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El capitán catalán: "Würde Soriano hinterherlaufen"

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Elf Tore in sieben Spielen, acht in vier Auswärtspartien.

Es liegt auf der Hand, folgende These aufzustellen: Der SC Wiener Neustadt liegt Jonathan Soriano.

Der Salzburg-Stürmer traf beim 5:1-Sieg gegen die Niederösterreicher drei Mal. In seinem ersten halben Jahr in der Mozartstadt 2012 traf der Spanier überhaupt drei Mal - ausschließlich gegen Wiener Neustadt.

"Wichtig ist, dass die Mannschaft gewinnt"

"Ich denke nicht daran, gegen wen ich Tore schieße und gegen wen nicht. Es sind alles Statistiken, die nicht so wichtig sind. Wichtig ist, dass die Mannschaft gewinnt", gibt sich Soriano nach seiner Show einmal mehr bescheiden.

Das ist seit seiner Verpflichtung im Winter 2011/12 seine Art. Die feine, katalanische Art, die ihm unter der Woche mitunter eine besondere Ehre einbrachte. Denn Soriano ist der Nachfolger von Alexander Walke und damit der neue Anführer der "Bullen"-Herde.

"Ich bin sehr stolz, Kapitän zu sein", erklärt der 27-Jährige, der in offizieller Mission einen Traumstart hinlegte. Bereits im ÖFB-Cup beim 9:0 gegen St. Florian (wie auch schon im Test gegen Schalke) trug Soriano die Schleife - und traf auch drei Mal.

Auftakt nach Maß

Sechs Pflichtspiel-Treffer in zwei Spielen - die These "Soriano und Salzburg sind gut in die Saison gestartet" lässt sich ebenso verifizieren.

"Wir wollen natürlich so weitermachen, aber es wird schwierig. Nächste Woche geht es gegen die Austria. Wir werden dennoch weiterhin alles daran setzen, weiter so zu spielen, um auch mit Selbstsicherheit in das Spiel gegen Fenerbahce zu gehen", erörtert der Angreifer.

Ehe die Türken am 31. Juli (20:30 Uhr) in der Red-Bull-Arena zum Hinspiel der 3. CL-Quali-Runde gastieren, kommt aber noch der Meister Austria Wien in die Mozartstadt. Einmal mehr werden dann mit Philipp Hosiner und Soriano die beiden Liga-Goalgetter aufeinandertreffen.

Duell mit Hosiner egal

Der Austrianer hatte vergangene Saison mit 32 Toren den Titel des Torschützenkönigs geholt, der Salzburger erzielte in seiner ersten vollen Saison für RBS 26 Treffer. Damals wie heute ist ihm dieses Duell egal.

"Ich sehe keinen Zweikampf mit Hosiner, weder vergangene Saison noch in dieser. Er hat letzte Saison gewonnen, weil er mit der Austria Meister wurde."

Im vorletzten Duell in Wien tauschte Soriano mit Hosiner das Trikot und erklärte später gegenüber LAOLA1: "Ich wollte es, weil er ein großartiger Spieler ist und ich habe gerne Trikots von großartigen Spielern. Wir sind zwar in einem Zweikampf, aber das heißt nicht, dass ich ihn nicht als besonderen Spieler beachten kann.“

Sprachbarriere kein Hindernis

Ein weiteres Indiz für seine Rolle innerhalb der Mannschaft. Nicht nur viele Tore waren für Schmidt ausschlaggebend, ihm die Schleife zu geben. Und das, obwohl Soriano wenig bis kaum Deutsch spricht.

"Ich habe das nicht bestrebt, der Trainer hat das entschieden und ich freue mich sehr darüber. Wir wissen natürlich, dass es nicht so einfach ist, weil ich nicht viel Deutsch spreche, aber ich versuche, meiner Funktion gerecht zu werden", sagt der Spieler, der Pep Guardiolas Deutsch für sehr gut befindet, aber den Vergleich als hinkend betrachtet.

"Er ist Trainer und ich nicht. Ich versuche meine Kenntnisse zu verbessern, aber Deutsch ist auch eine schwere Sprache."

Sein neues Amt sieht Soriano indes wie folgt: "Ich will mit allem helfen, was in meiner Macht steht. Das wird vor allem auf dem Feld so sein und da braucht es nicht viele Wörter, da kann man sich auch mit Zeichen weiterhelfen. Ich will für meine Teamkollegen da sein.“

Schmidts Plädoyer

Schmidt stellt ebenso klar, dass die mangelnden Deutschkenntnisse nicht entscheidend für die Ausführung seines Amtes sind.

„Johnny ist keiner, der sich vor die Kamera stellt und eine Rede schwingt, aber schon in der Lage ist, mit seinen Mitspielern zu kommunizieren.“

Und nach dem Spiel in Wiener Neustadt legte der 46-Jährige noch ein wahres Plädoyer für seinen neuen katalanischen Kapitän hin.

"Für mich ist die wichtigste Eigenschaft eines Kapitäns, 90 Minuten vorneweg zu marschieren, Verantwortung zu übernehmen und auch jemand zu sein, dem man hinterhermarschiert. Dem man folgen würde, wenn ich Spieler dieser Mannschaft wäre. Wenn im Spiel schwierige Situationen kommen, dann ist Johnny einer, dem ich hinterherlaufen würde. Das ist für mich die wichtigste Funktion und nicht, ob er bei der Weihnachtsfeier akzentfrei eine Rede halten kann."

"Werde immer gleich spielen"

Auch wenn Soriano mit den heimischen Referees kaum diskutieren wird, so liegt seine Aufgabe sowieso in einem anderen Bereich: Nämlich weiterhin im Toreschießen. Und der Angreifer verspricht: "Ich habe dem Trainer gesagt, ich werde immer gleich spielen, egal ob als Kapitän oder nicht.“

Das hat der frühere Stürmer der zweiten Barcelona-Mannschaft, der zu Jahresbegann erstmals für die katalanische Auswahl unter Johann Cruyff auflief, eindrucksvoll bewiesen.

In der Vorsaison drückte der Iberer der Bundesliga als Goalgetter seinen Stempel auf, auch von Beginn weg. In den ersten drei Liga-Spielen traf Soriano fünf Mal. Nun im ersten bereits drei Mal.

Teamkollege Kevin Kampl erklärte im April: "Er hat eine unglaubliche Ballbeherrschung, macht auf ein, zwei Metern mit dem Gegner, was er will. Alles gekonnt, alles überlegt. Da ist nicht Glück dabei, der kann das einfach. Er ist sehr wertvoll, überhaupt einer der wertvollsten Spieler, die wir in der Mannschaft haben."

Und nun auch der Anführer, capitán Jonathan Soriano.

 

Bernhard Kastler

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