Stadionbau als nächster Schritt in Rapids Entwicklung

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Will man erfolgreich sein, muss man mit der Zeit gehen.

Ob in der Wirtschaft, Politik oder im Sport – Weiterentwicklung ist das Um und Auf im schnelllebigen Alltag.

Das muss sich nun auch der SK Rapid eingestehen. Das Hanappi-Stadion ist zu einer Kultstätte geworden; und trotzdem muss sich der Verein nun von ihr losreißen.

Statt Millionen in die oberflächliche Verschönerung und Sanierung des 1977 errichteten Altbaus zu stecken, ist nun auch der Traditionsverein zur Vernunft gekommen.

Investition in die nächsten Jahrzehnte

Ein neues Stadion muss her – zu dieser Einsicht gelangten die Verantwortlichen nach langem Überlegen und teilten es bei der Präsidiumssitzung unter der Woche mit.

Trainer Peter Schöttel kann diese Idee nur gutheißen. Eine Investition in die Zukunft muss sich auszahlen, halbe Sachen sind nicht nach seinem Geschmack.

„Ich habe von Haus aus nichts vom Renovieren gehalten, weil wir schon irgendwann auf die nächsten Jahrzehnte schauen sollten“, äußert sich der 45-jährige Wiener im Gespräch mit LAOLA1 zur Stadionfrage.

Dass der Ruf nach einer neuen Arena immer lauter wird, kann er nur verstehen. Schließlich ist das Hanappi-Stadion bei weitem nicht mehr up-to-date.

„…,wenn es finanziell möglich ist“

„Jeder, der ein bisschen überlegt, wird immer ein neues Stadion wollen, wenn es finanziell möglich ist.“  Und daran scheiterte es bislang.

Die finanziellen Mittel für einen Neubau müssen erst aufgestellt werden. Sollte ein Oval mit einer Kapazität von 25. bis 30.000 Zuschauern umgesetzt werden, bräuchte Rapid einen Investor.

Andererseits wären für die Renovierung ebenfalls mehrere Millionen draufgegangen, ohne eine Garantie für die nächsten Jahrzehnte zu haben.

„Wir sollten ein bisschen mehr Perspektive in diesem Verein haben, als immer nur zu renovieren“, wagt Schöttel einen kleinen Seitenhieb, mit dem er wohl nicht nur auf das Stadionthema eingeht.

Anderer Standort muss thematisiert werden

Nicht nur, aber auch aufgrund der von Fans propagierten These „Rapid muss in Hütteldorf“ bleiben, strebt der Verein einen Verbleib am aktuellen Standort an, obwohl ein neues Areal mehr Vorteile bieten würde.

„Man sollte es zumindest überlegen dürfen, ohne dass die Diskussion gleich abgewürgt wird“, sieht auch Schöttel darin eine Problemstellung.

Es ist wohl schwer, das vertraute Umfeld zu verlassen, doch aus Erfahrung weiß der Verein, dass man bisher gut damit gefahren ist.

Etwa als man die heiß geliebte Pfarrwiese hinter sich ließ, um im damaligen West-Stadion einen Neuanfang zu wagen.

„Das war der nächste Schritt in der Entwicklung“

„Die Pfarrwiese war ein heiliger Boden, wo Rapid tolle Spiele abgeliefert hat und vor 35 Jahren hat es dann das Hanappi-Stadion gegeben. Das war der nächste Schritt in der Entwicklung des Vereins.“

Ein Entwicklungsschritt, der auch in der aktuellen Situation für Schöttel unumgänglich ist, um dem Schicksal, wie es andere Vereine erfahren haben, zu entgehen.

„Wäre Rapid heute noch auf der Pfarrwiese, wären wir vielleicht dort, wo heute der Wiener Sportklub ist“, führt der ehemalige Verteidiger seine frühere Trainerstation in der Regionalliga Ost an.

Und was sagen die Spieler dazu?

Vereine machen es international vor

Rechtsverteidiger Michael Schimpelsberger kann einerseits die Fans verstehen, appelliert aber an die Vernunft.

„Wenn man in die Zukunft schaut und sieht, wie es zum Beispiel in Deutschland bei wirklich großen Vereinen ist, muss man schauen, dass man eine neue Arena hinbaut, die viele Vorteile haben kann.“

So gesehen beim Gastspiel in Leverkusen, als die Spieler nicht schlecht staunten, als sie die hypermoderne Spielstätte begutachteten.

Will man erfolgreich sein, muss man mit der Zeit gehen – das dürfte nun auch Rapid begriffen haben.


Alexander Karper/Johannes Kristoferitsch

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