"Die letzte Transferwoche ist immer unberechenbar"

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Nach dem ereignisreichen Sommer ist es zur kalten Jahreszeit beinahe ruhig geworden im Westen Wiens.

Man kann fast von einem Winterschlaf sprechen, der zumindest in punkto Aufreger und Transferaktivitäten beim SK Rapid Einzug hält.

„Dass es zu ruhig ist, würde ich nicht sagen. Wir haben im Sommer sehr viel verändert. Man vergisst leicht, dass zehn Spieler weggegangen und sieben Neue plus ein ganz neues Trainerteam gekommen sind“, verweist Trainer Peter Schöttel im Gespräch mit LAOLA1 auf seine turbulente Anfangszeit.

Trotz des ausbleibenden Top-Transfers und dem Besinnen auf die vorhandenen Spieler und Stärken könnte sich noch etwas tun.

Der 40-jährige Chefbetreuer der Grün-Weißen nimmt zu heißen Transfergerüchten, möglichen Abgängen, Sorgenkindern und alternden Routiniers Stellung.

WUNSCHSPIELER:

 Christopher Dibon: 

„Er weiß, dass wir interessiert sind. Wir wissen, dass u.a. auch Austria und Salzburg sehr hinter ihm her sind. Bei uns ist die Situation so, dass solange kein Innenverteidiger geht, ich auch keinen holen werde. Ich halte es nicht für sinnvoll, mit fünf Innenverteidigern zu arbeiten, wenn nur zwei spielen können. Ich hoffe, dass er vielleicht im Sommer zu uns kommt, aber das hoffen die anderen auch. Wenn es Christopher nicht sein wird, werden wir eine andere Lösung finden. Er ist aber sicher ein sehr interessanter Spieler.“

MÖGLICHE ZUGÄNGE:

„Ich bin immer der Meinung, dass man nicht auf Zuruf, oder weil die anderen auch was tun, irgendwelche Transfers tätigen muss, von denen man nicht überzeugt ist. Ich glaube an die Qualität dieser Spieler, schließe aber nicht aus, dass der eine oder andere noch geht und vielleicht auch noch einer kommt. Das kann man vor der letzten Woche der Transferzeit nie sagen, die ist immer unberechenbar.“

 

MÖGLICHE ABGÄNGE:

Christoph Saurer:

„Er ist ein sehr guter Spieler. Ich habe aber im Sommer schon gesagt, dass es für ihn wahnsinnig schwierig wird, weil ich auf seinen Positionen Spieler wie Trimmel, Drazan, Prokopic, Hofmann, Burgstaller oder jetzt Grozurek habe. Das habe ich ihm im August gesagt, er ist geblieben. Er hat dann im Herbst gemerkt, dass ich einfach auf andere Spieler setze und nicht auf ihn. Da gehe ich auch davon aus, dass er möglicherweise noch im Winter den Verein verlassen wird. In meiner Wertung sind die anderen noch besser als er. Das sage ich ganz offen. Er ist ein ganz feiner Techniker, beidbeinig, hat aber Defizite im Durchsetzungsvermögen. Es ist für ihn eine unglückliche Situation, ich verstehe auch seine Unzufriedenheit. Er hat sich auch nie hängen lassen und immer gut trainiert, aber das ist eine Entscheidung des Trainers, mit der er keine Freude haben wird.“

Hamdi Salihi:

„Das Thema Salihi ist ein sehr heikles und delikates Thema. Hamdi ist ein Top-Torjäger im Strafraum, hat auch bei mir im Herbst einige Mal von Start weg gespielt, so wie alle anderen Stürmer ihre Chance bekommen haben. In der Phase, in der er immer gespielt hat, haben wir kaum Tore erzielt und Spiele gewonnen. Deswegen hat er bei mir im Herbst eine Jokerrolle eingenommen, damit ist er nicht zufrieden. Dafür habe ich Verständnis. Deswegen wird man schauen, ob er jetzt im Frühjahr noch bleibt oder uns verlässt.“

SORGENKINDER DES HERBSTES:

Boris Prokopic:

„Er ist ein Spieler, dem ich seit Jahren wahnsinnig gerne beim Fußball zuschaue, schon vor zehn Jahren als er im Nachwuchs bei Rapid gespielt hat. Für ihn ist es schwierig, seinen Platz in der Mannschaft zu finden, da auf seiner besten Position Steffen Hofmann spielt. Zu Beginn der Saison habe ich ihn über die Seite spielen lassen, obwohl ich weiß, dass es nicht seine beste Position ist. Er hat sich dann mit der dummen Aktion im Derby selber rausgenommen, hat dann im Herbst, das weiß er auch selber, den einen oder anderen disziplinären Fehler gemacht. Er hat sich die Nebenhöhlen operieren lassen und ist jetzt wieder gut drauf. Er wird im Frühjahr da sein und sicher den einen oder anderen Einsatz bekommen.“

Deni Alar:

„Er ist ein extrem guter Fußballer, schnell, leichtfüßig, mit gutem Auge. Aber er ist im Zweikampf und Durchsetzungsvermögen noch nicht so weit wie die anderen. Da hoffe ich auch, dass er weiter ist, als im Herbst.“

 


ALTERNDE ROUTINIERS:

Ragnvald Soma:

„Rage hat enorme Qualität und ist hinten einfach unser bester Fußballer, der die beste Spieleröffnung hat. Das einzige Defizit, das eh bekannt ist, ist, dass er nicht mehr der Schnellste ist. Da setzen die Gegner sehr oft an. Er hat gute Spiele gemacht im Herbst. Er ist eigentlich deshalb rausgefallen, weil wir mit den zwei schnellsten Innenverteidigern Sonnleitner und Pichler gespielt haben. Die haben ihre Sache recht gut gemacht. Es kann aber sein, dass er im Frühjahr noch einige Spiele spielen wird.“

Jürgen Patocka:

„Generell habe ich vier Innenverteidiger, wo jeder seinen Anteil hat, dass wir im Herbst erfolgreich waren. Auch Patocka hat, wenn er reingekommen ist, immer überzeugt, auch mit seinen fast 35 Jahren ist er eine Bank da hinten. Wir haben beim 3:4 in der Südstadt mit Patocka und Soma ganz schlecht ausgeschaut. Nicht weil die so schlecht sind, sondern weil der Rest der Mannschaft das einfach zugelassen hat, dass sie permanent in Laufduelle mit Hosiner und Ouedraogo kommen. Da war ich richtig sauer, weil die zwei ja die Qualität haben.“

RÜCKKEHRER:

Thomas Schrammel:

„Es sind von den neuen Spielern, die den Großteil vom Herbst verletzt waren, alle wieder fit. Thomas ist wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen, ist aber noch in keinem Freundschaftsspiel zum Einsatz gekommen. Da werden wir noch ein wenig warten. Im Training passen die Mitspieler natürlich auf ihn auf und wissen, ob der schweren Verletzung, die er gehabt hat. Es wird noch einige Zeit dauern, bis er wieder spielen wird. Aber er ist so ehrgeizig und willig, er wird sicher auch im Frühjahr seine Spiele bestreiten.“


Alexander Karper

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