Müller: "Damit haben wir das Heft selbst in der Hand“

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Ein Spiel bleibt dem SK Rapid, um eine verkorkste Herbstsaison zumindest noch halbwegs positiv abzuschließen.

Allerdings könnte es kein schwierigeres Unterfangen geben, als dies ausgerechnet gegen das in Topform agierende RB Salzburg schaffen zu wollen.

Schenkt man den Worten von Sportdirektor Andreas Müller und Trainer Zoran Barisic Glauben, wird über die Winterpause aber ohnehin alles besser.

Große Veränderungen sind zwar nicht geplant, ausschließen kann und will die sportliche Leitung aber gar nichts. Vielmehr soll sich der vorhandene „Kern“ der Mannschaft im Frühjahr von einer anderen Seite präsentieren.

Mehr Breite durch Rückkehrer

„Ich gehe davon aus, dass zum Start der Vorbereitung alle Spieler zur Verfügung stehen“, ist Barisic, der immer wieder auf das Fehlen wichtiger Leistungsträger verwies, zuversichtlich. "Ich bin überzeugt von der Mannschaft und weiß, dass sie uns noch eine riesengroße Freude bereiten wird."

Kann der Kader in voller Hülle und Fülle ausgekostet werden, sieht man sich durchaus konkurrenzfähig und leistungsstärker als bisher.

Müller sieht auf Nachfrage von LAOLA1 nämlich gerade darin den entscheidenden Schlüssel, warum man im Winter möglichst wenig nachjustieren will.

„Wir sind natürlich sehr froh, dass die Verletzten zurückkommen. Dadurch erhoffen wir uns mehr Breite im Kader. Ich gehe nicht davon aus, dass es viele Transfers geben wird.“

„Haben zumindest nichts in der Pipeline“

Auf keiner Position sieht man sich derzeit unterbesetzt, so dass man die Transferzeit zur Aufbesserung nützen müsste. „Wir haben zumindest nichts vorbereitet bzw. in der Pipeline“, gibt der 51-jährige Deutsche preis.

Auch das kursierende Gerücht, um eine mögliche Rückkehr von Guido Burgstaller, der bei Cardiff City nicht mehr zum Zug kommt, wird bereits im Keim erstickt. „Wir haben uns keine Gedanken über Burgstaller gemacht.“

Auch Abwanderungswünsche bestimmter Spieler sind bisher nicht bekannt. Dies könnte sich aber erfahrungsgemäß schnell ändern. Schließlich müsste im Fall der Fälle doch noch reagiert werden.

„Wir müssen uns immer damit auseinandersetzen, nicht nur in der Transferzeit. Wir sind immer damit konfrontiert und es ist ganz normal, dass Angebote eintreffen können.“

Anfragen und Abgänge nicht ausgeschlossen

So richtig Gefahr wittert Müller aber nur im Fall von „ein, zwei Spielern, die im Fokus stehen, aber zumindest bis Sommer oder darüber hinaus an uns gebunden sind“.

Einer davon ist zweifelsohne Louis Schaub, der erst im Sommer seinen Vertrag bis 2017 verlängerte, jedoch aufgrund seiner Ausstiegsklausel jederzeit abhandenkommen könnte.

Diesen Luxus genießt allerdings nur mehr der 19-jährige ÖFB-U21-Spieler. Um perspektivischer arbeiten zu können, wurden Verträge dieser Art seither unterlassen.

Wichtige Leistungsträger konnten mit mehrjährigen Kontrakten ausgestattet werden, um endlich einmal auch ein Jahr ohne neuerlichen Umbruch zu überstehen.

„Kern der Mannschaft“ mit Perspektive

„Unser großes Ziel ist es, den Kern der Mannschaft in den nächsten zwei, drei, vier Jahren zusammenzuhalten. Mit den langfristigen Verträgen haben wir bei Spielern, die sich hier weiterentwickeln, das Heft selbst in der Hand“, stellt der Sportchef klar.

Sollte ein Spieler trotz allem wechselwillig sein, müsse man Für und Wider abwägen und die beste Entscheidung im Sinne des Vereins treffen. Bisher gäbe es aber weder offizielle Anfragen noch Abwanderungsgedanken im grün-weißen Lager.

Aktuell kämpft man aufgrund von Verletzungssorgen und Erkrankungen noch immer am personellen Sektor und muss gegen Salzburg wohl auf einen Rumpfkader bauen.

Trotz Besserung in den vergangenen Wochen und Monaten stehen Christopher Dibon und Brian Behrendt noch im Aufbautraining, Andreas Kuen und Michael Schimpelsberger kehrten erst kürzlich ins Mannschaftstraining zurück.

„Alles aus Körper und Geist rausklopfen“

Für Letzteren käme ein Einsatz in Wals-Siezenheim trotz des gesperrten Stefan Schwab und der grippekranken Stefan Stangl, Mario Pavelic und Dominik Starkl laut Barisic noch zu früh.

Pavelic konnte am Freitag erstmals wieder mittrainieren, der Rechtsverteidiger sei jedoch noch sehr geschwächt. Für den Fall der Fälle müsste Ferdinand Weinwurm ins kalte Wasser geworfen werden – ein kalkuliertes Risiko im Duell mit Kevin Kampl.

Ausfälle dieser Art sind auch in Zukunft nicht auszuschließen, trotzdem hält man voraussichtlich am eingeschlagenen Weg ohne große Sprünge fest.

Die „Neuzugänge“ kommen hauptsächlich aus den eigenen Reihen. Bis es soweit ist, gilt im Duell mit Salzburg nur Barisic‘ Motto: „Wir wollen noch einmal alles aus Körper und Geist rausklopfen.“


Alexander Karper

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