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SCR: Die Geister, die sie riefen

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"Wir wurden für die Tickets nicht belagert!"

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Die Geister, die sie riefen. Am Samstag werden sie für 90 Minuten durch das Hanappi-Stadion spuken.

Weil für die Fans heißt es: Wir dürfen leider nicht rein. Dann nämlich, wenn Rapid gegen Aufsteiger Admira (ab 18:30 Uhr im LAOLA1-Ticker) in die neue Bundesliga-Saison startet.

Nichts mit Hütteldorf-Roar, keine farbenprächtige Choreographie und also auch garantiert keine Stimmung.

Abgehakt mit Schmerzen

Fanservice-Leiter Andy Marek blutet im Gespräch mit LAOLA1 das Herz, wenn er daran denkt, dass am Samstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt wird.

„Was beim Derby passiert ist, damit habe ich mich abgefunden, das ist für mich vorbei. Aber natürlich tut mir die Situation weh“, so der Stadionsprecher, der sich nicht an ein Spiel mit weniger Fan-Zuspruch erinnern kann.

Selbst in Testspielen gegen Ruzomberok aus der Slowakei, seit Jahren ein beliebter Gegner in der Vorbereitung, kamen immer 500, 600 Fans.

„Es waren immer noch Leute da, die Lärm gemacht haben. Aber die Situation ist jetzt so, dass es dieses Spiel gibt“, sagt Marek. „Leider.“

"Wurden nicht von Fans belagert"

Aber es gibt beim „Geisterspiel“ nicht nur Verlierer im Rapid-Lager. Denn neben den für die Durchführung des Spiels verantwortlichen Mitarbeitern, Sicherheits- und Rettungskräften erhält jeder Verein 75 Tickets für den etwas anderen Bundesliga-Auftakt.

Und die Hütteldorfer haben auch schon festgelegt, welche Fans ins Stadion dürfen. Die begehrten Karten gehen an das Kinderdorf „Clara Fey.

„Wir wurden von unseren Fans jetzt nicht belagert, hatten keine tausenden Anfragen, aber das Interesse für die 75 Karten ist doch merklich mehr geworden in den letzten Tagen“, mussten sich Marek und die Vereinsführung etwas überlegen.

Verschiedene Optionen geprüft

„Es gab mehrere Ansätze, aber wir haben zunächst keine Lösung gefunden, mit der alle leben können.“

Angedacht war es, die Karten unter all jenen Mitgliedern zu verlosen, die seit 20 Jahren oder länger beim Verein sind. „Ich habe recherchiert und das waren rund 480 Personen.“

Abonnenten, die seit 15 Jahren nonstop auf ihrem Platz im Hanappi-Stadion sitzen oder stehen gibt es mehr als 1.000

„Dann haben wir überlegt ,ob wir die Karten dem Rapid-Nachwuchs geben, aber die Trainer und Betreuer haben sofort abgewunken.“ Keiner da, die jungen Spieler sind zum Ferienbeginn in alle Richtungen verstreut.

"Ein unvergesslicher Tag"

Also etwas für den guten Zweck und das schlechte Gewissen ob der unschönen Derby-Szenen tun. „Wir haben beim SOS Kinderdorf angefragt, aber dann haben wir den Tipp mit dem Kinderdorf Clara Fey bekommen“, berichtet Marek.

Seit August 1953 werden in der Stefan-Esders-Villa Kinder, die körperliche, soziale und emotionale Benachteiligungen erlitten haben, vom Schwestern-Orden vom armen Kinde Jesu betreut.

Und am Samstag von Andy Marek, selbst Familienvater, der sich auf die kleinen Rapid-Fans freut. „Jeder Gast bekommt einen Schal und eine Fahne und wir werden alles dafür tun, dass es ein unvergesslicher Tag für die Kinder wird.“

Nur die Vidi-Wall, sonst nichts

Zeit genug hat der stimmgewaltige Moderator jedenfalls, um sich voll und ganz den Kids zu widmen, denn: „Es wird weder Werbung, noch ein Rahmenprogramm geben“, stellt Marek klar.

Einzig die Vidi-Wall wird wie gewohnt ihren Dienst verrichten und die notwendigen Infos transportieren.

"Zumindest da wird alles seinen gewohnten Gang nehmen, mit Uhrzeit, Toren und Karten."

Feste feiern, wie sie fallen

Dass Rapid-Fans in großen Mengen zum Stadion kommen, glaubt der Mann mit dem direkten Draht zu den Fanklubs nicht.

„Ich habe nur gehört, dass einige Fans Feste machen, vor allem in den Bundesländern, aber von uns wird in diese Richtung nichts organisiert.“

Welche 75 Fans die Admira ins Hanappi-Stadion mitbringt, war am Donnerstag nicht zu erfahren, da vom Verein niemand erreichbar war.

Auf der Homepage wirbt der Aufsteiger aber mit dem Motto: „Kein Geisterspiel für unsere Admira-Familie“ und also für ein Public-Viewing in der Südstadt.

In einem Festzelt wird die Partie live gezeigt, bereits ab 16 Uhr gibt es eine Warm-Up-Party mit Stimmungsmusik und „XXL Chicken Burger“.

Stephan Schwabl

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