"Habe nie gesagt, dass ich den Verein verlassen will"

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Der Weg von Hamdi Salihi bei Rapid ist gepflastert von Erfolg, aber genauso von Unzufriedenheit und Missverständnissen.

Kurz vor Ende der Transferzeit ist das letzte Wort über die Zukunft des albanischen Stürmers noch nicht gesprochen.

Glaubt man dem Trainer, ist ein Abgang auch weiterhin im Bereich des Möglichen. Glaubt man dem Spieler, hegt dieser so überhaupt keine Abschiedsgedanken.

„Ich habe nie gesagt, dass ich den Verein verlassen will oder zu einem anderen Verein gehe“, stellt Salihi im Gespräch mit LAOLA1 unmissverständlich klar.

Salihi will mit Rapid Meister werden

Die Gerüchte rund um seine Person hat der Strafraumstürmer meist auch nur aus den Medien erfahren.

Somit versucht er mit allen Mitteln, reinen Tisch zu machen und das Tischtuch mit seinem grün-weißen Arbeitgeber nicht zu zerschneiden.

„Ich muss jetzt einfach klipp und klar sagen: Ich bin Spieler von Rapid und trainiere jeden Tag mit der Mannschaft. Ich will mit Rapid die Meisterschaft gewinnen.“

Klare Worte von jenem Mann, der im Herbst nur selten über eine Jokerrolle hinauskam. Zwar weist Salihi zwölf Einsätze auf, acht Mal wurde er jedoch ein-, drei Mal ausgewechselt.

„Das Thema Salihi ist ein sehr heikles und delikates“

Für Trainer Peter Schöttel ist die Unzufriedenheit des ehemaligen Torgaranten nachvollziehbar, trotzdem prophezeit er seinem Schützling - sollte er dem Verein die Treue halten - kein leichtes Frühjahr.

Aufgrund möglicher Transfergespräche wird Salihi auch nicht ins Trainingslager nach Portugal mitfliegen und sich in der Zwischenzeit bei den Amateuren fit halten.

„Das Thema Salihi ist ein sehr heikles und delikates. Da ich ehrlich zu meinen Spielern bin, habe ich ihm gesagt, dass es von Start weg im Frühjahr nicht anders als im Herbst aussehen wird“, bestätigt der Chefbetreuer auf Nachfrage.

Zu gut sei man in den vergangenen Wochen und Monaten mit dem 4-2-3-1-System, das sich immer mehr etabliert hat, gefahren. Zum Leidwesen eines reinen Torjägers wie Salihi.

Nach reiflichen Überlegungen im Trainerstab ist man zu der Ansicht gekommen, dass die Variante mit Steffen Hofmann als „Freigeist“ im offensiven Mittelfeld und Guido Burgstaller als Solospitze am besten funktioniert.

Auszeit bedeutet keineswegs ein „Ultimatum“

Zudem konnte Salihi seine Chancen bisher nicht nützen.

„In der Phase, wo er gespielt hat, haben wir kaum Tore erzielt und Spiele gewonnen. Er hat die Möglichkeiten gehabt, seine Qualität zu zeigen, war aber auch einer, der die größten Chancen ausgelassen hat“, analysiert Schöttel.

Aufgrund der aufkeimenden Transfergerüchte gönnte er seinem Angreifer im Test gegen den FAC eine Pause, um den Kopf frei zu bekommen. Zudem war er aufgrund seiner vergebenen Chancen eine Woche zuvor gegen den Wiener Sportklub zum Unmut Schöttels verhöhnt und ausgelacht worden.

„Ich habe ihn zu mir ins Büro geholt und ihm gesagt, dass ich ihn draußen lasse. Einerseits, um mir Grozurek in der Spitze anzuschauen, andererseits merke ich und er weiß es auch, dass zur Zeit viel auf ihn einprasselt.“

Angebote von „rund um den Globus“

Interessenten für den ehemaligen Rieder soll es laut Schöttel „rund um den Globus“ geben. Immer wieder trudeln Anfragen von Vereinen ein, die ihn gerne haben würden oder die ihn zu einem Probetraining einladen wollen.

„Es ist weltweites Interesse vorhanden, das ist schwierig für ihn“, zeigt der Coach Verständnis, allerdings spreche man erst von einem konkreten Angebot, wenn etwas Schriftliches vorliegt. Das war bisher nicht der Fall.

Glasgow Rangers, Celtic und Genclerbirligi sind nur drei der Klubs, die laut Medienberichten Interesse am Rapid-Stürmer gezeigt haben sollen.

Salihi selbst setzt sich laut eigenen Angaben damit aber nicht auseinander.

Salihi: „Ich bleibe hier“

„Ich habe keine andere Mannschaft in meinen Gedanken. Ich habe hier einen Vertrag und bleibe“, bekennt sich der 28-Jährige zu seinem jetzigen Arbeitgeber.

Schöttel wartet die letzten Tage der Transferzeit noch ab. „Da kann natürlich was passieren. Wenn es für alle Seiten passt, kann es sein, dass er noch geht.“

Von den Anlagen her - sofern er seine Stärken ausspielen kann - wäre Salihi Rapids torgefährlichster Stürmer. „Dass er der effektivste Stürmer ist, steht für mich außer Frage“, drückt der Trainer seine Wertschätzung für den Albaner aus.

Sollte dieser tatsächlich im Frühjahr mit Rapid den Meistertitel in Angriff nehmen, lässt sich Schöttel gerne von seinen Leistungen überraschen. Wenn nicht, könne man zumindest auf eine „große Waffe“ zurückgreifen, sollte Salihi „nur“ von der Bank kommen.


Alexander Karper

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