"Wir sind auf dem richtigen Weg"

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Wochen der Wahrheit für die SV Ried

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"Es gilt die nächsten Spiele abzuwarten."

So beantwortet Casanova die Frage, wo die SV Ried am Ende der Saison anzufinden sein wird.

Was nach einer Floskel klingt, ist die nüchterne Realisierung der kommenden Aufgaben.

Gemeinsam mit seinem Landsmann Nacho analysiert der Spanier die Situation beim derzeitigen Tabellen-Dritten zwischen Pleiten-Serie, Trainerwechsel und spielerischer Kontinuität.

Harte Brocken vor sich

Das Schluss-Viertel der Meisterschaft brach für die Innviertler am vergangenen Wochenende mit dem Auswärtsspiel gegen den SK Sturm an.

Nun folgen zwischen Spieltag 29 und 32 mit Austria, Salzburg und Rapid drei Titelkandidaten. Lediglich das Heimspiel gegen Mattersburg sollte eine vermeintlich leichtere Angelegenheit werden.

"Das Wichtigste wird sein, in uns selbst zu vertrauen und nur an das kommende Spiel und nicht schon weiter zu denken", versucht Nacho, den Fokus nicht zu verlieren.

Der Flügelspieler weiß, was in einer Meisterschaft, in der den Tabellenführer nur acht Punkte von Platz sieben trennen, Woche für Woche auf dem Spiel steht.

Revanche für schlechten Start

Vor allem aus den jüngsten Erfahrungen mit den kommenden Gegnern sollten Lehren gezogen werden. "Wir sind einfach schlecht ins Frühjahr gestartet", bringt der 29-Jährige die Niederlagen zu Beginn der Frühjahrsrunde gegen eben diese vier Teams auf den Punkt und führt erklärend aus:

"Es gab Veränderungen innerhalb der Mannschaft. Wir spielten nicht mehr auf diese Weise, wie wir zuvor spielten."

Die taktischen Umgestaltungen der Rieder mit einer hoch stehenden Defensive gepaart mit individuellen Fehlern ließen den Herbstmeister in der Tabelle zwischenzeitlich auf Rang sechs abrutschen.

"Vier Niederlagen in Folge waren nicht eingeplant", gibt auch Ignacio Diaz Casanova Montenegro, wie Casanova mit vollem Namen heißt, zum Besten, ehe er relativiert: "Man muss verstehen, dass die Niederlagen gegen die Teams passiert sind, die in der Tabelle oben stehen."

Kleine Erfolgs-Serie

Seit dem 0:1 gegen Rapid am 3. März ist der amtierende Cup-Sieger allerdings schon fünf Spiele lang unbesiegt. Die taktischen Vorgaben scheinen besser verinnerlicht zu sein.

"Wir sind auf dem richtigen Weg. Im Schlussviertel der Meisterschaft müssen wir eben Punkte gegen die Teams holen, die über uns stehen. Wenn wir da Siege oder Unentschieden erreichen, können wir in den letzten fünf Spielen nach oben blicken", so der Stürmer, der mit seinen Treffern gegen Kapfenberg (3:0) und die Admira (2:1) maßgeblich Anteil an den einzigen beiden Siegen 2012 hat.

Für den Angreifer, dem oft vorgeworfen wird, nicht genug zu treffen, eine besondere Genugtuung: "So sehr du auch eine gute Saison spielst und gute Leistungen abrufst, wirst du von Trainern, Scouts und Fans immer an deinen Toren gemessen. Immer. Jetzt halte ich bei sechs Stück. Das stimmt mich zufrieden."

Kontinuität unter neuer Führung

Der jüngste Lauf ist umso bemerkenswerter, ist die SV Ried doch der einzige Verein, der mitten in der entscheidenden Phase einen Trainer-Wechsel vollzog.

Gerhard Schweitzer folgte Paul Gludovatz, der fortan das Amt des Geschäftsführer Sport beim SK Sturm bekleidet, nach vier Jahren interimistisch nach.

Diese Umstellung sei laut Casanova jedoch keine drastische gewesen: "Wir spielen weiterhin im gleichen System. Es wäre auch keine gute Idee gewesen, von einem Moment auf den anderen alles zu verändern, was sich über das Jahr bewährt hat."

Mit Nacho kommt der Erfolg

Über die Jahre bewährt hat sich auch schon Teamkollege Nacho. Der Kantabrier schnürt seit 2008 für die SVR die Schuhe und bewies in den jüngsten Spielen seine Wichtigkeit.

Bei drei der vier Niederlagen zu Beginn des Jahres, so auch beim 0:2 gegen die Austria am 11. Februar, saß der ehemalige Santander-Profi zunächst nur auf der Bank.

"Der Fußball ist Fußball und man kann nie sagen, was passiert wäre", will dieser sich nicht weiter zu seiner temporären Reservisten-Rolle äußern.

Mittlerweile scheint der Linksfuß ebenso wie Casanova gesetzt und freut sich auf die heiße Schlussphase der Meisterschaft: "Wenn wir unsere Sache gut machen, können wir uns auf die nächste Saison freuen."

Eine genaue Prognose, wo sich sein Team in der End-Tabelle befindet, will er hingegen nicht wagen, "denn du weißt nie, was dich morgen erwartet. Umso weniger im Fußball."

Umso weniger in der aktuellen Bundesliga-Saison, möchte man ergänzen.


Christian Eberle

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