"Das hat weder am Platz noch abseits etwas verloren"

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Eine Hiobsbotschaft jagt bei Franz Schiemer dieser Tage die nächste.

Aktuell, weil der Verteidiger wegen einer Sehnenansatzproblematik im Oberschenkel drei Wochen pausieren und dem ÖFB-Team für die WM-Quali-Spiele gegen Färöer und Irland absagen muss.

Die anderen Gründe sind bekannt: Mit Salzburg zuletzt wieder nur Remis gespielt, anstatt eines Pflichtsieges erzielt. Wieder Punkte liegengelassen. Wieder ist die Meisterschaft in die Ferne gerückt.

„Wollen dort wieder hin“

„Wir haben noch nicht das gefunden, was uns im Herbst ausgezeichnet hat. Das schnelle Kurzpass-Spiel nach vorne haben wir noch nicht drauf, das Umschalten funktioniert auch noch nicht so gut. Da sind wir dran, dass wir das verbessern. Wir sind noch nicht dort, wollen aber dort wieder hin.“

Das sagte der 26-Jährige nach dem 1:1 im Nachtragsspiel am Mittwoch, in der bereinigten Tabelle fehlen nun elf Runden vor Schluss ebenso viele Punkte auf Leader Austria. „Wir reden nicht über die Meisterschaft. Wir denken von Spiel zu Spiel und müssen Partien wie gegen die Admira gewinnen.“

Wie die meisten Salzburger machte auch sein Nebenmann in der Innenverteidigung, Isaac Vorsah, wieder keine gute Figur. Der Ghanaer ist seit Frühjahrsauftakt ein Unsicherheitsfaktor.

„Momentan ist es in so einer Situation nicht einfach, da passieren auch Fehler, das ist ein wenig auch ein Kopfproblem. Da müssen wir schauen, dass wir Isaac wie auch jeden anderen aufbauen, um mannschaftlich besser dazustehen“, wird Schiemer seinem Teamkollegen beiseite stehen.

Schiemer steht Sukuta-Pasu beiseite

Beiseite steht der Oberösterreicher auch einem Spieler, der nicht seiner Mannschaft angehört: Richard Sukuta-Pasu. Der Sturm-Angreifer wurde vergangenen Samstag Opfer von rassistischen Äußerungen durch so genannte Anhänger der SV Ried.

Tonspuren von „Sky“ belegten: Es wurden „deutlich rassistische Beschimpfungen aus dem Publikum wahrgenommen“. Dies wurde an die Bundesliga weitergeleitet, die wiederum ein Verfahren beim Senat 1 gegen die Innviertler eingeleitet hat.

Ried selbst hat sich in Stellungnahmen von diesen Aktionen ganz klar distanziert und setzt alles daran, diese „Fans“ aus dem Verkehr zu ziehen.

„Ich war auf jeden Fall erschüttert“, erklärt Schiemer auf die Frage von LAOLA1, wie ihn dieser Vorfall getroffen habe. Der Hausruckviertler ist ein Sohn der SV Ried. Mit zehn Jahren wechselte er zu den Innviertlern und biss sich in die Kampfmannschaft durch, für die er vier weitere Jahre spielte, ehe er zur Austria wechselte.

„Das hat nirgendswo etwas verloren“

Die Spielvereinigung ist zweifellos sein Herzensverein, umso betroffener zeigt sich der Abwehrspieler von den Vorfällen rund um den 2:1-Sieg der Grazer in Ried.

„Das ist sehr sehr traurig, das hat weder am Platz noch abseits etwas verloren“, hält Schiemer, der das Heimspiel gegen seinen Ex-Klub von der Tribüne aus sehen wird, fest und legt nach.

„Das ist eine Katastrophe und darf nicht passieren. Solche Leute gehören rausgefiltert und aus dem Stadion verbannt. Ganz einfach. Es gibt fast bei jedem Verein Leute, die für Ärger sorgen, und die gilt es zu finden und auszusortieren.“

So wie Schiemer denkt auch Fußball-Österreich, Aktionen sind bereits geplant.

Aktionen geplant

Von 11. bis 24. März laufen – wie es der Zufall so will - die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Da wird es überall auf den Plätzen klare Zeichen geben.

Die Grazer Spieler werden aus gegebenem Anlass etwa vor dem Duell mit Wacker am Samstag während der Aufstellung „SK Sturm gegen Rassismus“-T-Shirts tragen und ein Vereinstransparent mit einer Anti-Rassismus-Botschaft präsentieren.

Die Fans haben angekündigt, ebenfalls ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball zu setzen. Wacker unterstützt die Aktion, dessen Spieler hinter einem „Fußball gegen Rassismus“-Transparent von "Fair Play" Aufstellung nehmen werden.

Eigentlich unglaublich, dass das im Jahr 2013 noch von Nöten ist.

 

Bernhard Kastler

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