Auftakt in eine neue Ära

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Auftakt in eine neue Ära

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29 Tage betrug die Pause für Red Bull Salzburg.

Nach der Krönung der bislang erfolgreichsten Saison in der Ära seit 2005, die Mozartstädter wurden Meister, Cup-Sieger und erreichten erstmals das Achtelfinale der Europa League, starten die „Bullen“ am Montag als letztes Liga-Team die Vorbereitung auf die neue Spielzeit.

Die eröffnen sie nach der 1. Cup-Runde (11.-13.7., Gegner offen) am 19. Juli um 16:30 Uhr mit dem Kracher daheim gegen Vize Rapid.

Es ist deswegen ein Auftakt in die neue Ära, weil mit Adi Hütter ein neuer Trainer am Werk ist. Roger Schmidt hat sich gen Leverkusen verabschiedet und wird dort erst am 30. Juni am Platz stehen.

Salzburg trifft in seinen Testspielen auf den Sieger eines Fan-Turniers (21.6.), Shaktar Donetsk (27.6.) sowie Anzhi Machatshkala (1.7.) und den 1. FC Kaiserslautern (5.7.).

Vom 28. Juni bis 4. Juli schlägt der doppelte Titelverteidiger für ein Trainingslager seine Zelte in Schladming auf.

In der Jubiläumssaison, 2015 wird Red Bull zehn Jahre lang im Klub-Fußball engagiert sein, gibt es auch eine optische Erneuerung.

Ab Montag sind die „Bullen“ in Nike zu sehen, die Präsentation des neuen Trikots erfolgt im Laufe der Vorbereitung, noch gibt es keinen Termin.

TRAINER

Hütter ist nach Kurt Jara in der ersten Spielzeit der erst zweite österreichische Trainer in der Salzburger Red-Bull-Ära. Bereits in der Woche vor dem Cup-Finale wurde der 44-Jährige als Nachfolger von Schmidt vorgestellt, konnte sich bereits ein Bild machen. Ob seiner geografischen Nähe, der Vorarlberger kam vom Sensations-Aufsteiger Grödig, und seiner Vergangenheit bei Red Bull (Chef- und Co-Trainer der Juniors) ist Hütter ohnehin mit der Umgebung und vor allem der großen Erwartungshaltung bestens vertraut.

Nun gilt es mit seinem neuen Co (Zsolt Löw, vorher beim FC Liefering) und Athletik-Coach (Leipzigs Christof Elser ersetzt Oliver Bartlett), das Fundament für eine weitere großartige Saison zu legen. „Wir wollen unsere Spieler physisch wieder in einen Top-Zustand bringen.Neben der konzentrierten körperlichen und taktischen Vorbereitung auf die anstehenden Aufgaben ist es für mich ebenfalls ganz wesentlich, dass ich die Mannschaft bestmöglich kennenlerne und wir die Neuzugänge ins Team integrieren“, sagt der Neo-Coach, der vor allem die Fähigkeiten der Sozialkompetenz beweisen muss.

Schmidt, mit dem sich Hütter nach dem Eklat in Grödig nicht mehr auf einer Welle befand, war eine Vater-Figur. Diesen Draht zu den Spielern zu finden, ist zu diesem Zeitpunkt wohl die größte Herausforderung für den Mann auf der Kommandobrücke.

Denn die komplette Mannschaft wird ihm erst am 25. Juni zur Verfügung stehen: „Da etliche Spieler aufgrund der Teameinsätze erst später einsteigen, ist das ein Prozess, der stufenweise passiert. Unser sportliches Ziel ist klar definiert: Wir wollen den angefangenen Weg fortsetzen und die Spielidee weiter vertiefen.“

Und klar ist auch: Im siebenten Anlauf soll es endlich mit der Champions League klappen. Hütter ist insofern ein gutes Omen, als dass der neue Trainer dies als Spieler erstmals vor 20 Jahren geschafft hat: 1994 mit der Salzburger Austria.

KADER

Um 10 Uhr bittet Hütter am Montag seine neue Truppe auf den Platz in Taxham. Mit dabei sind schon die Neuzugänge Benno Schmitz, der die Rückennummer 2 erhält sowie Peter Ankersen (4/beide Außenverteidiger). Vom FC Liefering mischen Nils Quaschner (Stürmer) und Konrad Laimer (Mittelfeld) bei den Profis mit.

Goalie Peter Gulacsi hatte in der Pause eine Finger-Operation, wird aber auch schon wieder trainieren können. Sadio Mane wird zum Nachmittagstraining (16 Uhr) erwartet. Die Nationalteamspieler, die noch nach Saisonende im Einsatz waren, kommen gestaffelt nach Salzburg zurück. Andreas Ulmer, Christoph Leitgeb, Kevin Kampl (spielte nicht im Nationalteam) und Anderlecht-Neuzugang Massimo Bruno (Rückennummer 77) kehren am 23. Juni zurück.

Neuverpflichtung Marcel Sabitzer (7) sowie Martin Hinteregger, Stefan Ilsanker, Valentino Lazaro, Robert Zulj und Asger Sörensen sind dann am 25. Juni die letzten Rückkehrer. Am Transfermarkt wird sich zudem noch etwas tun. Sportchef Ralf Rangnick kündigte schließlich bei der Hütter-Präsentation an, nicht nur die Champions League erreichen zu wollen, sondern dort auch eine Rolle zu spielen. Der Deutsche plant dabei auch mit Kevin Kampl.

Der 23-Jährige ist der einzige, der per Ausstiegsklausel wecheln kann.  Noch ist keine Entscheidung gefallen, wie schon sein Berater Michael Ruhnau Mitte Mai gegenüber LAOLA1 bestätigte, würde man sich dementsprechend mit den Verantwortlichen Red Bulls zusammensetzen. Mit dem Aufstieg der Leipziger haben diese freilich nun einen weiteren Trumpf in der Hinterhand, Kampl länger bei Red Bull halten zu können und ihn bei einem weiteren Aufstieg in die deutsche Bundesliga (Kampls großer Traum) entsenden zu können.

Diese Saison soll er es mit Salzburg noch in die Champions League schaffen. Dasselbe gilt für den anderen gefragten Star, Mane. Sein langfristiger Vertrag (bis 2016 ohne Ausstiegsklausel) macht ihn sehr teuer, was einen Wechsel in diesem Sommer eher ausschließt, auch wenn mit Bruno und Sabitzer weitere Flügelspieler nun an Bord sind. Trotzdem braucht es einen Spieler wie den Senegalesen für die „Königsklasse“ – und weitere.

Der eine oder andere Neuzugang darf auch deshalb noch erwartet werden, weill sich Valon Berisha „im Zuge seiner individuellen Saisonvorbereitung“ das Kreuzband gerissen hat. Im zentralen Mittelfeld ist deshalb ein neuer Spieler gefragt. Rangnick hat dabei viel zu tun, schließlich muss er auch in Leipzig für die zweite Liga aufrüsten. Erst am Sonntagabend wurde dort laut Medienberichten Rani Khedira vom VfB Stuttgart verpflichtet.

 

Bernhard Kastler

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