Sabitzer: Wie der Vater, so der Sohn

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Die Erleichterung war in der Südstadt fast greifbar.

Nach dem 3:1-Sieg gegen Kapfenberg, dem zweiten in Folge, darf die Admira das Unternehmen Klassenerhalt wohl endgültig abhaken.

Selbst die größten Pessimisten werden angesichts des 20 Punkte-Vorsprungs auf das steirische Schlusslicht nicht mehr an den Abstieg denken.

Im Gegenteil: Mit nur vier Zählern Rückstand auf Tabellenführer Rapid darf der Aufsteiger sogar wieder vom Europacup träumen.

„Wir sind immer noch Aufsteiger“

Wenngleich Trainer Didi Kühbauer dezent auf die Euphoriebremse drückt.

„Wir haben uns jetzt etwas Luft verschafft und sind zufrieden mit dem aktuellen Tabellenplatz. Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch Aufsteiger sind.“

Natürlich müsse man sich Ziele setzen, erklärt der 40-Jährige, „aber das kann eigentlich nicht ein Europacup-Platz sein. Jetzt sind wir zwar dran und werden alles daran setzen, weiter dran zu bleiben, doch wenn es nichts damit wird, war es auch kein Katastrophenjahr.

Sabitzer sorgt für Umschwung

Dass der wichtige Erfolg gegen Kapfenberg überhaupt zu Stande kam, ist auch einem 17-jährigen Jungspund zu verdanken.

Still und heimlich hat sich Marcel Sabitzer in die Admira-Stammelf gespielt und sich kurz vor seinem 18. Geburtstag (17. März) mit dem ersten Bundesliga-Tor selbst das schönste Geschenk gemacht.

„Ich freue mich natürlich sehr über das Tor – so kurz vor meinem 18. Geburtstag ist das natürlich super. Aber der mannschaftliche Erfolg zählt mehr“, bleibt das ÖFB-Talent bescheiden.

Chance durch Ausfälle

Der Sohn von Ex-Teamstürmer Herfried Sabitzer fühle sich auch noch nicht als Stammspieler, obwohl er in den letzten drei Spielen jeweils von Beginn an dabei war.

„Wir haben momentan viele Ausfälle und dadurch habe ich meine Chance bekomme. Ich denke, das klappt ganz passabel.“

Das findet auch sein Trainer. „Sabi ist noch jung und muss natürlich noch viel lernen. Aber er hat uns gegen Kapfenberg mit seinem wichtigen Ausgleichstreffer sehr geholfen.“

„Er ist ein riesiges Talent“

Kühbauer weiß aus eigener Erfahrung, dass gewisse Dinge mit 17 noch nicht so funktionieren können.

„Du kommst rein und bist einfach nicht ausgereift. Sabi hat nach vorne ab und zu noch falsche Laufwege, aber das muss man in Kauf nehmen. Er ist ein riesiges Talent und deswegen spielt er bei mir – und nicht, weil ich noch mit seinem Vater zusammen gespielt habe.“

Dass Sabitzer Junior trotz seiner Unerfahrenheit auch Verantwortung nicht scheut, zeigt die Tatsache, dass er alle ruhenden Bälle tritt.

„Das hat aber nichts mit dem Alter zu tun“, wiegelt Kühbauer ab. „Wenn du den Fuß hast, kannst du Standards schießen. Und Sabi hat einen sehr guten rechten Fuß, der wurde ihm einfach mitgegeben.“

Neue Position kein Problem

Mitgegeben wurde ihm von Vater Herfried auch das Torjäger-Gen. In sämtlichen Nachwuchsteams hatte er fast immer so viele Tore wie Einsätze zu Buche stehen.

Derzeit kommt er jedoch auf der für ihn ungewohnten Links-Außen-Position zum Einsatz.

„Der Angriff ist natürlich meine Hauptposition, aber offensiv kann ich eigentlich fast alles spielen. Die Vielseitigkeit kommt mir sicher zu Gute“, so Sabitzer.

Auch Doppeltorschütze Stefan Schwab hat für seinen jungen Teamkollegen nur Lob übrig: „Man sieht, dass er unheimliches Potenzial hat. Von den Anlagen gehört er sicher zu den besten jungen Österreichern. Dem Burschen muss man jetzt einfach Zeit geben.“

Kurt Vierthaler

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