Grün-weiß zum Anfassen

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Grün-weiße Geschichte zum Angreifen

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Gemeinsam – Kämpfen – Siegen.

Diese drei Schlagworte prangen in großen Lettern an der Front der Südtribüne des Hanappi-Stadions.

Unter diesem Motto kommen grün-weiße Fans ab sofort in den Genuss der fast schon 113-jährigen Vereins-Geschichte.

Lange musste der Rekordmeister darauf warten, nun hat Rapid sein eigenes Museum – das sogenannte „Rapideum“.

Exponate aus unterschiedlichen Epochen

Angefangen bei Präsident Rudolf Edlinger über Trainer Peter Schöttel, Steffen Hofmann, Helge Payer und Stefan Kulovits bis hin zu den „Legenden“ Alfred Körner, Hans Krankl, Herbert Feurer oder Rudi Flögel – keiner ließ sich die Eröffnung entgehen.

Vor zwei Jahren wurde auf der Mitgliederversammlung der Beschluss gefasst, Erinnerungen in Form von Exponaten auszustellen. Das Ergebnis kann sich dank zahlreicher Leihgeber und Schenker sehen lassen.

Pokale, Trikots, Fußballschuhe und Eintrittskarten gehören unweigerlich dazu.

Zu den etwas ausgefalleneren Stücken zählt da schon eine gut erhaltene Original-Bank von der Pfarrwiese sowie ein extra angefertiges Modell im Maßstab 1:140, ein Schweißband von Jan Age Fjörtoft oder ein Nothammer aus einer Straßenbahn, der als Wurfgeschoss sicher gestellt wurde.

„Das Rapideum soll unsere Fußballgötter ehren“

Aktuelle Fußballgrößen wie Kapitän Steffen Hofmann finden sich in Form von Ausstellungsstücken ebenso wieder wie Michael Konsel, Hans Krankl, Dejan Savicevic, Ernst Happel, „Bimbo“ Binder oder Josef Uridil.

„Das Rapideum soll unsere Fußballgötter gebührend ehren und eine Pilgerstätte für Fans werden“, ist Präsident Edlinger sichtlich stolz.

Bei einem Spaziergang durch das neue Museum bemerkt man, dass es nicht wie anderswo chronologisch aufgebaut ist, sondern nach den drei Schlagworten „Gemeinsam – Kämpfen – Siegen“.

„Es handelt sich um ein Museum, das entdeckt werden will“, verrät Domenico Jacono, Kulturpublizist und ausgewiesener Kenner der Rapid-Geschichte, der zusammen mit Projektorganisator Thorsten Leitgeb hauptverantwortlich für das Projekt war.

Statue von Dionys Schönecker enthüllt

In Fächern und Laden können Besucher nähere Informationen und weitere Einzel-Stücke finden, darunter unter anderem den ersten Fanschal aus dem Jahr 1969 oder eine originale Taschenuhr von Dionys Schönecker.

Eine Statue des legendären Sektionsleiters, der von 1910 bis 1938 seiner Arbeit nachging und bis 1926 auch als Trainer tätig war, ziert ab sofort den Eingangsbereich.

Multimediale Features dürfen natürlich auch nicht fehlen. So verschaffen Touchscreeens einen Überblick über historische Ereignisse und bieten eine Vielzahl von Videos grün-weißer Heldentaten an.

„Wer behauptet, dass ein Museum in Zeiten des Internets keinen Sinn macht, dem fehlt die Begeisterungsfähigkeit“, erklärt Präsident Edlinger. Staubiger Museums-Charakter herrscht in Hütteldorf somit nicht vor.

Geschichte vom Anfang bis heute

Rapid hat sich aber auch zur Aufgabe gesetzt, die Dauerausstellung kritisch aufzubereiten.

Nach der von Edlinger beauftragten Studie „Grün-Weiß unterm Hakenkreuz“ wird dieser Zeitabschnitt auch im „Rapideum“ nicht unter den Teppich gekehrt. Eine Lade, die sich nicht schließen lässt, erinnert symbolisch unter dem Slogan „Niemals vergessen“ an die NS-Zeit.

Von der ersten Meisterschaft vor gut hundert Jahren bis zu den Europa-League-Erfolgen gegen Aston Villa 2009 und 2010 ist alles zu finden. Auch die prominenten Besucher staunten nicht schlecht.

„Heute ist ein besonderer Tag. Ein Museum war ein Wunsch, der schwierig zu erfüllen war“, gibt Edlinger zu. Ab sofort können die Besucher in die eindrucksvolle Geschichte des SK Rapid eintauchen.


Alexander Karper

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