Frisches Blut und offene Personalien bei der SV Ried

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Große Töne standen bei der SV Ried noch nie an der Tagesordnung. Daran wird sich auch in der neuen Saison nichts ändern.

Die Innviertler lassen seit Jahren lieber Taten sprechen und gehen unbeirrt ihren Weg – mit wenig Mitteln, aber höchst akzeptablem Output.

Aufgrunddessen kann eine Saison wie die vergangene auch einmal passieren. Trotz eines verpassten Europacup-Startplatzes ist von Unzufriedenheit keine Spur.

„Wir haben überhaupt kein Ziel verfehlt, sondern eine Weiterentwicklung erreicht“, bringt es Manager Stefan Reiter auf den Punkt.

Eine „Belastung“ fällt weg

Denn die Qualifikation für einen internationalen Bewerb bleibt für die Wikinger weiterhin das Tüpfelchen auf dem „i“.

Erst gegen Ende der vergangenen Saison wurde ein Platz unter den Top 4 erst Thema. „Da definiert man dann Ziele anders, natürlich hätten wir es gerne gemacht.“

Dass die Rieder nun ohne Doppelbelastung starten, wird eher als Vorteil gesehen. Das bewies schon im Vorjahr die Wiener Austria, die ohne Europacup nach starkem Saisonstart nicht mehr einzuholen war.

„Ein internationaler Bewerb ist für Ried eine Belastung, weil unser Kader nicht so groß ist, um das über Wochen zu kompensieren“, merkt Trainer Michael Angerschmid an.

„Große Sensation“ mit verändertem Personal?

Wäre es so gekommen, hätte man sich natürlich nicht dagegen gewehrt. Doch auch so gehen die Planungen weiter. Denn kommende Saison ist der Europacup aufgrund nur mehr vier verbliebener Startplätze noch schwieriger zu erreichen.

„Das wäre mehr als eine große Sensation“, weiß Reiter, dessen Hauptaugenmerk darauf liegt, Stabilität in die Mannschaft zu bringen.

Um das zu bewerkstelligen, hat sich bei den Oberösterreichern schon viel bewegt. Mit Marco Meilinger (zurück zu Salzburg) und Anel Hadzic („Er wollte was Neues“) gab es laut dem umtriebigen Manager „zwei nicht geplante Abgänge“.

Aus eigenen Stücken entschied man sich zu einer Trennung von Karner (Grödig), Schober (Wacker), Schreiner (Altach), Rensch (Vöcklamarkt), Hammerer, Nacho, Carril, Grössinger und Ibrahimovic (alle Ziel unbekannt).

„Absolute Wunschspieler“

Auf der Suche nach Verstärkungen blieb man dem Anforderungsprofil treu. Jung, entwicklungsfähig, vorrangig einheimisch.

Unter den vier Neuzugängen befinden sich mit Julius Perstaller und Bernhard Janeczek zwei rot-weiß-rote Akteure, mit Sandro Wieser ein Liechtensteiner und mit Oliver Kragl ein Deutscher. Dazu wurden Julian Baumgartner, Thomas Burghuber und Jakob Kreuzer in den Profi-Kader aufgenommen.

„Die ersten Eindrücke sind sehr positiv. Die Neuen sind jung, aber haben eine gewisse Erfahrung. Ich glaube, dass sie sehr gut zu uns passen. Sie haben alle Qualität und können uns weiterhelfen“, merkt Angerschmid an.

„Alle Neuzugänge sind absolute Wunschspieler vom Trainer und dem Verein und passen positionsbezogen gut dazu“, ist auch Reiter mit der Transferausbeute zufrieden. Vorerst.

Denn noch ist das Einkaufsprogramm nicht abgeschlossen. Ein dritter Torhüter - derzeit darf  Lorenz Höbarth von Union St. Florian vorspielen – und ein linker Offensivspieler sollen noch kommen.

„Dann steht unser Kader, dann sind wir ausreichend und gut besetzt. Ich blicke sehr positiv in die Zukunft“, strahlt Reiter beim Gedanken an eine erfolgreiche Spielzeit.

Fragezeichen hinter Kamaras Zukunft

Mit Ola Kamara hat die Mannschaft seit Montag noch einmal Zuwachs bekommen. Der 23-jährige Norweger wurde im Winter verpflichtet und gleich zu 1860 verliehen, wo er sich von seiner besten Seite präsentierte.

Nach Auslaufen des Leihvertrags ist er nun zurück in Ried, doch noch ist unklar, ob der Stürmer kommende Saison das Trikot der Rieder tragen wird.

Laut Reiter hat der Offensivspieler klar deponiert, dass sein Ziel die deutsche Bundesliga ist. "Trotzdem ist er bereit, sich hier zu positionieren. Wir werden schauen, wie und ob er ins System passt. Sollte es nicht so sein, gibt es auch hier Alternativen", betont der Rieder Manager.

Im defensiven Mittelfeld sei man hingegen gut aufgestellt, obwohl Ried alles in Bewegung setzte, um mit der Verpflichtung von Peter Hlinka einen Transfercoup zu landen.

Mehr Qualität statt Hlinkas Routine

Hierbei handle es sich um ein Missverständnis. „Die Überlegung war – wenn es einmal nicht so läuft – am Feld einen angenehmen, erfahrenen, älteren Spieler zu haben, der das Heft in die Hand nimmt.“

In Frage kam nur ein Spieler, den man persönlich kennt und der in der Bundesliga Erfolge feiern konnte. Ein Routinier, der unabhängig von seiner Position geholt werden sollte. Doch Hlinka entschied sich aus persönlichen Gründen für einen Verbleib in Wiener Neustadt.

Für die Innviertler kein Hals- und Beinbruch. „Wenn es nicht sein soll, tauschen wir halt einen erfahrenen gegen einen qualitativ besseren Spieler“, spielt Reiter auf Hlinkas Alter an.

Die Alternative heißt Wieser, der für die zentrale Position genau ins Profil passte und trotz des jungen Alters von 20 Jahren bereits Erfahrung bei Hoffenheim und Basel aufweist.

Nach vollendetem Einbau der Rasenheizung steht einer erfolgreichen Saison nichts mehr im Wege. Ried ist bereit, ohne großes Töne, denn solche standen sowieso noch nie an der Tagesordnung.


Alexander Karper

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