Der "Fußball-Gott" musste es wieder richten

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Steffen Hofmann, Fußball-Gott“.

In Minute 14 hallte der Name samt obligatorischem Zusatz wieder einmal durch das Hanappi-Stadion.

Zwar nicht lauter als sonst, aber irgendwie doch emotionaler. Es war halt etwas Besonderes, das 82. Bundesliga-Tor von Steffen Hofmann.

Besondere Vorgeschichte

Nicht unbedingt, weil es zur Kategorie „Tor des Jahres“ gehörte. Freistöße wie diese hat der 32-Jährige ja schon des Öfteren auf diese Art und Weise versenkt.

Es war vielmehr die Vorgeschichte, die Hofmanns Treffer so speziell machte.

„Für euch Medienvertreter ist das natürlich die schönste Geschichte“, schmunzelte Peter Schöttel wohlwissend, was er am Montag in sämtlichen Zeitungen und Online-Portalen zu sehen bekommen würde.

„Wir spielen mit ihm anders“

Aber der Rapid-Coach wusste natürlich, dass er den Befreiungsschlag gegen Red Bull Salzburg Großteils seinem Kapitän zu verdanken hatte, auch wenn der letztlich nur 42 Minuten am Platz stehen konnte.

„Er ist natürlich sehr wichtig für uns, wir spielen mit ihm anders. Wenn es mal nicht so läuft, wird ihm die Verantwortung übergeben.“

Und gelaufen ist es ohne Hofmann zuletzt überhaupt nicht. Zuerst die bittere Derby-Niederlage, danach das noch bitterere Europa-League-Debakel.

„Es hat in dieser Woche für uns nicht so gut ausgeschaut, deswegen dachte ich, dass es wichtig ist, am Platz zu stehen“, sah sich Hofmann in der Pflicht, trotz Augenproblemen aufzulaufen.

Viele Emotionen

Dass er auch mit Schutzbrille den Durchblick hat, bewies er in der 14. Minute, als er den Ball zum so wichtigen 1:0 ins Tor zirkelte.

Den Freistoß, den man laut Hofmann „nicht unbedingt geben muss“, holte der Regisseur übrigens selbst heraus.

„Nach meinem Tor ist einiges aus mir herausgebrochen. Wir haben zuletzt zwei richtig schlechte Spiele abgeliefert und auch zu Recht auf die Schnauze bekommen. Auch wenn ich nicht dabei war, bin ich doch immer Teil der Mannschaft“, erklärte er seinen emotionalen Ausbruch.

Zu abhängig von Hofmann?

So erlösend der Sieg gegen Salzburg auch war, er zeigte wieder einmal, wie abhängig Rapid von seinem Kapitän ist.

Fast jeder Mitspieler diktierte in die Aufnahmegeräte, dass „alleine die Präsenz vom Steff extrem wichtig für uns ist.“

Er sei eben der Kopf der Mannschaft, das Hirn, das Ruhe ins Spiel bringt und für die entscheidenden Momente sorgt.

Keine schlechte Bilanz ohne Hofmann

„Dabei hatten wir bis zu diesen zwei Spielen eigentlich keine schlechte Bilanz ohne Steff“, sagte Schöttel und fügte hinzu: „Ich denke, dass wir auch ohne ihn gut spielen können.“

In der Tat kassierten die Hütteldorfer bis zur Derby-Pleite in den vergangenen 15 Liga-Partien ohne Hofmann nur eine Niederlage.

Der Punkteschnitt von fast 1,9 ohne den Deutschen ist eigentlich ganz passabel.

Und trotzdem zeigte der Sonntags-Schlager: Mit Steffen Hofmann ist Rapid eine Klasse besser. Selbst wenn der „Fußball-Gott“ nur 42 Minuten dabei ist.

Kurt Vierthaler/Bernhard Kastler

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