"Torjäger" Leitgeb "erfindet" sich neu

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Christoph Leitgeb ist für Red-Bull-Verhältnisse ein wahres Urgestein.

Seit über fünf Jahren kickt der gebürtige Steirer nun schon in Salzburg.

Erlebt hat er in dieser Zeit einiges.

Vier Trainer, vier Sportdirektoren, zahlreiche Spieler – Leitgeb sah viele Leute kommen und gehen.

Richtige Entscheidung

„Es ist sehr schwierig, wenn jedes Jahr ein neuer Trainer kommt. Mit dem neuen Trainer kommen ja dann auch meistens neue Spieler - da kann am Anfang gar nicht alles funktionieren. Das haben die letzten Jahre gezeigt. Es wäre nicht schlecht gewesen, hätte man einmal einen Trainer über einen längeren Zeitraum arbeiten lassen“, sagte der 27-Jährige im Juli im LAOLA1-Interview.

Mittlerweile sieht es allerdings so aus, als wäre die Bestellung von Ralf Rangnick zum Sportchef und Roger Schmidt zum Trainer die genau richtige Entscheidung gewesen.

Die „Bullen“ steigerten sich in den letzten Wochen in einen wahren Spielrausch, starteten eine Siegesserie, die nur durch Rapid kurz unterbrochen wurde, und ernteten von vielen Seiten Lob.

Erster Doppelpack

„Es macht derzeit einfach richtig Spaß“, bestätigt auch Leitgeb, der vom neuen Spielsystem und den neuen Mitspielern enorm profitiert.

Bei der 5:0-Gala gegen die Admira gelang ihm im 258. Pflichtspiel sogar sein erster Doppelpack.

„Ich bin froh, dass am Torkonto die drei und keine Null steht“, grinst der wortkarge Blondschopf.

Damit ist Leitgeb drauf und dran, schon früh in der Saison seine Bestmarke von fünf Saisontreffern einzustellen oder sogar zu übertreffen.

„Er ist auf den Geschmack gekommen. Ich freue mich für ihn, aber nicht nur wegen der Tore, sondern auch wegen seiner Leistungen“, erklärt Schmidt.

Fit und ohne Schwankungen

Regelmäßig gespielt und gute Leistungen gezeigt hat Leitgeb auch schon unter den früheren Salzburg-Trainern.

Allerdings selten über einen längeren Zeitraum. Mal weil er verletzt war, mal weil ihm das System nicht entgegenkam, mal weil er selbst oft mit Formschwankungen zu kämpfen hatte.

Jetzt ist Leitgeb aber zu 100 Prozent fit und gut aufgefüllt mit Selbstvertrauen.

Veränderung oder Verbleib?

Das Einzige, das die derzeit gute Stimmung etwas trübt, ist die offene Zukunft des ÖFB-Teamspielers.

Im Juli sprach er noch ganz offen davon, dass er sich ab Sommer 2013, wenn sein Vertrag ausläuft, durchaus eine Veränderung vorstellen könnte.

„Ein Tapetenwechsel wäre nicht schlecht. Wenn du immer gegen die gleichen Mannschaften spielst und das vier Mal im Jahr, willst du irgendwann schon was anderes sehen.“

Vier Monate später äußert sich Leitgeb deutlich zurückhaltender: „Ich will die Saison gut zu Ende bringen, also auch verletzungsfrei bleiben, dann schauen wir, was passiert.“

Wenn Foda anklopft…

Spannend könnte es vor allem dann werden, wenn der 1. FC Kaiserslautern in die deutsche Bundesliga aufsteigt.

Denn „Ziehvater“ Franco Foda hatte angeblich schon im Sommer großes Interesse, seinen einstigen Musterschüler zu sich zu holen - in knapp acht Monaten könnte er einen neuen Anlauf starten.

Bis dahin wird Leitgeb die Zeit in der neuen Salzburger Mannschaft weiter genießen. Und im „schlimmsten“ Fall eben ein Red-Bull-Urgestein bleiben.

Kurt Vierthaler

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