Ein Ende mit Schrecken naht

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Salzburg droht die titellose Saison

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Salzburg verlor in diesem Kalendarjahr bis zum 7. Mai kein einziges Spiel.

Und das eine, dass sie auf keinen Fall verlieren durften, haben sie verloren. Die 1:2-Heimblamage gegen Pasching tut den Salzburgern so richtig weh.

Die zuvor seit 16 Spielen ungeschlagenen Mozartstädter hatten einen Lauf, feierten  in der Liga fünf Siege in Folge und vor eigenem Publikum schien der abermalige Aufstieg ins Cup-Finale nur Formsache - vor allem gegen einen Regionalligisten.

"Es ist eine Katastrophe"

So kam es gegen den Underdog, der pikanterweise ebenfalls mit Red-Bull-Geld ausgestattet wird, anders. Ganz anders.

"Jeder einzelne schämt sich bei uns, auch zurecht. Denn das ist peinlich, zu Hause gegen Pasching zu verlieren", war es einmal mehr Kevin Kampl, der gegenüber LAOLA1 die Tatsachen schonungslos ansprach.

"Wir spielen nicht gut und der liebe Gott meint es dennoch gut mit uns, wir gehen 1:0 in Führung. Dann darfst du einfach nicht gegen einen Drittligisten zu Hause noch zwei Tore kassieren. Wir sind alle bitter enttäuscht, es ist eine Katastrophe."

Vertane Chance

Vor allem in einer Hinsicht: Denn ein Titelgewinn ist damit schlagartig in weite Ferne gerückt. Im Cup durften die Salzburger noch am ehesten hoffen, das wussten alle Beteiligten.

Und auch wenn sich die Mannschaft diese Saison (einmal mehr) im Umbruch befand, ein Titel ist/war für alle Beteiligten ein Muss.

Schließlich wird man daran gemessen. Spieler, Trainer, aber auch Sportdirektor Ralf Rangnick, der sich am Dienstag direkt nach dem Spiel zur Blamage noch nicht äußern wollte.

 

Nach dem Desaster in der Champions-League-Quali gegen den luxemburgischen Verein aus Düdelingen folgte nun ein weiteres im Cup, was ein Ende mit Schrecken immer näher kommen lässt. 

Strohhalm namens Meisterschaft

Einzig bleibt die Meisterschaft noch - und da müssen die Salzburger darauf hoffen, dass die Austria noch sechs Punkte Vorsprung verspielt. Bei einer Niederlage der "Veilchen" hätten es die Mozartstädter in der eigenen Hand, wartet am Ende doch das direkte Duell in Salzburg.

Dass sich die titelhungrige Austria aber gegen Wacker (a), Neustadt (h) und Mattersburg (h) noch die Butter vom Brot nehmen lassen wird, scheint unrealistisch.

Nichtsdestoweniger glauben Salzburgs Spieler daran. 

"Wir müssen noch versuchen, alle vier Spiele zu gewinnen. Es ist noch nicht alles zu 100 Prozent entschieden. Und ich bin einer, der immer bis zum Ende an etwas glaubt. Es kann noch immer alles passieren", ist Kampl optmistisch.

Wundenlecken angesagt

Bis zum nächsten Spiel auswärts gegen Wiener Neustadt am Sonntag müssen nun aber erst einmal die Wunden geleckt werden. Trainer Schmidt hatte schon nach der Blamage die Mannschaft mit einer Standpauke verschont, das wird so bleiben.

"Eines ist klar, wir haben nicht irgendein Spiel verloren. Aber ich weiß auch, dass meine Mannschaft Charakter hat. Sie hat sich sehr viel erarbeitet in den letzten Monaten und die Spieler sind selbst sehr enttäuscht und verärgert", so der Deutsche, der Stammspieler gegen Pasching schonte, dafür aber unerwartet eine Rechnung bekam.

Denn die Backups ließen den 46-Jährigen an diesem Tag völlig im Stich. Wäre die zuletzt gut aufspielende Stammelf doch die bessere Wahl gewesen? "Das wäre zu einfach. Mit so einer Mannschaft muss man ein Spiel gegen Pasching beherrschen." Taten sie nicht, (Titel-)Chance vertan.

"Alles versaut"

"International haben wir uns alles versaut, nun das. Wir wünschen uns natürlich noch eine Chance in der Meisterschaft", weiß auch Stefan Ilsanker.

Dafür muss in Wiener Neustadt am Sonntag ein anders Gesicht her, das ist jedem klar.

"Es muss auch jeder in sich gehen und sich fragen, ob jeder wirklich alles abgerufen hat. Da kann sich keiner rausreden, wir sind aber auch Mannschaft genug, um uns dem zu stellen. Wir waren einfach nicht gut genug", so Kampl.

Wieder aufrichten

Der Blick richtet sich nach vorne: "Wir haben eine gute Rückrunde gespielt, leider hat dieses eine Spiel wieder einiges auf die negative Seite gezogen. Jeder ist geknickt, aber man sollte die Köpfe nicht zu sehr hängen lassen."

Denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Und die letzte (kleine) Hoffnung auf einen Salzburger Titel heißt nun nur noch Meisterschaft.

Kampl: "Wir wollen jeden Fehler, den die Austria vielleicht macht, noch bestrafen. Vielleicht haben wir ja am Ende doch noch ein Endspiel."

 

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