschwungs – Rapid ist bereits seit sieben Spielen ungeschlagen – blickt Schrammel positiv in die Zukunft. Vor allem auch, weil die Konkurrenz schwächelt.

„Obwohl wir nicht so gepunktet haben, wie wir wollen, sind wir noch vorne dabei, jetzt sogar Zweiter. Salzburg war genauso in der Krise, Admira wartet schon seit fünf Spielen auf einen Sieg.“

Und der Erzrivale aus Favoriten? „Die Austria ist jetzt wieder aufgekommen, aber die vergeigen’s dann eh immer, wenn es um was geht. Das hat sich schon in den letzten Jahren gezeigt“, vertritt Schrammel seine eigene Meinung.

So wie über das ambivalente Verhältnis zwischen Verein und Fans. „Ich möchte dazu gar nichts sagen. Ich habe meine eigene Meinung über die Fans und die behalte ich für mich.“

Viel lieber würde Schrammel wieder mit seinen Leistungen auf dem Platz brillieren. Spätestens der Jahreswechsel soll die alten Plagen vergessen machen.


Alexander Karper/Kurt Vierthaler

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