"Sabitzer bleibt bei Red Bull"

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"Sabitzer bleibt bei Red Bull"

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Am Pfingstmontag war bei Red Bull Salzburg natürlich trainingsfrei.

Nach dem am Sonntag errungenen sechsten Meister-Titel in der Ära seit 2005 wurde gefeiert.

Die einen taten dies ruhiger. Etwa Kapitän Jonatan Soriano, der mit seinen drei Töchtern am Boden sitzend im VIP-Zelt feierte. Die Jugend dann in der Stadt etwas frenetischer.

Dienstag und Mittwoch stehen Laktattests an, um zum einen Vergleichswert zum Beginn der Saison zu erzielen und zum anderen das Heim-Programm für die Sommerpause zu erstellen.

Danach dauert die Saison noch eine Woche, bis dorthin und für danach gibt es noch offene Fragen.

  • Was steht noch an?

Natürlich in erster Linie das Cup-Finale am 3. Juni in Klagenfurt, wo der Meister auf Austria Wien trifft und erstmals in der Red-Bull-Ära das Double verteidigen kann. Der WAC wird den „Bullen“ die Daumen drücken, denn dann würde auch der Fünftplatzierte in der Bundesliga Europa-League-Quali spielen. „Ich denke, dass Salzburg das in dieser Form schaffen kann“, sagt WAC-Trainer Didi Kühbauer nach dem 0:3 am Sonntag. Der Meister hat neun Liga-Spiele in Folge nicht verloren und trifft zum Abschluss der Meisterschaft – wie es der Zufall so will – auf die Austria. Ein gutes Spiel darf aus taktischen Gründen nicht erwartet werden. Ebenso wenig eine „Revanche“ für 2013, als der damalige Meister Austria mit dem Teller in der Red-Bull-Arena provokant jubelte. So erklärt sich auch das in Deutschland angespannte Verhältnis zwischen Peter Stöger und Roger Schmidt...

  • Was macht Marcel Sabitzer?

Das hat sich bei Red Bull mittlerweile zur Causa prima entwickelt. Vor allem seit der 21-Jährige als frischgebackener Meister im TV-Interview bei „Sky“ meinte: „Ich werde dort hingehen, wo ich mich am besten weiterentwickeln kann. In meinem Kopf ist da Leipzig nicht drinnen.“ Doch der Stürmer, der im Frühjahr explodierte und bei 19 Liga-Toren und 16 Assists hält, ist von Leipzig ausgeliehen, hat dort Vertrag bis 2018. Noch-Für-Beide-Klubs-Sportchef Ralf Rangnick meinte am Samstag: „Vertraglich stehen Marcel Sabitzer und Massimo Bruno ab 1. Juli bei Leipzig unter Vertrag. So lange da nicht irgendjemand versucht etwas daran zu ändern, wird das auch so bleiben.“ Sabitzer wird sich erst mit seinen Leuten zusammensetzen und dann mit jenen von Red Bull. Christoph Freund, Bald-Sportchef von Salzburg, wünscht sich im Gespräch mit LAOLA1 einen Verbleib: „Natürlich ist auch die Frage, was der Spieler will, aber er hat Vertrag in Leipzig. Wir werden mit ihm sprechen und eine vernünftige Lösung finden. Es ist unser Wunsch, dass Sabi hier bleibt.“ Weg von Red Bull zu gehen, das scheint keine Möglichkeit: „Er ist ein ganz wichtiger Spieler und er wird bei Red Bull bleiben.“ Am Dienstag untermauerte Rangnick im "kicker": "Unser Standpunkt ist völlig klar. Marcel Sabitzer hat einen Vertrag bei RB Leipzig und wird nächste Saison in Leipzig spielen." Die folgenden Tage dürften im Hause Sabitzer interessant werden...

  • Wer geht?

Bekanntlich ist Andre Ramalho nach dem Saisonfinish weg und wechselt zu Roger Schmidt und Bayer Leverkusen. Die Gerüchteküche brodelt, auch weil Martin Hinteregger zuletzt in einem LAOLA1-Interview wissen ließ: „Ein paar sind, glaube ich, weg.“ Stefan Ilsanker hat seinen Wunsch bereits deponiert. Neben dem unglücklichen Peter Ankersen könnte Peter Gulacsi der nächste sein, zumal Leipzig auf allen Positionen – nur im Angriff besteht kein dringender Bedarf (Sabitzer) – suchen soll. Also auch im Tor. Salzburg hat mit Cican Stankovic eine potenzielle Nummer 1 verpflichtet und Alexander Walkes (31) auslaufender Vertrag soll dem Vernehmen nach verlängert werden. Möglicherweise ein Indiz für die Zukunft von Gulacsi. Freund: „Das Ziel ist, dass so viele wie möglich noch da sind, weil wir auch für die nächste Saison große Ziele haben. Man hat gesehen, dass die Mannschaft sehr gut funktioniert und wir zum Schluss noch einmal richtig guten Fußball gespielt haben.“ Torschützenkönig in spe Jonatan Soriano kann bei einem neuerlich großen Aderlass sowie einem vielleicht verlockenden Angebot auch keinen Treueschwur abgeben: „Alles kann passieren. Das gilt für alle.“ Wer sicher nicht geht, ist Konrad Laimer, den man hier weiterentwickeln will: „Er wird fix bleiben.“ Meister-Trainer Adi Hütter: „Salzburg wird immer eine gute Mannschaft auf das Feld bekommen.“

  • Wer kommt?

 „Wir werden sicher einen Innenverteidiger dazuholen“, verspricht Freund. Nachdem in den vergangenen Transferperioden diese Baustelle nie adressiert wurde und im Winter mit Rodnei und Franz Schiemer zwei gingen sowie nun auch Ramalho und Isaac Vorsah den Verein verlassen, kommt die sportliche Salzburger Führung auch nicht umhin, das zu ändern. Niklas Hoheneder, der Leipzig verlässt und bei Herzensverein LASK gefragt ist, dürfte in Deutschland bleiben. Mit 28 Jahren passt der Linzer auch seit zirka acht Jahren nicht mehr ins Salzburger Beute-Schema. Ansonsten richten sich die „Bullen“ danach, wer geht: Sabitzer, Gulacsi, Ilsanker, noch mehr? „Wir werden uns gezielt, punktuell verstärken“, so Freund, der abseits der Innenverteidiger-Suche eben deswegen keine Positions-Prioritäten nennen kann. Im Umfeld gibt es freilich Kandidaten: „Smail Prevljak hat sich bei Liefering sehr gut entwickelt und ist absolut ein Thema, dass wir den fix zu uns dazuholen, weil wir auch glauben, dass er das Potenzial hat, bei uns den nächsten Schritt zu machen.“ Neben dem Stürmer ist eine Rückkehr von Stefan Lainer (als Ankersen-Ersatz?) weiter ein Thema, Denis Thomalla (via Leipzig) eher nicht. Mit Havard Nielsen (Leihe mit Braunschweig endet) wird im Juni die Zukunft besprochen, Yordy Reynas (zurück aus Leipzig) Zukunft ist ebenso wie die von Taxiarchis Fountas (zurück von Panionios) offen. Ansonsten werden die mittlerweile üblichen talentierten jungen No-Names den Weg nach Salzburg finden...

  • Wie sieht es in der CL-Quali aus?

Möglicherweise wird der eine oder andere Spieler bis Ende August zuwarten, um eine Entscheidung über seine Zukunft zu fällen. Schließlich finden die vier wichtigsten Spiele im Herbst, die CL-Quali-Partien, bis dorthin statt. Klar ist: Salzburg spricht im Vorfeld nicht mehr allzu viel darüber. „Wir sollten nicht zu sehr über die Champions League reden. Da haben wir in Malmö gesehen, was rausgekommen ist. Wir sollten darüber reden, wenn es so weit ist“, sagt etwa Routinier Christoph Leitgeb. Freund schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir wollen keinen Druck mehr aufbauen, sondern uns mit einer guten Mannschaft einfach richtig gut vorbereiten und dann wird irgendwann passieren, was wir alle wollen.“ Ansonsten läuft es so wie vergangene Saison ab. In der dritten Quali- Runde sowie beim Erreichen des Playoffs ist man gesetzt. Mögliche Gegner sind wieder Qarabag und Malmö...

  

Bernhard Kastler

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