Rapids Wackelkandidaten

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Rapids Wackelkandidaten: Wer geht, wer bleibt?

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Ein 27-Mann-Kader ist fast zu viel des Guten.

Derzeit hat Trainer Zoran Barisic beim SK Rapid noch ein Überangebot an Spielern zur Verfügung.

Noch dazu ist die Spreu nur schwer vom Weizen zu trennen, der Konkurrenzkampf boomt wie selten zuvor.

Sportdirektor Andreas Müller kündigte mehrmals an, für den einen oder anderen noch eine Lösung zu finden.

Und tatsächlich gibt es bei den Grün-Weißen noch einige Wackelkandidaten, die den Verein verlassen oder zumindest verliehen werden könnten. Ein Abgang steht mittlerweile schon fest.

 

BRIAN BEHRENDT:

Der 23-jährige Defensivspieler steht derzeit im Fokus. Seit kurzem ist sein Abgang offiziell! Brian Behrendt verlässt den SK Rapid und heuert beim deutschen Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld an. Der 23-jährige Deutsche unterschreibt in seiner Heimat einen Dreijahresvertrag bis 2018 und bringt Rapid eine Ablöse ein, da das Arbeitspapier bei den Wienern noch bis 2016 gelaufen wäre. "Für mich ist es jetzt an der Zeit, eine neue Aufgabe zu bestreiten", so Behrendt, der seit 2008 im Nachwuchs der Hütteldorfer spielte und es bis in die Kampfmannschaft schaffte. Aufgrund der großen bestehenden Konkurrenz in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld wollte der Deutsche die Ausfahrt nehmen. Vor allem klopfte mit Arminia Bielefeld ein Klub aus der Heimat an, der eben erst den Aufstieg in die 2. deutsche Bundesliga geschafft hat. Obwohl Behrendt nach seiner Ausbildung im HSV-Nachwuchs nun schon seit sieben Jahren bei Rapid ist, dürfte die Rückkehr in die Heimat Priorität gehabt haben, um seinem Ziel "deutsche Bundesliga" näher zu kommen. Behrendts Situation bei Rapid war nicht immer zufriedenstellend. Nach der Beförderung zu den Profis kam der Scharfschütze in der Saison 2013/14 auf 30 Einsätze, wenn auch nicht immer von Beginn an. Barisic zählte zu seinen Förderern, vergangene Saison reichte es aufgrund von Verletzungspech jedoch nur zu zehn Spielen. Auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung hatte er zudem mit Mario Sonnleitner, Christopher Dibon und Maximilian Hofmann starke Konkurrenz, im defensiven Mittelfeld kämpfen noch Thanos Petsos, Stefan Schwab, Dominik Wydra und Srdjan Grahovac um ihren Platz. Ein Angebot aus Deutschland kommt zudem nicht alle Tage.

 

DOMINIK WYDRA:

Mit 17 Jahren wurde der Wiener von den Amateuren zu den Profis befördert, an seinem 18. Geburtstag stand er erstmals in der Kampfmannschaft, noch dazu über 90 Minuten. Bei Rapid hielt man immer große Stücke auf den zentralen Mittelfeldspieler, der vor allem defensiv zum Einsatz kommt. Trotzdem stockte die Entwicklung ein wenig, immer wieder wurden dem technisch versierten, mittlerweile 21-Jährigen, Konkurrenten vor die Nase gesetzt. So reichte es in den vergangenen drei Spielzeiten nur zu 17, 20 und 18 Einsätzen in der Bundesliga. In Österreichs U21-Nationalteam ist man sich der Stärke Wydras jedoch bewusst, nicht umsonst trägt er in der rot-weiß-roten Auswahl die Kapitänsschleife. Noch dazu traten immer wieder ausländische Vereine an den Youngster heran. "Mit einem Auge schielen wir schon immer wieder ins Ausland. Wir haben eigentlich mit vier Vereinen immer Kontakt gehabt, hauptsächlich aus Deutschland (Anm.: Darunter soll Karlsruhe gewesen sein), da gab es schon Anfragen", verrät Berater Max Hagmayr gegenüber LAOLA1. Trotz eines unzufriedenstellenden Frühjahrs hat Rapid Priorität. Die Ausgangsposition soll sich zuletzt zum Guten gewandt haben. "Es ist ihm in der Vorbereitung sehr gut gegangen und er hat auch wieder eine Gesprächsbasis mit den Trainern. Das ist wichtig für einen jungen Spieler." Noch dazu steht mit Brian Behrendt ein direkter Konkurrent vor dem Abgang. Zuletzt erklärte die Admira Wydra zum Wunschkandidaten. Hagmayr bestätigt, dass Trainer Oliver Lederer Interesse an einer Ausleihe bekundet hat, aktuell soll dies jedoch kein Thema sein. Die Zeichen stehen somit auf einen Verbleib in Grün-Weiß.

 

MICHAEL SCHIMPELSBERGER:

An Michael Schimpelsberger scheiden sich die Geister. Einerseits ist man sich des Potenzials des Außenverteidigers bewusst, andererseits dürften ihn die schweren Verletzungen so aus der Bahn geworfen haben, dass der Anschluss nicht mehr so leicht fällt. Zumindest wurde dem 24-jährigen Linzer von Vereinsseite mitgeteilt, sich einen neuen Verein suchen zu können. Immerhin hat man durch die Neuverpflichtung von Admiras Stephan Auer vorgesorgt, auch Mario Pavelic steht auf rechts noch zur Verfügung. Ein Achillessehnenriss sowie ein Kreuzbandriss unmittelbar hintereinander dürften Schimpelsbergers Visionen bei Rapid endgültig zerstört haben. Zuletzt trainierte der Defensivspieler bereits beim russischen Erstligisten Terek Grozny, der auf Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf weilte. Laut "Kurier" steht eine Entscheidung jedoch noch aus, da die Legionärsregel geändert werden soll. Ebenfalls ins Spiel gebracht wurde der Abwehrspieler beim SV Grödig, der aktuell keinen gelernten Rechtsverteidiger besitzt und mit Tobias Kainz auf einen umfunktionierten Defensivakteur setzt. Trainer Peter Schöttel betonte, mit dem aktuellen Kader in die Saison gehen zu wollen, allerdings sollen zwei Positionen offen gelassen wurden, um im Fall der Fälle nachjustieren zu können. Die Zeichen stehen auf Abschied, da trotz der Universalität Auers ein Überangebot auf der rechten Außenbahn besteht.

 

SRDJAN GRAHOVAC:

Und noch ein defensiver Mittelfeldspieler wurde zuletzt nicht glücklich bei den Hütteldorfern: Srdjan Grahovac. Als ehemaliger bosnischer U21-Teamkapitän hochgejubelt, konnte der 22-Jährige bisher noch nicht den Erwartungen gerecht werden. Aufgrund seines noch bis 2017 laufenden Vertrags sowie den möglichen Abgängen der Konkurrenten Behrendt und Wydra wird Rapid jedoch wohl weiter am Abräumer festhalten. Lediglich ein Leihgeschäft wäre anzudenken. Grahovac heuerte vor einem Jahr im Westen Wiens an und brachte es bisher auf 13 Bundesliga-Einsätze. Meist kam der Defensivakteur jedoch nicht über die Reservistenrolle hinaus und half zum Saisonende sogar bei Rapid II aus, um den Klassenerhalt möglich zu machen. Sollte er der Mannschaft erhalten bleiben, wird er weiterhin um seine Chancen kämpfen müssen, denn die Konkurrenz schläft nicht.

 

Weitere Personalien geklärt

Abseits der vier Genannten wurde mit Dominik Starkl bereits ein Wackelkandidat der vergangenen Monate abgegeben. Der Offensivspieler versucht sein Glück auf Leihbasis bei der Admira.

Einer, der es bei Rapid nie über die zweite Mannschaft hinausschaffte und lediglich in Testspielen zu grün-weißen Ehren kam, ist Christian Schoissengeyr. Der Innenverteidiger unterschrieb einen Vertrag beim SK Sturm bis 2017 und wechselt ablösefrei. Der 20-Jährige wurde bereits mit 16 Jahren mit einem Profivertrag ausgestattet, schaffte aber nie den Durchbruch.

Unverändert bleibt die Situation für Tobias Knoflach als dritter Torhüter. Mit Richard Strebinger wurde dem 21-Jährigen erneut ein Konkurrent vor die Nase gesetzt, der sich mit Jan Novota um die Nummer eins duelliert.

Und dann bleiben noch die zwei Unbekannten. Verlassen die heißbegehrten Robert Beric und/oder Philipp Schobesberger den Verein, könnte es zu weiteren Veränderungen kommen.


Alexander Karper

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