Omer auf Besuch: "Salzburg ist besser"

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Omer Damari wechselte Ende Juli 2014 zur Wiener Austria.

Der Stürmer kam für kolportierte 1,2 Millionen Euro von Hapoel Tel Aviv – und schlug ein.

Insgesamt zehn Treffer in 15 Partien standen am Ende seiner Dienstzeit in Wien zu Buche. Eine Wien-Win-Situation also für die beiden Parteien, deren Wege sich im Winter schon wieder trennten.

RB Leipzig überwies kolportierte sieben Millionen Euro, um den Israeli in die zweite deutsche Liga zu lotsen. Die Veilchen durften sich also zunächst über einen sportlichen und dann über einen finanziellen Gewinn freuen.

Die frühere Lebensversicherung der Austria

Damari wurde gar als Lebensversicherung der Austria in einem katastrophalen Herbst bezeichnet.

Stellt man eine – zugegeben sehr einfache – Milchmädchenrechnung an, hätten die Wiener damals ohne die Damari-Tore zur Pause neun Punkte weniger auf dem Konto gehabt – und wären als Vorletzter in die Winterpause gegangen. Zwei Punkte vor Wr. Neustadt. So war man Sechster.

„Ich habe gute Erinnerungen an den Klub und die Mannschaft“, sagt Damari heute. Der 26-Jährige wird am Samstag (16 Uhr) im Schlager erstmals gegen die Wiener auflaufen, spielt er doch nun für Salzburg.

„Die Austria hat gute Spieler, sie sind ein gutes Team und ich erwarte mir ein spannendes und gutes Spiel. Es geht um den ersten Platz, den wollen wir zurückerobern.“

Der Fokus liegt ganz auf Salzburg, wohin er bis Saisonende verliehen ist. „Was danach kommt, weiß ich noch nicht, dafür ist es auch noch zu früh. Ich habe in Leipzig noch zwei Jahre Vertrag, bin aber auch happy hier.“ Ein Verbleib über den Sommer hinaus ist freilich nicht ausgeschlossen.

Soriano braucht Damaris Hilfe

Das würde seinen Trainer Peter Zeidler freuen. „Omer ist ein toller Mensch und wir haben großes Interesse, dass er hier bleibt. Aber dafür ist es eben zu früh. Wichtig ist, dass er sich wohlfühlt.“

Der Deutsche lobt die Spielintelligenz und die „hohe technische Präzision“ seines Offensivspielers: „Diese erlaubt ihm, im Strafraum die entscheidenden Kontakte richtig zu machen.“

Auf das hofft der 53-Jährige auch beim Gastspiel bei der Austria. Schließlich sind die Veilchen kein Lieblings-Gegner von „El Goalgetter“ Jonatan Soriano. Von seinen stolzen 100 Treffern in der Liga gelang dem Spanier nur eines gegen die Veilchen. Zeidler: „Das Gute ist, dass wir nicht immer auf Tore von Jonny angewiesen sind. Ich glaube aber, er kann nun die Quote um 100 Prozent steigern.“

Damari: „Jonny ist der beste Spieler der Liga, von ihm kann und will ich noch viel lernen. Ich mag es, mit ihm zu spielen, hoffentlich treffen wir noch viel.“

Salzburgs Salz in der Suppe

Ein Tor gelang Damari auch damals gegen Salzburg. Der Siegtreffer zum 3:2 am 21. September 2014 markierte die dritte Niederlage in Folge des Meisters, der nach „Malmö I“ gebeutelt war.

Allerdings war dies der bislang letzte Sieg der Austria gegen die „Bullen“. Doch das ist nun eine andere violette Mannschaft. Eine, die nach sieben Pflichtspiel-Siegen in Folge on fire ist.

Damari ist in Salzburg happy

Dass nicht die Austria dorthin gehört sondern Salzburg, daraus macht der 14-fache Teamstürmer keinen Hehl. „Salzburg ist der bessere Klub, die Spieler sind besser, die Bedingungen sind besser. Das hat man in den letzten Jahren auch gesehen und das wollen wir auch am Samstag zeigen.“

Damari hat längst mit dem Kapitel Austria abgeschlossen, es war das erwünschte Sprungbrett nach Deutschland, doch dort wollte es im Frühjahr überhaupt nicht laufen. In Leipzig kam der Angreifer in elf Spielen auf keinen einzigen Treffer.

Das mag auch an Verletzungen und Erkrankungen (noch bei der Austria warf ihn das Pfeiffer'sche Drüsenfieber zurück) gelegen haben, aber wohl nicht nur. „Ich habe nicht getroffen, deswegen war die Zeit nicht so gur für mich. Aber ich schaue auch nicht gerne zurück.“

Team

Spiele

Tore

Tore/Spiel

Hapoel Tel Aviv

118

66

0,55

Maccabi Petah Tikva

62

19

0,30

FK Austria Wien

15

10

0,67

RB Leipzig

11

0

0,00

RB Salzburg

8

4

0,50

Israel

14

9

0,64

Ob Damari bei einem Tor gegen den Ex-Klub jubeln würde, so wie es ein ungeschriebenes Gesetz „verbietet“? „Das weiß ich nicht, doch ich würde nicht verrückt jubeln, aber sicher happy sein.“

Happy sind auch die Salzburger, dass es nun wieder ein Spiel auf großer heimischer Bühne gibt. Ob der Europacup-losen Saison sind die Duelle in Wien und Graz das Salz in der diesjährigen Suppe. 

„Wir freuen uns auf die vielen Zuschauer in dieser schönen Arena. Das beflügelt uns“, verweist Zeidler auf die bisherigen Auswärtsbilanz gegen die Großen wie Sturm (3:2) und Rapid (2:1).

Habe Fink bewundert“

Mit Thorsten Fink trifft der Salzburg-Coach auf einen Landsmann, den er „als Spieler bewundert hat und als Trainer sehr respektiert“. Der frühere Bayern-Spieler und Basel- sowie HSV-Coach hat die Austria in der Kürze der Zeit zu einer homogenen Mannschaft geformt.

„Sie haben einen Plan und Einzelkönner. Vor allem im Konter sind sie gefährlich mit schnellen Spielern wie etwa Lary Kayode. Es wird darum gehen, wer sein Spiel durchsetzen kann.“ 

Die 0:1-Niederlage in Altach soll eine Eintagsfliege gewesen sein. Die Austria hat am Mittwoch die Vorarlberger im Cup 2:1 eliminiert. Fink ging mit seiner B-Elf zwar ein Risiko ein, wurde aber doppelt belohnt. Neben dem Aufstieg ist seine Stammelf genauso ausgeruht wie jene Salzburgs.

Dort trainierte Soriano am Donnerstag überhaupt nicht, Martin Hinteregger beendete die Einheit vorzeitig. „Beides Vorsichtsmaßnahmen, beide werden spielen können“, so Zeidler. 

So wird alles angerichtet sein. Mehr Spitzenspiel geht nicht, wenn Omer auf Besuch ist.

 

Bernhard Kastler

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