Rieds Plan der Kader-Kontinuität

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Hinsichtlich Kontinuität braucht keiner der SV Ried etwas vormachen.

Die Innviertler sind seit acht Jahren wieder Bestandteil der Bundesliga und haben sich zu einer fixen Größe derselben etabliert. Zudem sind sie in jüngerer Vergangenheit DAS Cup-Team Österreichs.

Am Mittwoch qualifizierten sich die „Wikinger“ durch ein 2:1 nach Verlängerung im ÖFB-Samsung-Cup gegen den LASK zum vierten Mal en suite für das Halbfinale. Die vergangenen beiden Saisonen schafften sie es jeweils ins Endspiel, 2011 gelang zum zweiten Mal in der Geschichte der Triumph.

Zwei Mal in Folge schafften es die Rieder auch in die Europa League. Die dritte Teilnahme en suite winkt, nicht nur via Cup. In der Liga schaut es nach den jüngsten Erfolgen auch gut aus, fehlen doch nur drei Punkte auf einen Fixplatz im internationalen Geschäft.

Meilinger und Zulj sollen bleiben

Die jüngsten Erfolge sind eng verbunden mit zwei Jungspunden: Marco Meilinger und Robert Zulj. Ersterer hat die Führung in der Assist-Wertung (gemeinsam mit Austrias Tomas Jun, 12) übernommen und zuletzt das entscheidende Tor gegen den LASK in der Verlängerung erzielt.

Der Flankengott der Wikinger (Hier zur Story) ist von Salzburg ausgeliehen, die die Option auf ihren „verliehenen Sohn“ im Sommer ziehen werden. Sollten die „Bullen“ ihn noch einmal verleihen wollen, wird sich die SV Ried auch ein drittes Mal en suite um ein Leihgeschäft bemühen.

„Es ist angedacht, dass wir ihn ein weiteres Jahr ausleihen“, bestätigt Stefan Reiter im Gespräch mit LAOLA1. Ansonsten sind dem Manager in dieser Causa die Hände gebunden, liegt doch der Ball bei den Salzburgern. Ganz im Gegenteil im Fall von Zulj.

Beide Spanier werden wohl nicht mehr im Ried-Dress zurückkehren

Verlieren wird die SV Ried aber Anel Hadzic. Der 23-Jährige, der für viele schon längst bei Rapid unterschrieben hat, weiß offiziell noch nicht, wohin es ihn zieht, nur eines ist ihm klar: „Ich werde definitiv gehen, ich brauche eine neue Herausforderung“, sagte er jüngst gegenüber LAOLA1.

Hadzic-Abgang kein Versäumnis

Manager Reiter hätte ihn gerne noch in Ried, „das ist keine Frage“, aber sieht es auch nicht als Versäumnis, dass das Eigenprodukt ablösefrei geht: „Wir verpflichten ab und zu kostenlos Spieler, dann werden wir auch auf diese Weise welche verlieren. Das ist die Natur der Sache, steht ihm zu und da bin ich nicht sauer.“

Zumal ihn Ried auch halten und nicht verkaufen wollte. Und schon gar nicht darauf drängte, ihn für Geld an den Mann zu bringen. „Das ist nicht in unserem Sinn. Wenn er sich nach fünf Jahren in der Bundesliga verändern will, dann ist das zu akzeptieren“, so Reiter.

Langzeitverletzte Spieler, die zurückgekommen sind, wie Markus Hammerer und vor allem Maximilian Karner („Habe immer viel von ihm gehalten“), stehen unter Beobachtung. Eine Weiterverpflichtung gilt allerdings als wahrscheinlich.

Unterschiedlich ist das bei den Spaniern. Sowohl bei Nacho als auch beim Dauerverletzten Ivan Carril laufen die Kontrakte aus. Bei Letzterem vermutete man, es würde wohl nicht mehr reichen.

Reiter: „Er befindet sich in der Aufbauphase, spielt aktuell bei den Amateuren. Wenn wir die Sicherheit haben, er wird wieder richtig fit wird und die spielerische Qualität hat – warum soll er dann nicht bleiben?“

Bei Nacho stehen die Zeichen schon eher auf Abschied: „Das sehen wir uns an. Nacho ist auch schon fünf Jahre bei uns, ist 30 – da muss man schauen.“ Wohl auch eine finanzielle Frage.

Doch Rieds Grundaussage für die Saison 2013/14 ist klar: Kader halten, Stars halten. Kontinuität fortsetzen.

 

Bernhard Kastler

Der ebenfalls 21-Jährige hat noch Vertrag bis 2014. Aufgrund einer bärenstarken Saison, in der er sich auf der Zehnerposition festgesetzt und mit zehn Toren und fünf Assists auf sich aufmerksam gemacht hat, mangelt es nicht an Interessenten. Ist Ried an einem Verkauf interessiert?

„Das haben wir nicht vor, das ist wirklich nicht der Plan“, wird Reiter wohl einige Körbe verteilen müssen. Überhaupt will der SVR-Manager seine Stars im Innviertel noch einige Zeit begrüßen.

„Sind nicht viele Veränderungen geplant“

„Es ist die Zielsetzung, den Kader zusammenzuhalten. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die jetzt ein Jahr an Routine gewonnen hat. Es sind nicht viele Veränderungen geplant“, spricht der 52-Jährige das Vorhaben für den Sommer an. Diese Form der Kontinuität ist schon länger geplant.

„Das war schon vergangene Saison der Plan, es mit diesem Stamm zwei, drei Jahre durchzuziehen. Dann steigert sich der Wert eines jedes einzelnen Spielers, weil er etwa mehr Erfahrung hat“, sieht Reiter auch eine Win-Win-Situation.

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