Ante portas: Wer wird neuer Salzburg-Trainer?

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Die kurze, aber erfolgreiche Ära von Adi Hütter als Salzburg-Trainer ist zu Ende.

Sie dauerte von der Antritts- bis zur Abschieds-Pressekonferenz exakt 400 Tage. Der 45-Jährige verabschiedete sich mit den Worten: „Ich sehe mich in Zukunft nicht als Ausbildungs-Trainer.“ (hier nachzulesen)

Den suchen nun die Verantwortlichen Jochen Sauer (General Manager) sowie Christoph Freund (sportlicher Leiter). Wenn sie ihn denn nicht schon gefunden haben. Aus zweierlei Gründen.

Erstens kam die Tatsache der einvernehmlichen Trennung von Hütter nicht überraschend, eher der Zeitpunkt. Zweitens hat Schwestern-Klub Leipzig diesbezüglich schon eine Suche hinter sich, die mit der Bestellung von Eigentlich-Sportdirektor Ralf Rangnick überraschend intern beendet wurde.

Leipzig leistete Vorarbeit

Dass wir den Trainermarkt im Blick haben, bedingt alleine schon die Tatsache, dass die Kollegen in Leipzig die letzten Monate einen Trainer gesucht haben. Die Spielweise und das Profil sind da ähnlich“, sagt Sauer, der am Dienstag freilich keine Namen kommentieren wollte.

Doch einer hält sich seit Tagen hartnäckig und das ob seiner Herkunft vor allem in den spanischen Medien: Oscar Garcia, 42 Jahre alt und Offensiv-Apostel aus Katalonien.

Es macht jetzt keinen Sinn, mit Namen zu spekulieren. Wir haben den Markt im Blick und kennen die entsprechenden Namen, die interessant sind“, sagt der Deutsche, der am Montag gegenüber den „SN“ keinen Hehl daraus machte, den ehemaligen Stürmer Garcia zu kennen, der Anfang der 90er Jahre unter Johan Cruyff zu Einsätzen beim FC Barcelona kam.

Garcia spielte aber nicht nur für das große Barca, sondern auch für Espanyol – und dort gemeinsam mit einem gewissen Jonatan Soriano, seines Zeichens „El capitan catalan“ in der Mozartstadt.

Nach 400 Tagen verabschiedet - Wer wird Adi Hütters Nachfolger?

Kein (verbaler) Vollangriff auf die Champions League

Eines hat sich indes verändert. Der große Angriff auf die Champions League ist abgeblasen.

Rein verbal versteht sich, wie Freund erläutert: „Wir haben vergangene Saison alle Spieler gehalten und wollten mit aller Macht in die Champions League. Der Tenor war: Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Situation ist jetzt anders. Wir wollen uns den Champions-League-Rucksack nicht aufbürden. Wir wollen einfach eine gute Mannschaft zusammenstellen, guten Fußball spielen und dann schauen, was passiert. Es ist aber nicht so, dass wir keine ehrgeizigen Ziele mehr haben.“

Sauer fügt hinzu: „Es ist das klare sportliche Ziel, diese Titel wieder zu verteidigen. Wir wollen auch international wieder dabei sein, eine gute Rolle spielen. Dass wir die Champions League als Ziel ausgeben, ist eine Geschichte, die vermessen wäre. Es ist aber natürlich unser Ziel.“

Am Ende des Tages geht es aber in erster Linie um die Philosophie, hinsichtlich der Freund klarstellen will: „Nicht viele Vereine in Europa können das vorweisen, was wir in den letzten Jahren national wie international geleistet haben. Deswegen sind wir kein Ausbildungsverein und wollen auch keiner sein. Wir haben ganz klar unsere Ziele. Unser Weg mit jungen Spielern soll konsequent weiter gegangen werden und wir sind auch überzeugt, dass wir damit weiter erfolgreich sind.“

 

Bernhard Kastler

Oscar Garcia soll ante portas stehen

Vielleicht gibt es bald ein katalanisches Führungsduo – auf und neben dem Feld. In der „Mundo Deportivo“ wurde bereits vergangene Woche kolportiert, dass Garcia nahe der Unterschrift sein soll. Interessant: 4-3-3-Mann Garcia war auch schon als Kolumnist für die Sporttageszeitung tätig.

Der Trainer trat zuletzt im September 2014 aus gesundheitlichen Gründen beim Neo-Prödl-Klub Watford nach nur einem Monat zurück. Zuvor war Garcia zum zweiten Mal bei Maccabi Tel-Aviv engagiert, aber ebenfalls nur einen Monat, wegen politischer Unruhen ging er dann nach England.

Nach zehn Jahren Pause wurde Maccabi mit Garcia 2013 wieder Meister. Nicht nur fielen dabei sein Punkteschnitt von 2,22, sondern auch die zehn Punkte Vorsprung auf Maccabi Haifa sowie das Torverhältnis von 61:20 bei 26 Spielen im israelischen Grunddurchgang auf.

Es folgte eine Saison beim Championship-Team Brighton & Hove-Albion, mit dem Garcia erst im Halbfinale den Aufstieg in die Premier League verpasste. Garcia ist in jedem Fall zu haben. 

Sauer sagt: „Das Profil des Trainers muss natürlich zu unserer Vereinsstrategie passen. Das steht relativ klar fest und dann gibt es Argumente, die man abwägen muss. Grundsätzlich engt sich der Kreis der Kandidaten durch die Spielphilosophie ein wenig ein. Da können wir nicht nur in Österreich schauen, sondern müssen auch den europäischen Trainermarkt im Blickfeld haben.“

Peter Zeidler trainiert schon ante portas

Direkt ante portas würde Peter Zeidler stehen, schließlich trainiert der Deutsche seit drei Saisonen den FC Liefering überaus erfolgreich und würde perfekt ins Profil passen, das Freund am Montag kommunizierte: „Dauerhaft Aufbau- und Ausbildungsarbeit zu leisten, erfordert ein hohes Maß an Identifikation mit dieser Aufgabe.“ Der Frankreich-Liebhaber lebt dies beim FC Liefering vor.

Und Sauer schließt ihn als Kandidaten auch nicht aus. „Es geht um die beste Lösung, da kommen alle Alternativen in Betracht, die unsere Spielphilosophie überzeugend umsetzen können.“

Der Deutsche, der diese Aufgabe wohl auch gerne machen würde, ist ein enger Vertrauter von Ralf Rangnick. Auf der anderen Seite bräuchte man dann wiederum einen Nachfolger. Und offenkundig passen Zeidler und der FC Liefering ideal zusammen. Klar ist auf jeden Fall eines, die Zeit drängt.

Wir werden den Kader noch verstärken“

„Das großes Ziel ist es, bis zum Trainingsstart (25.6.) den neuen Trainer zu präsentieren“, so Sauer.

Bis dahin soll auch der Kader idealerweise stehen, wie Freund sagt. „Wir werden den Kader noch verstärken, wir haben vor allem in der Defensive namhafte Abgänge. Wir werden Qualität hinzufügen. Da sind wir in Gesprächen und hoffen, dass wir mit Trainingsstart alle Personalien abschließen können, um mit dem kompletten Kader starten zu können.“

Lieferings Ante Roguljic, vor zwei Jahren immerhin für zwei Millionen Euro gekommen, muss noch warten und wird vorerst für ein Jahr an Hajduk Split verliehen.

Ebenfalls warten müssen die Fans auf eine Entscheidung bei Marcel Sabitzer. Freund: „Es ist noch nicht endgültig fixiert. Nach seinem Urlaub werden wir gemeinsam eine Entscheidung treffen.“

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