Trotzdem auf einem guten Weg

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"Sollten jetzt definitiv mit Siegen anfangen"

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Die schlechte Nachricht: ein Punkt aus zwei Spielen. Die gute: gut gespielt und zwei Partien gegen die besten Teams der Liga zum Auftakt des Frühjahrs hinter sich gebracht.

Freilich fällt die erste Bilanz für Rapid nach zwei Begegnungen im Frühjahr 2013 zwiespältig aus. Schließlich mussten die Wiener mit der Derby-Niederlage gegen die Austria die Titelhoffnungen begraben.

„Wir haben jetzt 15 Punkte Rückstand, für uns geht es nicht mehr um die Meisterschaft, schon seit vergangener Woche nicht mehr“, stellt Rapid-Trainer Peter Schöttel nach dem 3:3 gegen Salzburg fest.

Die Sichtweise hat sich verändert: „Wir wollen so viel wie möglich punkten und dann werden wir sehen, ob wir Zweiter, Dritter oder Vierter werden. Das sind die Möglichkeiten, die wir noch haben.“

Polster in Aussicht

Um für Ruhe zu sorgen, bietet sich ein Sieg gegen Mittwoch-Gegner Sturm zweifellos an. Für Rapid ist ein Teilnehmen am Europacup ohne Wenn und Aber Pflicht, Platz vier würde dafür bereits reichen.

Diesen haben aktuell die Grazer inne und drei Punkte Rückstand auf die Wiener. Die Hütteldorfer können aber Platz drei nicht nur absichern, sie können auch weiterhin an Salzburg dran bleiben, das momentan den zweiten Champions-League-Platz belegt.

„Wir wollen unbedingt gewinnen und einen Polster auf Sturm aufbauen“, gibt Schöttel klar die Richtung vor. Trotz erst eines Punktes darf der Rapid-Coach aus drei Gründen optimistisch sein.

LEISTUNG

Rapid gewann zwar keines seiner beiden Spiele anno 2013, doch die Leistungen waren mehr als ansprechend. „Wir waren schon im Derby gegen die Austria besser als im Herbst, weil wir da am Ende vielleicht ein wenig ausgelaugt waren. Jetzt sind wir richtig aggressiv. Die nächsten Spiele werden positiv ausfallen“, ist sich Terrence Boyd sicher. Beim 1:2 gegen die Austria kippte die Partie nach Boskovic‘ völlig unnötiger Roten Karte, beim 3:3 gegen Salzburg wurden trotz dreier Treffer noch gute Möglichkeiten ausgelassen. „Wir haben jetzt zwei Mal ganz gut gespielt, ich hoffe, dass wir in unserer Entwicklung noch weitere Schritte nach vorne machen können. Wir sollten jetzt einfach definitiv mit Siegen anfangen“, sagt Schöttel, der weiß, dasw „wir bereits gegen die zwei besten Teams der Liga gespielt haben.“ Freilich ist aber auch nicht alles eitel Wonne nach nur einem Punkt in zwei Spielen. „Im Defensivverhalten wurden zu viele Fehler gemacht“, meint Schöttel nach dem packenden Remis in der Mozartstadt. Gegen Sturm soll wie beim ersten Saison-Duell (3:0) im Hanappi-Stadion die Null stehen, Linksverteidiger Thomas Schrammel und Sechser Harald Pichler sind allerdings gesperrt.

OFFENSIVE

13:7-Torschüsse für Rapid gegen die Austria, 18:14-Torschüsse für Rapid gegen Salzburg. Zu Chancen kommen die Hütteldorfer, einzig die Verwertung lässt zu wünschen übrig. Terrence Boyd vergab in Salzburg vor seinem Treffer drei gute Möglichkeiten. „Ich muss ruhiger bleiben, das muss ich verbessern“, weiß der US-Boy, der gegen Sturm wieder von Beginn an angreifen wird. Auch weil der 22-Jährige für Schöttel gegen Salzburg „sehr unangenehm für den Gegner war.“ Ebenfalls unangenehm zeigten sich Deni Alar, Guido Burgstaller und natürlich ein Steffen Hofmann in Form. Der  Kapitän legte zwei Treffer ideal auf. Mit Boskovic kommt sein technisch versierter Kompagnon nach Sperre zurück in die Elf. Schöttel muss ob Sperren diese notgedrungen verändern, doch die große Regel soll das nicht werden: „An und für sich will ich nicht viel rotieren.“ Neuzugang Marcel Sabitzer ist ein Joker, der stechen kann. Sein 3:3-Ausgleich ist dafür Beweis genug. Und der Coach ist mehr als guter Dinge: „Wir sind auf einem guten Weg. Sabitzer macht uns besser, Boskovic wird uns besser machen.“ Gegen Sturm sollte sich die bislang gezeigte Offensiv-Power bezahlt machen. Boyd strotzt schon vor Selbstbewusstsein: „Sturm darf uns nicht gefährlich werden, weil wir von der Qualität her klar besser sind.“ Freilich sollten solchen Worten auch Taten folgen.

MORAL

„Es zeigt einfach, dass wir eine tolle Moral haben. Wir waren zwei Mal zu Zehnt und haben beide Male das Spiel mehr oder weniger im Griff gehabt“, ist Hofmann mit dem Spirit seiner Mannschaft zufrieden. Gegen die Austria spielte Rapid eine Stunde mit einem Mann weniger, in Salzburg eine knappe halbe. In der Mozartstadt wurde dabei ein dreimaliger Rückstand aufgeholt, zwei Mal in Unterzahl: „Wir haben echt großen Charakter gezeigt.“ Sogar das frühe Tor der Hausherren nach 34 Sekunden (und das nach der bitteren Derby-Niederlage) wurde verkraftet. „Ich war überrascht, dass die Mannschaft den frühen Rückstand so schnell weggesteckt hat“, war sogar der Coach erstaunt. Klar ist trotz aller tollen Moral und auch der offensichtlich guten Fitness, Rapid sollte 2013 Spiele wieder mit elf Mann beenden: „Wir haben es nicht vor, das zur Gewohnheit zur machen“, scherzt Schöttel. Zur Gewohnheit sollen ab diesem Zeitpunkt nun Siege werden. Mit Sturm kommt ein moralisch angeschlagener Gegner. In Graz rumort es gewaltig – nach der 1:3-Heimblamage gegen den WAC auch kein Wunder. Einige Argumente sprechen daher für Rapid, dass der erste Sieg 2013 eingefahren wird. Oder wie es Schöttel beschreibt: „Ich hoffe, dass wir die anständigen Leistungen der ersten beiden Runden nun in Siege verwandeln können.“ Dafür wäre nun ein guter Zeitpunkt.

 

Bernhard Kastler

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