Zwei Monate später

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Wie Salzburg wieder in die Spur kam

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Noch im Sommer herrschte richtige Katerstimmung in und um Salzburg.

Kein Wunder, wurde doch der Meisterschaftsstart verschlafen, gab es das neuerliche Aus in der Qualifikation zur Champions League und wurde zu allem Überdruss auch noch die Europa League verpasst.

So startete eine neue Zeitrechnung für Red Bull Salzburg und nach fast zwei Monaten kann eine durchwegs positive Bilanz gezogen worden, verloren die „Bullen“ doch im September und Oktober bislang kein Spiel.

Altach bietet sich ab 18:30 Uhr (im LAOLA1-LIVE-Ticker) die letzte Chance, dem Titelverteidiger im Oktober noch ein Bein zu stellen.

Zwei Monate nach „Stunde Null“ ist der Meister aber definitiv wieder in der Spur. Und das hat seine Gründe.

DER FAKTOR ZEIT

Der Titelverteidiger startete mit zwei Niederlagen denkbar schlecht in die Meisterschaft. Doch nach den beiden 1:2 in Mattersburg und gegen Rapid folgten elf Partien ohne Niederlage. Früher als erwartet kehrte die im Sommer neuformierte Mannschaft mit neuem Trainer an die Spitze der Tabelle zurück. Das einzig Gute am Ausscheiden im Europacup ist dabei die Zeit, die man unter der Woche für mannschaftstaktisches Training aufwenden kann. Als Rapid bereits acht Punkte Vorsprung auf den Titelverteidiger hatte, wurde schon dramatisiert. Doch nach sechs Runden wurde noch nie eine Meisterschaft entschieden. Auch nicht nach 13, aber Salzburg hat aktuell fünf Punkte Vorsprung auf den großen Rivalen, der unter anderem beim kommenden RBS-Gegner Altach und beim WAC patzte, obwohl die Europa League bislang ohne Punktverlust gemeistert wurde. Aktuell gleichauf mit Salzburg liegt die Austria, die den Europacup ebenfalls im Fernsehen verfolgt. „Alles spricht von einem Zweikampf Red Bull gegen Rapid. Austria Wien wird zu oft vergessen“, hält Zeidler diesbezüglich fest und meint gar: „Wir dürfen auch Sturm Graz nicht vergessen. Es wird bis zum Schluss einen Vierkampf geben.“ Salzburg hat allerdings in den beiden vergangenen Monaten trotz zum Teil dürftiger Leistungen fleißig gepunktet - und es ist noch viel Luft nach oben da. „Vor allem müssen wir geschlossener spielen, denn nicht immer geht so etwas gut“, meinte Zeidler nach dem Cup-Fight am Dienstag gegen Ried, der am Ende mit einem 4:2 endete.

 

DIE GEFUNDENE STARTELF

Vor dieser Cup-Partie spielte Zeidler in der Liga vier Mal mit derselben Startformation. Das war für den Deutschen im Sommer ob andauernder Verletzungssorgen schlichtweg nicht möglich. Kontinuität am Rasen gibt Sicherheit und drückt sich in Ergebnissen aus. Die Tormann-Frage ist mit Alexander Walke bis auf Weiteres geklärt, im Abwehrzentrum haben sich die im Sommer noch unsicheren Duje Caleta-Car und Paulo Miranda gesteigert – mit Martin Hinteregger gab ein Schlüsselspieler im Cup sein Comeback. Außen sind die Routiniers Andreas Ulmer und Christian Schwegler gesetzt. Im Mittelfeld ist Naby Keita (sechs Tore, drei Assists) der überragende Mann, der die Fäden zieht und die wichtige Achse zu Jonatan Soriano (neun Tore, drei Assists) bildet. Takumi Minamino ist hinter dem Kapitän der zweitbeste Scorer (sieben Tore, drei Assists) und die Außen Valon Berisha und Benno Schmitz sorgen für die notwendige Balance zwischen Offensive und Defensive. Neben Soriano stürmt mit Omer Damari jener Mann, mit dem der Spanier offensichtlich am besten kann. Zumal der Israeli fußballerisch etwas vorzuweisen hat. Vor allem das 8:0 gegen die Admira bewies: Es wird wieder Fußball gespielt. Zu Beginn der Saison mischten hier noch Jungspunde wie Dimitri Oberlin oder David Atanga mit. Yasin Pehlivan, der noch kein Spiel mit Salzburg verlor, und Valentino Lazaro, der sein Potenzial ausschöpfen muss, kehren zudem bald zurück. Hany Mukhtar wird auch noch eine Rolle spielen. Im Frühjahr will sich Christoph Leitgeb für die EM empfehlen und Reinhold Yabo debütieren. Zusammen klingt das wie eine Drohung an die Rivalen.

Runde Gegner Ergebnis
01
Mattersburg (a) <span style=\'color: #ff0000;\'>1:2
02
Rapid (h) <span style=\'color: #ff0000;\'>1:2
03
Admira (a) <span style=\'color: #0000ff;\'>2:2
04
Ried (a) <span style=\'color: #008000;\'>4:1
05
Altach (h) <span style=\'color: #008000;\'>2:0
06
Austria (h) <span style=\'color: #0000ff;\'>2:2
07
Sturm (a) <span style=\'color: #008000;\'>3:2
08
Grödig (h) <span style=\'color: #008000;\'>4:2
09
WAC (a) <span style=\'color: #0000ff;\'>1:1
10
Mattersburg (h) <span style=\'color: #008000;\'>4:2
11
Rapid (a) <span style=\'color: #008000;\'>2:1
12
Admira (h) <span style=\'color: #008000;\'>8:0
13
Ried (h) <span style=\'color: #008000;\'>2:1


 

GEMEINSAM SIND SIE STARK

Wieder einmal bot ein Salzburg-Trainer in einem Cup-Spiel nicht die Bestformation auf, wieder einmal zitterte sich dessen Team eine Runde weiter. Roger Schmidt 2013 gegen Maria Lankowitz, Adi Hütter 2014 gegen Wacker Innsbruck und Peter Zeidler 2015 gegen die SV Ried. Die „Bullen“ lagen am Dienstag früh mit 0:2 zurück, setzten sich am Ende aber 4:2 durch. „Wir hatten genügend Zeit, das noch aufzuholen und glaubten auch daran“, unterstreicht Andreas Ulmer die mentale Stärke, die eben auch die Konsequenz einer erfolgreichen Phase ist. Im Juli oder August wäre das Spiel wohl verloren gegangen, jeder hatte mehr mit sich selbst zu kämpfen. Mittlerweile gehört es zum Alltag, Rückstände erfolgreich aufzuholen. Im September und Oktober wurde in den acht Spielen (6 Siege, 2 Remis nach 90 Minuten) stets ein Rückstand zumindest noch aufgeholt - einmal beim 1:1 in Wolfsberg, die anderen fünf Male gewannen die Salzburger noch. Zwei Mal wurde dabei ein 0:2 gedreht. „Der Umstand, dass wir heuer schon so viele Rückstände aufholen und noch punkten konnten, zeigt, dass da wirklich eine Mannschaft auf dem Platz steht und sich ein Kollektiv entwickelt hat“, bestätigt Christian Schwegler. „Dabei kommen dann auch unsere individuellen Stärken zum Tragen. Das war in der Vergangenheit immer Priorität und man sieht das auch jetzt wieder.“ In den beiden Monaten davor (6 Siege, 2 Remis, 4 Niederlagen nach 90 Minuten) wurde nur zwei Mal (von sechs) ein Rückstand aufgeholt.  Das neu formierte Team ist über die Wochen zusammengewachsen und verbindet hohe Ziele. Die einen wollen wieder Meister werden und dabei eine entscheidende Rolle spielen, die anderen wollen erstmals Meister werden. Bis auf wenige Ausnahmen geht es für alle um die Chance, sich für etwas Höheres zu empfehlen.

DER TRAINER IST ANGEKOMMEN

Nicht zuletzt hat auch der Trainer eine Anlaufzeit gebraucht. Auch wenn Peter Zeidler bereits im Verein arbeitete, aber der FC Liefering ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Kindergeburtstag im Vergleich zu Red Bull Salzburg, auf das ganz Österreich ein Auge hat. Zudem ist es für den 53-Jährigen der erste Cheftrainer-Posten in einer höchsten Liga in Europa. Während sich viele im August fragten, warum der Deutsche noch im Amt ist, stand er im Klub nie zur Disposition. Zumal die Entwicklung der Spieler im Vordergrund steht. Aber auch Zeidler selbst hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt. Das hat weniger mit dem Outfit an der Seitenlinie zu tun, Trainingsanzug und Kappe wurden mit Pullover und Naturlook getauscht, sondern mit dem Spiel auf dem Feld. Wurde im Sommer (oft unkoordinativ) auf Teufel komm‘ raus angepresst, konnte sich mit Fortdauer der Saison die Mannschaft dahingehend etwas mäßigen. Beim 8:0 gegen die Admira spielte Salzburg etwa die ersten 30 Minuten alles andere als überragend, ließ den Gegner aber auch kommen, stellte auf 2:0 und presste in Hälfte zwei zum Schützenfest. Freilich fehlten im Sommer mit Jonatan Soriano und anderen Akteuren wichtige Schlüsselspieler, aber man hat sich in vielerlei Hinsicht gesteigert. Kassierte man im Juli und August in der Meisterschaft 1,57 Gegentore pro Spiel, konnte dieser Wert inzwischen auf 1,16 gesenkt werden. Freilich kein Bayern-München-Maßstab, aber ein Beleg dafür, dass die „Bullen“ auf dem richtigen Weg sind. Dieser führt zumindest bis zu Beginn der neuen Saison, wo es um Europa geht. Idealerweise mit einer eingespielten Mannschaft.

 

Bernhard Kastler

Bewerb
Runde Gegner Höchster Rückstand Ausgang
CL-Quali
03 Malmö (a) 0:3 <span style=\'color: #ff0000;\'>0:3
EL-Quali
04 Minsk (a) 0:2 <span style=\'color: #ff0000;\'>0:2
Bundesliga
01 Mattersburg 0:1 bzw. 1:2 <span style=\'color: #ff0000;\'>1:2
Bundesliga
02 Rapid 0:2 <span style=\'color: #ff0000;\'>1:2
Bundesliga
03 Admira 1:2 <span style=\'color: #0000ff;\'>2:2
Bundesliga
06 Austria 0:1 bzw. 1:2 <span style=\'color: #008000;\'>2:2
Bundesliga
08 Grödig 0:2 <span style=\'color: #008000;\'>4:2
Bundesliga
09 WAC 0:1 <span style=\'color: #0000ff;\'>1:1
Bundesliga
10 Mattersburg 1:2 <span style=\'color: #008000;\'>4:2
Bundesliga
11 Rapid 0:1 <span style=\'color: #008000;\'>2:1
Cup
2 Horn (a) 0:1 <span style=\'color: #008000;\'>3:2 (nV)
Cup
3 Ried (h) 0:2 <span style=\'color: #008000;\'>4:2
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