Ried: "Wir schaffen das"

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"Andere reden davon, wir sind wirklich jung"

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Nicht jeder "Wikinger" glaubte daran.

Nämlich, dass die SV Ried am letzten Spieltag doch noch eine Chance auf Platz vier und damit die Europa-League-Qualifikation habe.

"Was wirklich? Ja super!", jubelte Robert Zulj, als LAOLA1 ihn kurz nach Schlusspfiff gegen Salzburg (2:2) am Mittwoch die Tabelle am Handy präsentierte. Damit es nun wirklich klappt, müssen drei Spiele richtig ausgehen.

Allen voran muss Ried auswärts bei Rapid gewinnen. Das haben die Innviertler in der Bundesliga noch nie geschafft, einzig am Weg ins Cup-Finale 2012 via Verlängerung.

Glaube an die Liga-Premiere

Dazu dürfen Sturm zu Hause gegen Wiener Neustadt und der WAC zu Hause gegen Wacker nicht gewinnen. Summa summarum spricht eigentlich nicht gerade viel für die Oberösterreicher. Doch Stefan Reiter sieht das anders und glaubt an eine dritte Europa-League-Qualifikation en suite.

"Ich glaube, dass wir bei Rapid gewinnen und die anderen nicht. Denn die müssen gegen Abstiegskandidaten ran und da wird um jeden Punkt gekämpft. Ich habe das Gefühl, dass wir es auf Platz vier schaffen", gibt sich der Manager zuversichtlich.

Für Rapid geht es im letzten Spiel um nichts mehr, eine wahre Katastrophensaison wurde am Mittwoch mit dem Fixieren des dritten Platzes mehr als gerettet.

"Die Chance ist da und wir sehen uns in der Lage, im Hanappi-Stadion zu gewinnen. Von dem bin ich klar überzeugt. Wir haben sie im Cup schon einmal dort geschlagen, jetzt ist es an der Zeit, es auswärts auch einmal in der Liga zu schaffen", gibt Trainer Michael Angerschmid die Richtung vor.

Angerschmid vor Verlängerung

Unabhängig davon wird der 38-Jährige, der seit Ende der Herbstsaison das Ruder bei den Riedern inne hat, über den Sommer hinaus bei den Innviertlern Trainer sein. Sein Kontrakt steht vor der Verlängerung. Das Urgestein selbst hat sich ganz klar dazu bekannt, weiterarbeiten zu wollen.

Reiter geht in dieselbe Richtung: "Wir planen zusammen den Kader für die neue Saison, was ein gutes Zeichen ist. Aber wir haben gesagt, wir warten einmal das letzte Spiel ab und dann haben wir Zeit, alles zu besprechen. Wir stehen dem positiv gegenüber."

Generell steht Reiter dieser Rieder Saison positiv gegenüber. Sollte es mit der Europa-League-Quali nicht klappen, wäre das alles, aber kein Drama. "Nein, sicher nicht. Wir bleiben schon am Boden", lacht der 52-Jährige.

"Wir haben eine großartige Saison gespielt"

"Ganz egal was jetzt noch kommt, wir haben wieder eine großartige Saison gespielt. Wir haben wieder einen unserer Rekord gebrochen, haben heuer die meisten Tore in einer BL-Saison erzielt."

Mit der Spielerentwicklung ("Vor allem in der Offensive mit Walch-Zulj-Meilinger-Gartler") zeigt sich der Sportchef zufrieden: "Und das war das vorrangige Ziel."

"Wir haben gegen Salzburg vier Mal nicht verloren, waren gegen die vorderen Teams zumeist auf Augenhöhe. Wir haben speziell mit den spielstarken Teams mithalten können, das spricht einfach für die Qualität der Mannschaft. Dass wir dort und da Punkte gelassen haben, wo es nicht notwendig gewesen wäre, das ist nunmal so. Wir sind eine junge Mannschaft."

Zusatz: "Andere reden davon, wir sind wirklich eine junge Mannschaft."

Veränderungen des Kaders

Dass der Kader nicht gleich bleiben würde, ist aber auch in Ried klar. Anel Hadzic ging freiwillig zu Sturm, von den Spaniern Nacho ("Das war für beide Seiten richtig") und Ivan Carril trennte man sich ebenso wie vom Cup-Final-Helden 2011, Markus Hammerer.

Am Freitag wechselte Emanuel Schreiner, der sich nach dem Salzburg-Spiel vor dem VIP-Klub die Vorstellungen von Trainer Damir Canadi anhörte, in die Erste Liga nach Altach.

Ried selbst hat mit Julius Perstaller einen Wunschspieler ins Innviertel geholt, es wird der eine oder andere folgen. "Das Trainerteam und wir alle waren wahnsinnig viel unterwegs, haben mit vielen Gesprächen geführt. Wir wollen den Stamm halten und mit zwei, drei Veränderungen das Niveau halten, wenn nicht noch ein klein wenig etwas draufsetzen", gibt Reiter als Ziel aus.

Meilinger und Co.

Marco Meilinger wird zu Saisonbeginn zurück bei Leihpartner Salzburg sein, der die Option auf Vertragsverlängerung zog. Dann darf sich der Rieder Flankengott beweisen, obwohl diese Saison kein besseres Bewerbungsschreiben hätte sein können.

"Sicher ist das komisch, aber es sind auch viele Spieler neue da, da muss man schauen, ob man hineinpasst", so der 21-Jährige, der aber mit breiter Brust kommt: "In Salzburg muss man das, sonst brauche ich es gar nicht erst versuchen."

Und sollte es in Salzburg nicht passen, dann wartet Ried (und wohl auch andere Klubs) mit offenen Armen: "Wir werden alles daran setzen, ihn zu halten", so Reiter.

Ansonsten wird auch sonst im Innviertel alles beim Alten bleiben. "Wir werden wieder keinen Star holen und auch an den Zielen wird sich nichts ändern. Es geht um die Weiterentwicklung, dann wird für die Mannschaft in der Tabelle etwas herausspringen und für die Spieler selbst."

Und unabhängig von einer Europa-League-Qualifikation - Ried kann schon jetzt einmal mehr stolz sein.

 

Bernhard Kastler

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