RBS: Zehn Tage der Wahrheit

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"Da darf man nicht Rumheulen"

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Ein aktueller Blick auf die Tabelle ist aus Salzburger Sicht dieser Tage nicht schön.

Satte 15 Punkte beträgt der Abstand des Titelverteidigers auf den überlegenen Tabellenführer Austria Wien. Das Gute: Die Mozartstädter haben zwei Spiele weniger zu Buche stehen.

Mit dem Nachtragsspiel der „Bullen“ beim Überraschungsteam dieses Frühjahrs, dem Wolfsberger AC, beginnen für die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt zehn Tage der Wahrheit.

Wolfsberg als Prüfung

Nach dem Gastspiel in Kärnten, reisen die Salzburger zum West-Derby am Sonntag gegen Wacker, um am Mittwoch darauf die Admira heimzusuchen und am 16. März die SV Ried zu empfangen.

Nachdem die „Veilchen“ von Sieg zu Sieg eilen, heißt es für die Salzburger ebenso vier Mal als Gewinner vom Platz zu gehen, um das große Vorhaben Titelverteidigung am Leben zu erhalten.

In der darauf folgenden Länderspielpause könnte sich dann der Double-Sieger mit breiter Brust auf den Showdown am Ostersonntag gegen Austria Wien  vorbereiten. Aber das ist noch ein weiter Weg.

„Wolfsberg hat gezeigt, dass es sich in einem sehr guten Zustand befindet. Wir brauchen eine Top-Leistung, um zu gewinnen. Dafür sind wir aber auch bereit“, spricht Trainer Roger Schmidt den guten Frühjahrsstart des WAC mit zwei Siegen in zwei Spielen bei Sturm (3:1) und gegen Rapid (2:1) an.

Dafür braucht es definitiv eine bessere Leistung als beim 3:1-Sieg gegen Wiener Neustadt, als sich die Salzburger nach Rückstand und einem Stangenschuss der Gäste „zum Sieg quälten“ (Schmidt).

„Aliano“ von Beginn an?

Für Schwung sorgte am Samstag die Einwechslung Alans nach nur 34 Minuten. Der wiedergenesene Stürmer dankte es nach der Pause mit seinem ersten Pflichtspiel-Tor nach 562 Tagen (Hier zur Story).

„Das ist eine Option“, beantwortet Schmidt die Frage, ob der Brasilianer womöglich mit Salzburgs Top-Torschützen Jonathan Soriano von Beginn an auflaufen könnte. Doch der Coach steigt auf die Bremse: „Es hat sich nichts geändert, es wird von Fall zu Fall zu entscheiden sein. Solche Spieler sind auch von der Bank sehr wertvoll, wie Samstag gezeigt hat. Alan ist noch nicht bei 100 Prozent.“

Das ist auch Martin Hinteregger betreffend seiner Form noch nicht. Der 20-Jährige kehrt zum Spiel beim WAC in seine Kärntner Heimat zurück, Sirnitz liegt eine Autostunde von Wolfsberg entfernt.

Entfernt hat sich der defensive Mittelfeldspieler über die Winterpause von einem Stammplatz.

„Wenn die Konkurrenzsituation nicht so schwierig wäre, dann wäre es nicht Red Bull Salzburg. Man hat gemerkt, dass man eine Top-Vorbereitung absolvieren muss, um hier zu spielen. Das habe ich nicht gemacht, deswegen habe ich mich auf der Bank wiedergefunden“, so die trockene Analyse.

Hinteregger vor Vertragsverlängerung

In den ersten beiden Partien des Frühjahrs übernahm Franz Schiemer die Rolle des Staubsaugers, Christopher Dibon manövrierte sich dank einer solchen Top-Vorbereitung in die Innenverteidigung.

Nichtsdestoweniger wird aktuell an einer Vertragsverlängerung bei Hinteregger gebastelt, die Gespräche laufen. „Es ist möglich, dass es in ein, zwei Wochen dazu etwas Neues gibt.“

Seiner aktuelle Lage misst der 85-fache Bundesliga-Spieler, der beim 3:3 gegen Rapid seinen ersten Treffer im Oberhaus landete, diesbezüglich keine Bedeutung zu: „Das spielt keine Rolle, weil ich weiß, was ich kann, auf längere Sicht werde ich Stammspieler sein. Davon bin ich überzeugt.“  

Auch hinsichtlich eines Sieges im anstehenden Auswärtsspiel in seiner Heimat („Eine besondere Partie für mich, ich werde viele Zuschauer kennen“) ist Hinteregger überzeugt: „Es wird schwierig, aber wir werden es in meiner Heimat reißen.“

„Können Kampfspiele für uns entscheiden“

Dafür braucht es nicht nur spielerische Klasse, über die Salzburg zweifellos verfügt, sondern auch volle Einsatzbereitschaft gegen einen unangenehmen Gegner. Aber auch dahingehend macht sich Trainer Schmidt keine Sorgen.

„Ich bin überzeugt, dass wir den Kampf aufnehmen können. Wir können absolute Kampfspiele unter schwierigen Bedingungen auf schwierigen Plätzen für uns entscheiden“, so der Deutsche.

Dass der Boden in der Lavanttalarena nicht im besten Zustand ist, hat das Rapid-Gastspiel am Sonntag gezeigt. Für Schmidt aber kein Grund für Ausreden.

„Das ist zu dieser Jahreszeit eben so. Da darf man sich gar nicht damit beschäftigen und rumheulen. Es wird eben mehr Ballverluste geben, darauf müssen sich die Spieler einstellen. Jeder spielt gerne auf einem schönen Teppich bei bestem Wetter. Aber man soll sich als Spieler damit beschäftigen, was man beeinflussen kann.“

Beeinflussen kann Salzburg die nächsten zehn Tage. Um das Titelrennen nicht vorzeitig zu verlieren, braucht es vier Siege. Ohne Wenn und Aber.

 

Bernhard Kastler

 

WAC - Red Bull Salzburg (21. Runde, Nachtrag)
Lavanttal-Arena, Mittwoch, 18.30 Uhr/live Sky Austria, SR Harkam
Bisherige Saisonergebnisse: 0:2 (h), 1:4 (a)

WAC: Dobnik - Thonhofer, Hüttenbrenner, Sollbauer, Baldauf – Polverino – Kerhe, Putsche, Liendl, Jacobo – Topcagic

Ersatz: Knaller - Suppan, M. Kröpfl, Stückler, Zakany, Rivera

Es fehlen: Jovanovic, De Paula (beide gesperrt), Falk, Solano (beide verletzt)

Salzburg: Walke - Klein, Dibon, Vorsah, Ulmer - Schiemer - Teigl, Hierländer, Leitgeb/Kampl/Nielsen, Mane - Soriano

Ersatz: Gustafsson - Schwegler, Rodnei/Sekagya, Ilsanker, Hinteregger, Kampl/Svento, Nielsen, Alan

Fraglich: Leitgeb, Kampl (beide zuletzt erkrankt), Rodnei (Adduktoren)

Es fehlen: Lazaro (verletzt), Berisha (erkrankt)

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