Royer: "Es ist schnell über die Bühne gegangen"

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Arm in Arm mit David Alaba schlendert Daniel Royer am Mittwochvormittag zum Trainingsplatz in Bad Tatzmannsdorf.

Im ÖFB-Camp sind die beiden Youngsters noch Kollegen, nach den beiden EM-Qualifikations-Spielen gegen Deutschland und die Türkei werden sie sich in der deutschen Bundesliga als Kontrahenten gegenüber stehen.

Denn der bisherige Ried-Kicker sorgte am letzten Tag der Wechselperiode für einen wahren Transferkracher und heuerte bei Hannover 96 an.

Ein Last-Minute-Deal, wie er im Buche steht. „Es ist eigentlich ganz schnell über die Bühne gegangen. Ich habe erst gestern davon erfahren und habe nicht lange überlegen müssen. Ich bin natürlich glücklich, dass es hingehauen hat“, freut sich Royer im Gespräch mit LAOLA1.

Tipps von Pogatetz

Das Talent aus der Wintersport-Metropole Schladming nutzt dabei zum Leidwesen der Rieder eine Ausstiegsklausel, die in seinem erst kürzlich bis 2014 verlängerten Vertrag verankert war.

In Hannover trifft der 21-Jährige mit Emanuel Pogatetz und Torhüter Samuel Radlinger, der vor einigen Wochen ebenfalls von Ried zu den Niedersachsen übersiedelte, auf zwei Landsleute.

Vor allem Nationalteam-Kollege Pogatetz stand Royer natürlich mit wertvollen Tipps zur Seite:

„Sicher habe ich mit ‚Pogerl‘ geredet. Er hat mir sehr viele Sachen empfohlen und mir alle Aspekte gesagt. Das hat sehr gut für mich geklungen. Ich habe mir natürlich auch die ganzen Rahmenbedingungen und die sportliche Perspektive angeschaut. Ich glaube, das ist ein sehr guter Schritt.“

"Passt perfekt ins Beuteschema von Hannover"

Der Abwehrchef zeigte sich nach dem Vormittags-Training der Nationalmannschaft angetan von seinem zukünftigen Teamkollegen.

"Als junger Spieler mit sehr viel Potenzial passt er perfekt ins Beuteschema von Hannover. Er ist sehr schnell und ich glaube, er ist ein Spieler, der sehr gut in unsere Mannschaft passt", ist Pogatetz von Royers Qualitäten überzeugt.

Die Voraussetzungen bei den Niedersachsen würden jungen Spielern wie dem Ex-Rieder entgegenkommen.

"Ich glaube, dass er sich auf Hannover freuen kann. Wir sind gut drauf und vorne mit dabei. Er kommt ein intaktes Umfeld. Einem jungen Spieler kann nichts Besseres passieren, deshalb freue ich mich schon, wenn er nächste Woche bei uns ist", so "Pogerl" weiter.

„Ich muss mich in Hannover erst einmal beweisen“

Der pfeilschnelle und technisch beschlagene Flügelflitzer sollte gut ins System von Trainer Mirko Slomka passen. Hannovers Coach legt bekanntlich großen Wert auf schnelles Umschalten, im Idealfall wird ein Angriff binnen zehn Sekunden abgeschlossen.

Mit dieser Strategie avancierten die Norddeutschen in der Vorsaison zum Überraschungsteam schlechthin in der deutschen Bundesliga und belegten Platz vier. In der Qualifikation für die Europa League eliminierte Hannover vergangene Woche den spanischen Spitzenklub FC Sevilla.

Für Royer ist dieser Transfer der bisherige Höhepunkt eines kometenhaften Aufstiegs. Vor gut einem Jahr kickte der bei Sturm Graz ausgebildete Mittelfeldspieler noch in der Regionalliga bei Pasching. In Ried erarbeitete sich der Shootingstar in der letzten Spielzeit auf Anhieb einen Stammplatz, es folgten der Cupsieg und das Debüt im Nationalteam.

„Es ist in letzter Zeit schon sehr schnell gegangen, aber ich nehme das ziemlich gelassen, bin da eigentlich bodenständig. Ich muss mich in Hannover erst einmal beweisen“, bleibt der dreifache A-Teamspieler bescheiden.

„Zum richtigen Zeitpunkt hätte ich schon bei der Austria unterschrieben“

Dass Royer überhaupt den Sprung ins Ausland wagen konnte, verdankt er im Nachhinein auch dem sturen Nein von Ried-Manager Stefan Reiter zu den Angeboten der Austria, die den 21-Jährigen in der Sommerpause unbedingt unter Vertrag nehmen wollte.

Auch das Objekt der Wiener Begierde wäre gerne in die Bundeshauptstadt gewechselt und war zwischenzeitlich verärgert, im Innviertel bleiben zu müssen.

Royer heute: „Das ist der Fußball. Zum richtigen Zeitpunkt hätte ich schon bei der Austria unterschrieben. Dann haben sie mich doch nicht gehen lassen, jetzt unterschreibe ich bei Hannover. Das ist Schicksal.“

Vorerst Konzentration aufs Nationalteam

Bevor sein Legionärs-Abenteuer startet, kann der Blondschopf schon am Freitag im Match gegen Deutschland in seiner neuen Heimat vorstellig werden. Vor dem Umzug nach Hannover gilt Royers volle Konzentration ohnehin der ÖFB-Elf, wie er betont:

„Jetzt bleibe ich einmal bis 6. September beim Nationalteam. Dann werde ich sehen, wie das ganze ablaufen wird. Ich freue mich schon auf die neue Aufgabe und muss schauen, dass ich mich so schnell wie möglich in die Mannschaft einfügen kann.“

Setzt Royer das zuletzt in seiner Karriere an den Tag gelegte atemberaubende Tempo fort, dürfte die Eingewöhnungszeit in Hannover nicht allzu lange dauern.

Peter Altmann

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