Wer darf ins "Schweitzerhaus"?

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"Alt oder jung kein Entscheidungskriterium"

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Auf der Suche nach dem richtigen Kandidaten.

Das ist dieser Tage nicht nur Rapid, wenn es um die Bestellung des neuen Sportdirektors geht, sondern auch die SV Ried.

Nach der Entlassung von Trainer Heinz Fuchsbichler, will Manager Stefan Reiter in dieser Hinsicht nicht noch einmal einen Fehler begehen. Die ersten Gespräche wurden schon geführt.

„Wir haben mit sechs, sieben Kandidaten gesprochen. Wir werden nun in die zweite Runde gehen und uns dann langsam auf den Richtigen hintasten“, so der 51-Jährige gegenüber LAOLA1.

Kandidatenkreis noch nicht geschlossen

Ob es nach der jungen Lösung mit Fuchsbichler nun wieder eine routinierte geben wird, lässt Reiter offen: „Alt oder jung ist für uns kein Entscheidungskriterium. Sowohl als auch befinden sich in unserem engeren Kreis.“ Dieser ist aber auch noch nicht vollends geschlossen.

„Es könnte sich auch noch etwas anderes ergeben, das möchte ich nicht so festlegen.“

Was auf jeden Fall festzulegen ist, ist die Zusammenarbeit mit Gerhard Schweitzer. Der Co-Trainer, der offenkundig mit Fuchsbichler nicht konnte, ist natürlich großes Thema in den Gesprächen.

„Es hat niemand angesprochen, ich selbst habe es aber immer früh eingebracht. Es sieht aber keiner ein Problem dabei“, gibt Reiter preis. Und wenn der Idealkandidat doch eines sieht?

„Es ist keine Bedingung, ich kann ja keinen zwingen, mit ihm zu arbeiten. Dann muss man eine Lösung finden. Umgekehrt wäre es aber schade, auf solche fachliche Qualität im Haus zu verzichten.“

Mehrere Kandidaten im Rennen

Wer sind nun aber die Kandidaten? Deren wurden zuletzt viele genannt.

Die Klassiker: Heinz Hochhauser und Paul Gludovatz als alte Ried-Kenner.

Die Aufgelegten: BL-Kenner Walter Kogler und Karl Daxbacher - oder Aufsteiger Martin Scherb.

Die Quereinsteiger: Wolfgang Wolf – und auch 55-Tage-Ried-Coach Georg Zellhofer.

LAOLA1 hat sich bei den Kandidaten umgehört, inwieweit sie wirklich ein Thema sind:

DIE KLASSIKER

Heinz Hochhauser und Paul Gludovatz gehören der erfolgreichen Vergangenheit der Innviertler an, gelten aufgrund dessen für viele Medien als logische Kandidaten nach dem Experiment Fuchsbichler. Für den Klub selbst scheinen sie auf der Liste der Top-Kandidaten offensichtlich nicht weit oben auf.

„Ich bin glücklicher Pensionist und ich werde das solange bleiben, bis ich vielleicht wieder etwas mache“, erzählt etwa Hochhauser. Der Ex-Ried-Coach (1999/2000, 04-06) genießt seit Sommer 2011, als er die Tätigkeit als sportlicher Leiter in Salzburg niederlegte, seine Pension.

„Ich glaube, dass ich kein Kandidat bin“, gibt sich der 65-Jährige zurückhaltend. Offenkundig ist von Rieder Seite auch nicht mit ihm gesprochen worden. Selbiges gilt für Paul Gludovatz.

„Ich bin nicht angerufen worden“, so der SVR-Trainer von 2008 bis April dieses Jahres. Der 65-Jährige steht zwar bei Hartberg unter Vertrag, ein unbefristeter Handschlag-Vertrag lässt sich aber lösen.

Zudem kann sich vor allem bei ihm das Blatt schnell wenden. Doch ob Reiter wirklich die Sicherheits-Variante mit den Kandidaten 60+ favorisiert? Wohl nur im Notfall.

 

DIE AUFGELEGTEN

„Es hat ein Gespräch gegeben“, erklärt Karl Daxbacher und hält gleich fest: „Das war noch sehr allgemein gehalten, Ried hat andere Kandidaten. Konkretes ist da noch nicht herausgekommen.“

Ausgerechnet beim Erzrivalen LASK schauen sich die Wikinger um. Kein Wunder, leistet der 59-Jährige beim Regionalligisten hervorragende Arbeit – Platz zwei hinter Pasching zur Winterpause.

Seine gute Arbeit bei der Austria ist vor allem ob der bescheidenden Performance seines Nachfolgers Ivica Vastic noch in sehr guter Erinnerung, seine Entlassung wird im Nachhinein als Fehler gesehen. Beim LASK hat Daxbacher eine Ausstiegsklausel.

Hinsichtlich der gewichtigen Rolle von Schweitzer in Ried sieht der Kandidat vorab kein Problem: „Er war auch ein Thema, aber noch nicht so klipp und klar. Ich habe grundsätzlich kein Problem, mit ihm zusammenarbeiten. Ich denke – man sollte es zwar nie sagen – dass ich mit allen kann.“

Was schon mehr ein Problem wäre – ein Abschied vom LASK: „Es würde mir sehr schwer fallen. Ich weiß, dass beim LASK die Hoffnungen auf mir ruhen. Es hängt auch, glaube ich, viel an mir, ob der eine oder andere Spieler zusagt oder bleibt. Daher wäre es sicherlich keine einfache Entscheidung.“

Freilich würde er auch sein exzellentes Standing bei den LASK-Fans („Kaiser Karl“) riskieren. Noch ist aber ohnehin alles spekulativ: „Ich denke, die Entscheidung wird erst in ein paar Wochen fallen.“

Ob Walter Kogler dahingehend eine Rolle spielt? Scheinbar nicht. „Es hat keine Gespräche mit mir gegeben.“ Und Martin Scherb, der mit seinem Herzensprojekt St. Pölten um den Bundesliga-Aufstieg kämpft, gibt sich diplomatisch: „Kein Kommentar, weder in die eine, noch in die andere Richtung.“

 

DIE QUEREINSTEIGER

Georg Zellhofer hat eine Ried-Vergangenheit. Eine kurze. Eine sehr kurze. 55 Tage war der 52-Jährige 2008 im Amt, als sich der Trainer nur eine Woche vor Saisonbeginn verabschiedete.

Dieses Kapitel ist für beide Parteien aber längst abgehakt, alles ausgeräumt. In der „OÖ-Krone“ bestätigte Zellhofer nun Kontakt nach Ried: „Ja, es stimmt. Ried hat mit mir gesprochen...“

LAOLA1 hakte beim „Sky“-Experten nach: „Ich kenne Stefan Reiter gut, wir haben uns einmal unterhalten, aber nicht über eine Trainer-Tätigkeit.“ Kommt Zellhofer also nicht in Frage?

„Das weiß ich nicht, das kann ich nicht beurteilen. In diese Richtung wird es von mir keine Auskunft geben.“ Ein Dementi sieht auf jeden Fall anders aus, in oberösterreichischen Kreisen gilt der ehemalige Coach von Pasching, Rapid, Austria und des LASK jedenfalls als Anwärter.

Klar ist, Zellhofer macht sein Experten-Dasein Spaß, deshalb kann er sagen: „Ich habe jetzt nicht unbedingt den Druck, einen Trainer-Posten anzunehmen.“ Sollte es passen, wird aber wohl kaum etwas dagegen sprechen.

Wer den Posten wie in Ried wohl sicher annehmen würde, ist Wolfgang Wolf. Den ehemaligen Wolfsburg- und Nürnberg-Trainer soll das Abenteuer „Österreich“ laut „Sportzeitung“ reizen.

Er wäre zweifellos eine Überraschung, aber ebenso nicht auszuschließen. Reiter könnte wieder einen Ungenannten präsentieren. Denn wer hatte im Sommer schon Heinz Fuchsbichler auf der Rechnung?

 

Bernhard Kastler

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