Ist Rapid nicht stabil genug?

Aufmacherbild
 

"Wir belohnen uns nicht für den Aufwand"

Aufmacherbild
 

Bei Rapid kommt das Werk’l einfach nicht ins Laufen.

Während zu Beginn der Saison nach dem Umbruch in grün-weiß noch vom Findungsprozess der Mannschaft die Rede war, bringt sich die Schöttel-Truppe aktuell selbst um ihren Lohn.

Beim 1:1-Unentschieden gegen Wiener Neustadt gab Rapid nicht zum ersten Mal in dieser Saison einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand.

Sowohl bei den Spielern als auch beim Coach herrscht Rätselraten. Sind die Wiener nicht stabil genug, um vorne mitzuspielen?

„Hören auf einmal auf, Fußball zu spielen"

„Wir belohnen uns einfach nicht für den Aufwand, den wir betreiben“, musste Chefbetreuer Peter Schöttel nach dem späten Ausgleich Wiener Neustadts zugeben.

Vor allem in der ersten Halbzeit drängte die Heimmannschaft auf weitere Treffer, zeigte aber vor dem gegnerischen Tor wieder einmal Abschlussschwächen.

Nach dem Seitenwechsel schaltete der Rekordmeister unfreiwillig einen Gang zurück. Warum, ist selbst den Hauptprotagonisten ein Rätsel.

„Ich habe keine Ahnung. Es passiert öfters, dass wir das Tor schießen und auf einmal aufhören, Fußball zu spielen. Es ist einfach eine sehr große Enttäuschung, dass man in so einer Partie unentschieden spielt. Das ist wie eine Niederlage“, ärgerte sich Michael Schimpelsberger.

Schon vier Mal zu sicher gefühlt

Insgesamt hatte Rapid in dieser Saison bereits vier Mal in letzter Sekunde einen Sieg oder zumindest einen Punkt hergeschenkt.

In der 4. Runde war man gegen Sturm die gefährlichere Mannschaft und kassierte in der 92. Minute das 0:1. In der 7. Runde dominierte man gegen Mattersburg daheim klar, ging mit 1:0 (55.) in Führung, musste aber in einer Schwächephase den Ausgleich hinnehmen (65.).

Am vorletzten Spieltag war es umgekehrt. Da hatte man gegen die Admira bis zum 0:3 klar das Nachsehen, kam auf 3:3 heran und verlor aufgrund einer fragwürdigen Elfmeterentscheidung in der 87. Minute. Dies wiederholte sich nun gegen die Stöger-Elf.

„Wir haben den Sack nicht zugemacht, dadurch ist die Geschichte wieder passiert“, suchte auch Schöttel nach Begründungen.

„Da sind wir ins Wanken gekommen“

Die Spieler hatten eher das „Was wäre wenn“-Szenario parat, als wirkliche Lösungsvorschläge.

„Ich kann es selber nicht sagen. Wir hatten in der zweiten Halbzeit eine Phase von zwanzig Minuten, wo wir nicht gut kombiniert haben und nur mit hohen Bällen agierten. Da sind wir ins Wanken gekommen“, blickte Guido Burgstaller zurück.

Auch Markus Katzer, der den Elfmeter verschuldete, suchte nach Antworten: „Nach dem 1:0 müssten wir viel ruhiger am Ball sein, das haben wir wieder einmal nicht getan. Zumindest nicht gut genug."

Das große Manko bleibt aber weiterhin die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Diesmal durfte sich mit Rene Gartler und Guido Burgstaller erneut ein neues Stürmerpaar beweisen.

„Sind anscheinend noch nicht so gefestigt“

Obwohl die zwei antrittsschnellen Offensivspieler gut harmonierten, schlossen sie vor dem Tor dort an, wo Salihi, Nuhiu, Alar und Co. in den Runden davor aufhörten.

„Wir müssen das zweite Tor machen, dann hat sich die Geschichte erledigt“, übte Burgstaller leichte Selbstkritik. Wenn es nur so einfach wäre.

„Es geht ja nun einmal um Tore. Wir erarbeiten uns viele Chancen, spielen gute Möglichkeiten heraus. Gegen Gegner, die massiv hinten stehen, muss man halt Geduld haben. Aber wir sind anscheinend noch nicht so gefestigt und haben dann noch durch den Elfer zwei Punkte verloren“, analysierte Schöttel.

Das Programm wir in den kommenden Runden nicht leichter. Die nächsten gegner heißen Austria, Sturm, Ried und Salzburg. Richtungsweisende Spieltage für die Hütteldorfer.

„Zur Zeit rennt viel sehr unglücklich für uns“

„Zur Zeit rennt viel sehr unglücklich für uns. Das passt momentan einfach zur Gesamtsituation“, meinte Schöttel, dessen Mannschaft vor allem daheim bisher unbekannte Schwächen zeigt.

In sechs Duellen vor heimischer Kulisse reichte es gerade einmal zu zwei Siegen, drei Remis und einer Niederlage. Noch dazu hätte man in der elften Runde durch die Ausrutscher der Konkurrenz endlich wieder an die vorderen Tabellenplätze heranschnuppern können.

„Die Meisterschaft ist lang, aber heute wäre es ideal gewesen, weil die anderen auch umgefallen sind. Die Chance haben wir nicht genützt“, so Katzer.

„Für die Ziele, die wir uns gesetzt haben, haben wir zu wenig Punkte“, gab auch der Chefbetreuer zu.

Die bisherige Bilanz fällt durchwachsen aus. Was aber von heute auf morgen geändert werden kann, scheint auch den Beteiligten Kopfzerbrechen zu bereiten.


Alexander Karper

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen