„Die Fans sind wichtig für die Mannschaft“

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In Hütteldorf wird wieder gesungen.

Beim 1:1 gegen den SV Mattersburg wurde der Stimmungs-Boykott der grün-weißen Fans offiziell beendet.

In einem vor dem Stadion ausgeteilten Flugblatt unter dem Titel „Information der vereinten Hütteldorfer Fanszene“ wurde die frohe Nachricht verkündet.

Die Geschehnisse beim Derby-Platzsturm hatten ihre Spuren hinterlassen, doch erstmals traten der Verein, die Mannschaft und die Fans wieder als Einheit auf. Zumindest bis in die Schlussminuten.

Rapid ging auf alle Fan-Forderungen ein

Laut dem Schreiben der grün-weißen Fan-Initiative „United we stand“ wurde im offenen Brief von Klubservice-Leiter Andy Marek „auf alle gelisteten Forderungen eingegangen.“

Auch der letzte offene Punkt, Derbys in Zukunft wieder im Hanappi-Stadion steigen zu lassen, soll in Aussicht gestellt worden sein.

Und so erklangen, wenn auch in abgeschwächter Form, erstmals wieder Fan-Gesänge, auch wenn das ganze Prozedere ein wenig an „Erpressung“ erinnerte.

Mit dem Anstoß gaben die Supporter ein „kräftiges Lebenszeichen“ ab, forderten: „Auf geht’s Rapid kämpfen und siegen.“

Mit Support ging Ruck durch die Mannschaft

Vergebens, wie sich später herausstellen sollte. Doch trotz der lautstarken Anfeuerungsrufe ist noch lange nicht alles beim Alten. Das hielt die Fanszene auch in ihrem Schreiben fest.

„Die akustische Unterstützung wird allerdings noch nicht so aussehen, wie es in den letzten Jahren der Fall war. Dafür ist in den letzten Wochen einfach zu viel passiert.“ Statt der Fanklub-Wappen prangte ein Gemeinschaftstransparent mit der Aufschrift „SK Rapid Wien“ auf der West-Tribüne.

Als die Fans einsetzten, zeigten sich sogar die Spieler überrascht. Verteidiger Mario Sonnleitner ging sichtlich das Herz auf und bedankte sich mit Applaus bei den Zuschauern, ehe er seine Nebenspieler vor Freude versuchte zu motivieren.

Auch Torschütze Christopher Trimmel war gegenüber LAOLA1 begeistert: „Die Unterstützung ist sehr wichtig. Ich glaube, jeder Fußballer, jeder Rapidler weiß, wie einen das nach vorne peitschen kann.“

„Die Fans sind wichtig für die Mannschaft“

Neuzugang Deni Alar kam überhaupt zum ersten Mal im Rapid-Trikot in den Genuss der lautstarken Fan-Unterstützung.

„Das ist sicherlich etwas anderes mit Fans, sie sind wichtig für die Mannschaft. Aber dann müssen wir auf dem Spielfeld auch zeigen, dass wir gewinnen können“, gibt sich der Ex-Kapfenberger selbstkritisch.

In die gleiche Kerbe schlug Trainer Peter Schöttel. „Die Unterstützung war heute da und sehr schön. Umso blöder ist es, wenn man dann so eine Leistung abliefert.“

Denn die anfangs gut gelaunten Fans verloren mit Fortlauf der Partie aufgrund des schwachen Auftritts ihrer Mannschaft die Begeisterung.

Fans skandierten: „Vorstand raus“

Erstmals äußerten die Zuseher bereits nach 18 Minuten ihren Unmut in Form von Pfiffen, die bis zum Schlusspfiff in regelmäßigen Abständen aufs Neue einsetzten.

„Die Unterstützung hat sich super angefühlt, aber man muss ehrlicherweise sagen, dass die Pfiffe danach gerechtfertigt waren“, gab Trimmel zu.

In der 90. Minute war die Geduld der Tribünen-Gäste, die daraufhin „Vorstand raus“ und „Wir wollen Rapid sehen“ skandierten, überstrapaziert.

Trotz des gebrochenen Schweige-Gelübtes scheint die Beziehung zwischen Verein, Mannschaft und Fans noch lange nicht gekittet zu sein.


Alexander Karper

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