"Ein paar scheinen es auf mich abgesehen zu haben"

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Stefan Maierhofer ist dieser Tage in aller Munde.

Wie es sich für eine Reizfigur gehört, an der sich die Geister scheiden. Ähnlich polarisiert auch Anel Hadzic.

Der Mittelfeldspieler der SV Ried hat seit einiger Zeit einen Hauch von Bad-Boy-Image an sich kleben. Obwohl der 22-Jährige in dieser Saison noch keine einzige Rote Karte gesehen hat.

„Habe zurzeit das Image, weiß auch nicht wieso“

Seine kompromisslose Gangart kommt aber nicht bei jedermann gut an.

„Scheinbar haben es ein paar auf mich abgesehen, ich weiß nicht wieso, aber ich habe zurzeit eben etwas ein Bad-Boy-Image. Mir macht das aber überhaupt nichts aus“, erklärt der Allrounder im Gespräch mit LAOLA1.

Vor allem wenn es gegen Rapid geht, tritt Hadzic gerne in Erscheinung.

In dieser Saison etwa als Siegtorschütze im Cup-Achtelfinale.

Oder auch als beinharter Zweikämpfer im März dieses Jahres.

Beim 0:1 Anfang März holte der Oberösterreicher Christopher Trimmel unsanft von den Beinen, kassierte Gelb.

Der Rapidler flog hingegen vom Platz, weil er Hadzic zur Rede stellte und ihn umstieß.

„Ich lasse mir sicher nicht an den Kopf werfen, dass ich Trimmel absichtlich verletzen wollte. Das stimmt überhaupt nicht“, rechtfertigt sich Hadzic noch immer. „Damals habe ich Beschimpfungen an den Kopf bekommen, so etwas ist niveaulos und war nicht von der feinen Sorte.“

Wie Didi Kühbauer

Was die Einstellung angeht, vergleicht sich der 129-fache Bundesliga-Spieler mit Didi Kühbauer: „Es gibt ein Beispiel, der Trainer der Admira, der auch der Bad Boy der Liga war und es auch geschafft hat. Auf so einer Position muss man sich halt Respekt verschaffen.“

Wie Kühbauer früher könnte nun auch Hadzic, der die bereits dritte Saison Stammspieler bei den Innviertlern ist und seit fünf Jahren regelmäßig im Oberhaus spielt, den Sprung ins Ausland schaffen.

„Zwei, drei Vereine haben Interesse bekundet und ich werde schauen, was gescheiter für mich ist“, so der Rieder, der „sicher nicht mehr irgendetwas so schnell in die Öffentlichkeit tragen“ wird.

Hadzic ist vorsichtig geworden. Das hat einen Grund. Anfang des Jahres bauschte sich das Gerücht mit dem englischen Zweitligisten Middlesbrough auf. Eine Luftblase.

„Mein Berater hat eingesehen, dass das auch ein wenig eine linke Partie von anderen Seiten war. Ich habe ihm eine zweite Chance gegeben. Zurzeit schaut es ganz gut aus, er arbeitet zu meiner Zufriedenheit“, spricht Hadzic Darko Smoljan an.

Ried, das in persona Stefan Reiter alles andere als erfreut über diese Geschichte war, zeigt sich bei Hadzic, dessen Vertrag 2013 endet, offen: „Wenn etwas am Tisch liegt, können wir darüber reden.“

Hadzic ist bereit für den nächsten Schritt

Der Spieler selbst sieht das ähnlich: „Wenn das Angebot passt und der Verein auch zufrieden ist, dann werde ich die SV Ried im Sommer wohl verlassen. Ich bin bereit für den nächsten Schritt.“

Das kann  aber auch erst am 31. August, dem Ende der Transferzeit, sein.

Bis dahin könnte Hadzic bereits sein Länderspiel-Debüt gegeben haben. Für Bosnien-Herzegowina, für das sich der in Velika Kladusa geborene achtfache ÖFB-U21-Teamspieler grundsätzlich zu spielen entschieden hat.

„Es sind noch formelle Sachen mit der UEFA zu klären, dann wird sicher in den nächsten zwei, drei Monaten eine Einberufung kommen.“

Endgültige Entscheidung gegen Österreich? „Gut, wenn eine Einberufung kommt, dann werde ich sicher nicht nein sagen.“

 

Bernhard Kastler

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