Pehlivan: "Am Ende stehen wir ganz oben"

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Yasin Pehlivan hat eine interessante Woche hinter sich.

Ab Montag war der 26-Jährige Trainingsgast in Salzburg, unter der Woche potenzieller Neuzugang, am Ende der Woche praktisch schon Kaderspieler, am Samstag auch fix und am Sonntag Bundesliga-Rückkehrer.

„Damit habe ich nicht gerechnet, aber es ist so gekommen. Ich bin froh und glücklich, dass es gleich geklappt hat. Lieber wären mir aber die drei Punkte gewesen“, so Pehlivan im Gespräch mit LAOLA1.

Dennoch hat der defensive Mittelfeldspieler gleich beim ersten Spiel für seinen neuen Klub eine Serie verlängert: Auch im siebenten Spiel blieb Pehlivan gegen die Wiener Austria ohne Niederlage.

Serie gegen Austria prolongiert

Mit seinem Ex-Verein Rapid reüssierte der 17-fache ÖFB-Teamspieler mit fünf Siegen und einem Remis, nun kam mit dem 2:2 ein weiteres Unentschieden hinzu. 68 Minuten stand Pehlivan dabei auf dem Platz.

„Ich wollte natürlich mit einem Sieg starten, wir waren auch eindeutig die bessere Mannschaft, aber haben die Tore nicht gemacht. Im Endeffekt hat es nicht gereicht und wir müssen nach vorne schauen.“

Für ihn persönlich heißt „nach vorne“ das Gastspiel bei Sturm Graz, denn für das Europa-League-Playoff-Rückspiel gegen Dinamo Minsk (Hin: 0:2) steht der Neuzugang nicht auf der UEFA-Kaderliste.

„So bin ich eben“

Sein erstes Spiel für Salzburg liest sich in Zahlen indes so: 35 Ballkontakte, 50 Prozent gewonnener Zweikämpfe (4/4), 78 Prozent angekommene Pässe (21/6) sowie zwei erlittene Fouls. Das spuckte am Ende die LAOLA1-Datenbank aus.

Seine Körpersprache war am Ende das Auffälligste bei seinem Debüt.

„So bin ich eben. Das ist mein Spiel. Ich wollte meine Zweikämpfe gewinnen und für das erste Mal habe ich es nicht so schlecht gemacht. Aber es geht natürlich noch viel besser. Ich hatte zwar eine Vorbereitung, aber ob der Umstände keine so gute. Es wird auch sicher noch viel besser.“

Nachdem Pehlivan Anfang 2009 unter Trainer Peter Pacult als Shootingstar bei den Rapid-Profis empor stieg und später zum Teamspieler avancierte, wechselte er im Sommer 2011 in die Türkei zu Gaziantepspor.

„Ich bin ein gestandener Mann geworden“

Zwei Jahre später ging es zu Bursaspor, das vergangene halbe Jahr spielte sich dann bei Kayseri Erciyesspor ab, das am Ende der abgelaufenen Spielzeit abstieg.

Pehlivan löste im Sommer seinen Vertrag (bis 2017) auf.

„Man sammelt über vier Jahre einfach viele Erfahrungen, ich bin ein gestandener Mann geworden“, lautet das Resümee des gebürtigen Wieners über die Zeit in der Heimat seiner Eltern.

Etwas aus dem Nichts landete Pehlivan am Montag in Salzburg.

„Mein Manager hat mich angerufen, dass Interesse da ist. Als ich das gehört habe, wollte ich es unbedingt machen, weil Salzburg national wie international eine Top-Adresse ist“, war Pehlivan schnell Feuer und Flamme.

Pehlivans Heatmap


Der Meister hatte nach dem Abgang von Stefan Ilsanker offenkundig einen kampfkräftigen Sechser gesucht und ist dabei wenig überraschend auf Pehlivan gestoßen. Mit seiner Matchfitness konnte Pehlivan überzeugen.

„Ich war immer relaxed und bin glücklich, dass es nun so gekommen ist“, sagte Pehlivan zur Woche der Wahrheit, die für ihn mit einem Vertrag für ein Jahr plus Option auf zwei weitere endete.

In jüngerer Vergangenheit waren die Kontrakte bei Salzburg meistens langjähriger Natur, dieses Mal geht man auf Nummer sicher.

Die EM im Hinterkopf

„Die Vergangenheit liegt hinter mir, jetzt heißt es nur Vollgas geben für Red Bull Salzburg. Ich will mich hier beweisen, ich weiß, was ich kann und wenn ich hart arbeite, wird alles kommen.“

Pehlivans angekommene Pässe

Freilich war in der Saison vor der EURO 2016, für die sich Österreich im Normalfall qualifizieren wird, diese auch im Hinterkopf. Im Juni war Pehlivan für das Russland-Match nominiert worden.

„Ich wollte unbedingt zurück nach Europa, eben auch wegen der Europameisterschaft. Hier sieht mich der Teamchef regelmäßig sowie auch die Öffentlichkeit“, macht Pehlivan keinen Hehl daraus.

Ebenso wenig wie aus der Vorfreude auf Spiele gegen Rapid. „Natürlich freue ich mich darauf, aber es ist ein Spiel wie gegen die Austria, nicht mehr, nicht weniger. Das ist der Job, da kann man nichts machen.“

Kampfansage an Rapid und Co.

Machen können Salzburg und Pehlivan etwas gegen die aktuelle Tabellen-Situation – und werden sie auch, wenn es nach dem Neuzugang geht.

Denn bei acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer Rapid werde es nicht bleiben, verspricht Pehlivan, der sich auch verbal kämpferisch gibt.

„Viele können uns abschreiben, aber das ist Red Bull Salzburg und am Ende werden die Leute sehen, wo wir stehen. Wir arbeiten hart an uns, man sieht die Qualität und am Ende werden wir da oben stehen. Dafür müssen wir Vollgas geben und von Spiel zu Spiel schauen.“

Kurze Nachfrage: Da oben oder ganz oben? „Natürlich ganz oben!“

So könnte es ein interessanter Titelkampf mit jenem Verein werden, bei dem er groß wurde. „Das wird ein Fight. Denn die Saison ist noch sehr jung.“

 

Bernhard Kastler

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