Rapids Erfolge aus einer gesicherten Abwehr heraus

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Nachlegen, immer wieder nachlegen.

So lautete in den vergangenen Wochen das Motto beim SK Rapid. Anstatt Erfolgserlebnisse längere Zeit zu genießen, galt der Fokus immer schon wieder dem nächsten Spiel.

Die Serie im Frühjahr gibt den Hütteldorfern recht. Mit 13 von möglichen 18 Punkten führen die Grün-Weißen die Tabelle der zweiten Saisonhälfte an.

Abgesehen vom Wiener Derby lieferte die Barisic-Elf überzeugende Leistungen ab und überraschte in vielerlei Hinsicht.

„Wir wachsen immer mehr zusammen“

Vor allem das entwicklungsfähige Team, das anfangs noch belächelt wurde, scheint sich immer besser einzuspielen und als Einheit zu funktionieren.

„Es sind im Sommer sehr viele neue Spieler gekommen, wir haben uns finden müssen. Ich glaube, dass wir immer mehr zusammenwachsen, dass wir eine richtige Truppe werden. Wir fighten füreinander auf dem Platz, wir stecken nicht auf. Das ist sicher ein kleiner Schlüssel. Wir spielen auch einen sehr guten Fußball, kreieren Chancen, haben sehr viel Ballbesitz. Es macht derzeit einfach Spaß, am Platz zu stehen“, gestand Stefan Schwab erst kürzlich im Gespräch mit LAOLA1.

Mit der oftmals kritisierten Rotation hat Chefbetreuer Barisic bisher fast alles richtig gemacht. Durch Positionswechsel und diverse Rochaden herrscht eine Art Wohlfühl-Faktor im Team.

Während offensiv in puncto Torausbeute noch Verbesserungsbedarf herrsche, steht Rapid hinten bisher wie eine Wand.

Rapid-Abwehr steht im Frühjahr bombenfest

Die Viererkette erledigte die bisherigen Aufgaben mit Bravour und ließ in sechs Frühjahrspartien lediglich drei Gegentreffer zu.

Elf Mal traf der Tabellenzweite trotz oftmals fehlender Effizienz selbst ins Schwarze. Die Bilanz in Heimspielen liest sich noch besser.

Mit einem 3:0 gegen Ried, einem 1:0 gegen Sturm und Altach sowie einem 4:0 gegen Grödig weist man im Ernst-Happel-Stadion ein Torverhältnis von 9:0 auf.

Die drei Gegentreffer wurden allesamt auswärts kassiert. Eines davon aus einem Tausendguldenschuss von Thomas Weber in der Südstadt, zwei durch Standardsituationen im aus grün-weißer Sicht unglücklich verlaufenen Derby.

Kein Abfall durch Rotation

Insgesamt sieben Verteidiger kamen in der Viererkette in sechs Spielen schon zum Einsatz, nur Abwehrchef Mario Sonnleitner spielte immer.

Ansonsten ließ Barisic nur einen Wechsel pro Spiel zu. Rechts kam neben Mario Pavelic einmal Ferdinand Weinwurm zum Zug, links durfte Stefan Stangl einmal Thomas Schrammel ersetzen. Und statt Max Hofmann musste gegen Grödig erstmals Thanos Petsos ran.

Ein Schuss in den Ofen war keines dieser Experimente, selbst mit dem Deutsch-Griechen, der 127 Ballkontakte und 100 Prozent Zweikampfquote aufwies, blieb die Abwehr stabil.

Möglichkeiten sind genügend vorhanden. Durch die bevorstehende Rückkehr von Christopher Dibon und Brian Behrendt kommen weitere Möglichkeiten noch dazu.

Kaum Chancen für Gegner

„Wir haben einen sehr guten Kader. Leider sind noch nicht alle fit, aber wenn alle da sind, werden wir noch stärker und unberechenbarer, weil der Trainer dann eine große Auswahl hat, welchen Akteur er spielen lassen soll“, prophezeite Louis Schaub.

Neben den wenigen Gegentoren fällt vor allem auf, dass dem Gegner nicht einmal die Chance dazu gegeben wird.

Gegen Grödig ließ man nur zwei, gegen Altach keinen und gegen Sturm einen Schuss auf das Tor von Jan Novota zu. Im Derby waren es auch nur fünf, wovon zwei im Tor landeten.

Von der Ausgangsposition her dürfte es in Wiener Neustadt ähnlich laufen. Gegen den zuletzt stark kämpfenden Abstiegskandidaten ist jedoch Vorsicht geboten.

In Wiener Neustadt spricht alles für Rapid

Statistisch gesehen stellt das Auswärtsspiel einen klaren Tipp zwei dar. In dieser Saison stehen bisher ein 5:1 (a) und ein 3:0 (h) zu Buche.

In den letzten sieben Aufeinandertreffen hat der erste Verfolger von RB Salzburg kein einziges Mal verloren und kassierte nur im vergangenen Herbst einen Gegentreffer.

In Wiener Neustadt verlor Rapid zudem nur eines der letzten 15 Duelle. Dieses liegt jedoch auch schon wieder einige Zeit zurück (15.12.2012). Ansonsten gab es neun Siege und fünf Remis.

Die Niederösterreicher haben im Frühjahr jedoch schon bewiesen, dass sie begriffen haben, welche Stunde es geschlagen hat. Siege gegen Austria und Grödig sind der Beweis dafür.

"Ich denke, dass wir im Moment gut drauf sind, das Frühjahr bis auf das Derby richtig gut gelaufen ist", hat Kapitän Steffen Hofmann aber keine Angst. Vielmehr geht es wieder darum, im Sinne des Kampfes um einen CL-Quali-Platz, nachzulegen.


Alexander Karper

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