Savic, der Straßenkicker

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Der Straßenkicker

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Das Training ist beendet. Die Salzburg-Profis machen sich auf den Weg in die Kabine.

Doch ein Spieler bleibt am Feld: Stefan Savic. Gemeinsam mit Ricardo Moniz schiebt der 18-Jährige Sonderschichten.

Das ist kein Einzelfall, das geschieht regelmäßig. „Ich will immer länger am Platz bleiben“, erzählt der Youngster.

Ein Straßenkicker

Der Offensivspieler genießt es, den Sport auf Rasen auszuüben. Denn in seiner Kindheit musste er dem Leder oft auf Beton nachjagen.

„Ich habe als Kind viel auf der Straße gespielt. Nach der Schule bin ich gleich zum Kicken raus. Wir haben immer mit dem Ball gespielt. So habe ich mir meine gute Technik erworben. Auf der Straße lernt man das Fußballspielen am besten“, erzählt der Teenager.

"…dann muss man weglaufen"

Der Kick auf der Straße war nicht selten mit Problemen verbunden: „Es wird oft nicht zugelassen, dass man auf der Straße spielt. Oft ruft jemand die Polizei, dann muss man weglaufen.“

„Ich finde es schade, dass es kaum öffentliche Fußballplätze gibt. Die Schulen haben Plätze, dort darf man in der Freizeit aber nicht spielen, da wird sofort Anzeige erstattet. Wir waren oft gezwungen, auf Parkplätzen zu spielen“, ärgert er sich.

Die Entwicklung einer Akademie

Doch neben seiner Ausbildung auf der Straße genoss der Handelsschulen-Absolvent auch jene bei den Salzburgern: „Ich bin schon seit der U12 da. Die Ausbildung ist im Laufe der Jahre immer besser geworden. Wenn ich sehe, was die Kinder mit sechs Jahren mittlerweile schon machen, ist richtig gut.“

Er zieht einen Vergleich mit seinem Bruder: „Der spielt in der U9. Die trainieren schon Übersteiger und Eins-gegen-Eins-Situationen. In diesem Alter war das bei mir nicht der Fall. Ich habe so etwas damals nie verwendet.“

Liga-Debüt im August

Heute tut er es aber. Und zwar als Profi. Im August feierte der Mittelfeldspieler beim 1:1 gegen den SK Sturm sein Bundesliga-Debüt.

„Ich habe gehofft, dass ich einmal zum Einsatz komme. Dass ich schon so früh in der Saison spiele, habe ich aber nicht gedacht“, war Savic überrascht vom Vertrauen des Trainers.

Anschließend wurde in so mancher Zeitung bereits vom „Supertalent“ geschrieben. Doch der Kicker selbst hält den Ball flach: „Am Anfang sagen alle gleich Supertalent. Ich muss aber erst mehrmals beweisen, dass ich ein Supertalent bin.“

Vom Flügel in die Zentrale

Zuletzt probierte Moniz den U18-Internationalen auf dem Flügel aus. „Ich fühle auf der Zehner-Position am wohlsten. Aber als Linksaußen geht es auch gut. Da kann ich gut in die Mitte ziehen“, sagt er.

Savic weiter: „Als junger Spieler ist eine Position auf der Seite einfacher. Wenn man dort den Ball verliert, ist die Gefahr geringer, sofort in einen Konter zu laufen. Wesley Sneijder hat auch auf der linken Seite begonnen und ist erst mit dem Alter in die Mitte gerückt.“

Vollgas und harte Arbeit

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Und eine Menge Arbeit. Das weiß der Youngster genau: „Ich muss noch an meiner Kraft und an meinem Oberkörper arbeiten.“

An seine Chance glaubt er jedenfalls: „Man kann sich hier schon durchsetzen, wenn man immer Vollgas gibt.“

Und am Einsatz mangelt es dem schmächtigen Kicker mit Sicherheit nicht. Das beweist er nicht nur im Training, sondern auch danach. Wenn der Rest schon in die Kabine marschiert.


Harald Prantl

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