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Personalentscheidung zwischen Pfiffen und Applaus

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Die Tinte ist trocken, die Entscheidung offiziell.

Der SK Rapid nützte den Rahmen der Ordentlichen Hauptversammlung, um eine bereits viel diskutierte Personalentscheidung endgültig bekanntzugeben.

Überraschungen blieben aus, da die Gerüchteküche bereits seit mehreren Tagen brodelte und sich schlussendlich als wahr entpuppte.

In den Fokus rückt dadurch Christoph Peschek, der von der politischen Zukunftshoffnung der SPÖ und dem ehrenamtlichen Vizepräsidenten bei den Grün-Weißen ab 1. Februar 2015 zum Geschäftsführer Wirtschaft aufsteigt. Werner Kuhn tritt in Zukunft als Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe GmbH, Raphael Landthaler als Abteilungsleiter Finanzen und Organisationsentwicklung an.

Kritik an Pescheks Wahl stimmt Krammer nachdenklich

Dass der 31-Jährige alle seine politischen Ämter (Gemeinderat, Lehrlingssprecher) zurücklegte, um bei Rapid hauptberuflich einsteigen zu können, löste aber im Vorfeld der Verkündung keinerlei Luftsprünge aus. Auch bei der Verkündung wechselten sich Buh-Rufe mit Applaus ab.

Die fehlende Erfahrung im wirtschaftlichen Bereich ließen die rechte Hand von Präsident Michael Krammer für diese wichtige Position für viele nicht qualifiziert genug erscheinen.

Ein Faktum, das vor allem dem vor einem Jahr ins Amt gehobenen Neo-Boss negativ aufstieß. Seinem Ärger über die im Vorfeld geäußerte Kritik ließ er freien Lauf.

„Die letzten Tage haben mich sehr nachdenklich gestimmt“, öffnete Krammer sein Plädoyer, um für den ambitionierten Peschek eine Lanze zu brechen.

Peschek profilierte sich unter 70 Bewerbern

Über die Medien machte die Kunde bereits unter der Woche die Runde. Eine vorzeitige Enthüllung, die alles andere als nach dem Geschmack des Präsidenten war.

„Dann ist es losgegangen: Wir wurden beschimpft, haben Mails bekommen – das zeugt von Misstrauen, auch mir gegenüber. Das ist sehr traurig“, kommentierte Krammer die entstandene Negativ-Stimmung.

„Die, die das schreiben, müssen glauben, Krammer ist ein Trottel oder will dem Verein schaden. Wir machen es ehrenamtlich und lassen uns an unseren Zielen messen. Wir sind in vollem Umfang transparent.“

Vorgeworfen wurde den Hütteldorfern die angekündigte Ausschreibung. Die Bestellung Pescheks wurde in die Kategorie „Freunderlwirtschaft“ unter politischen Hintergründen eingeordnet.

Dabei soll sich der neue Geschäftsführer offiziell unter 70 Bewerbern durchgesetzt haben. Schlussendlich durften sich fünf in einem Hearing beweisen, Peschek ging als Sieger hervor.

„Vorurteile sind ganz schlecht“

Für Krammer entbehren diese Anschuldigungen jeglicher Grundlage. Viel mehr seien die Entscheidungen gut überlegt und im Sinne des SK Rapid getätigt worden.

„Ich bin seit 23 Jahren in Führungspositionen und habe 20 bis 30 Personalentscheidungen auf Top-Niveau getroffen, die werden nie zur Routine“, verteidigte sich Krammer.

Krammer steht zur Entscheidung pro Peschek

Alleine die hinterrücks getätigten Unterstellungen verurteilte der Rapid-Boss energisch und rief im gleichen Atemzug zum grün-weißen Zusammenhalt und Vertrauen auf. Schließlich wolle man sich ja nicht ins eigene Fleisch schneiden.

„Vorurteile sind ganz schlecht. Macht euch nach den Erklärungen ein Bild und messt die Personen dann an den Taten.“

Peschek trotzt der Kritik

Peschek selbst fühlt sich dem Druck gewachsen und nimmt die Aufgabe mit großem Engagement in Angriff. Dass Personalentscheidungen dieser Art Kritiker auf den Plan rufen, ist dem Jungspund bewusst.

„Hiermit spreche ich eine Einladung an die Skeptiker aus: Meine Türe ist offen, ich bin kritikfähig und freue mich auf Verbesserungsvorschläge. Ich lasse mich an Leistung messen.“

Als Hauptpunkte seiner zukünftigen Arbeit stellte dieser den Wachstum, die Stärkung der Marke Rapid sowie die Verbesserung der Struktur in den Vordergrund.

Mit dem „Einblick in die Stärken, aber auch die Schwächen Rapids“ will Peschek zusammen mit einem Expertenteam die Agenden von Kuhn übernehmen.

Kuhns Arbeit wird auf mehrere Schultern verteilt

Dieser machte Präsident Krammer bereits im Laufe des Jahres klar, im Zuge der Umstrukturierung nicht mehr für diese Aufgabe zur Verfügung zu stehen.

Die Arbeit Kuhns in all seiner Bandbreite wird laut Krammer auf mehrere Schultern verteilt. Der nunmehrige Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe wird dem Verein trotzdem weiterhin zur Verfügung stehen.

Während der oft kritisierte General Manager Beifall erntete und von höchster Stelle lobende Worte über sich ergehen ließ, sorgte das Thema der Neubesetzung weiterhin für geteilte Meinungen.

Das wird sich in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten auch nicht so schnell ändern.


Alexander Karper

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