Anspruch und Wirklichkeit

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"Ich habe auf jeden Fall höhere Ansprüche"

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Thomas Prager hatte eine lange Reise hinter sich, bis er endlich beim SK Rapid landete.

Eine Schwäche für die Grün-Weißen hatte der Mittelfeldspieler schon immer. Mehrmals gab es Kontakt, doch erst im Sommer 2011 klappte es mit dem Transfer.

Ein Jahr später hält sich die Freude aber eher in Grenzen, denn sportlich konnte der 26-jährige Wiener noch nicht das abrufen, was er drauf hat.

"Habe kein gutes Jahr gespielt"

Dieser Meinung ist zumindest der Spieler selbst.

"Ich persönlich finde nicht, dass ich ein gutes erstes Jahr gespielt habe. Das waren keineswegs besondere Leistungen", geht Prager im Gespräch mit LAOLA1 mit sich selbst hart ins Gericht.

Gerade in einer Phase, in der sich der damalige Österreich-Rückkehrer von seiner besten Seite präsentieren wollte, war ihm das Glück nicht hold.

Verletzungspech, das mit einer Schulterverletzung kurz vor dem Saisonstart begann, zog sich danach wie ein roter Faden durch die Premieren-Saison in grün-weiß.

Prager gab im ersten Jahr keine Empfehlung ab

Aufgrund einer Kreuzbanddehnung fehlte er rund ein Monat, im Frühjahr folgten Pausen wegen der Weisheitszähne, Knieproblemen und einem Kahnbeinbruch.

"Es waren sicher auch gute Spiele dabei, aber durch viele kurze Verletzungen oder unnötige Gelbe Karten und Sperren bin ich nie in den Rhythmus gekommen", zieht Prager Bilanz.

Dazu kam, dass er auch wenn er fit war, nicht immer erste Wahl war. Zu oft rochierte Trainer Peter Schöttel vor allem im zentralen Mittelfeld. Schwarz auf Weiß stehen 19 Einsätze zu Buche, nur sieben davon über 90 Minuten.

"Ich habe auf jeden Fall höhere Ansprüche als im letzten Jahr. Als zentraler Mittelfeldspieler kein Tor und keinen Assist zu haben, ist keine Empfehlung. Damit habe ich keinen Anspruch auf einen Platz in der Mannschaft."

Mehr Offensivakzente als Ziel

An der Konkurrenz hat sich über den Sommer hinweg nichts geändert. Das Mittelfeld bleibt aller Voraussicht und Planungen nach unverändert.

Bisher bekam Prager vor allem im defensiven Bereich Chancen, sich zu beweisen. Dabei stellte er schon bei seinen Stationen bei Heerenveen, LASK oder Luzern unter Beweis, dass er auch offensiv Qualitäten vorzuweisen hat.

Bei den Linzern erzielte er in der Saison 2009/10 in einer offensiven Ausrichtung immerhin neun Saisontore.

"So viel Vertrauen habe ich schon in mich, dass ich noch mehr Akzente in der Offensive setzen kann. Es kommt ganz drauf an, wie wir spielen. Mal schauen, wie sich das nächste Saison entwickelt", hofft der Blondschopf auf eine Steigerung seinerseits.

"Will zeigen, was ich ich wirklich drauf habe"

Der "kurze, aber erholsame und schöne Urlaub" ist bereits seit über einer Woche ad acta gelegt. Momentan geht es darum, die Basis für eine erfolgreiche Saison zu legen.

"Ich hoffe, dass ich in der Vorbereitung fit bleibe und dann voll durchstarten kann", brennt Prager schon wieder darauf, auf dem Platz zu stehen und Fußball zu spielen.

Für die im Juli startende Spielzeit hat er sich viel vorgenommen. "Jetzt heißt es Gas geben und zeigen, was ich wirklich drauf habe."

Damit es nicht auch nach seinem zweiten Jahr bei den Hütteldorfern heißt: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit.


Alexander Karper

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