Sein "Heiliges Land" heißt Ried

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"Dann konnte ich mit gutem Gewissen nach Ried“

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Für Julius Perstaller wurde das „Heilige Land“ seinem Namen schon seit längerem nicht mehr gerecht. Dabei ist er ein echter Tiroler.

Insgesamt sechs Jahre gehörte der Offensivspieler dem FC Wacker Innsbruck, zwischenzeitlich legte er leihweise Stationen bei Wattens und Hall ein.

Doch nun im Alter von 24 Jahren war es für den Innsbrucker an der Zeit, das heimische Bundesland erstmals zu verlassen.

Der neue Arbeitgeber heißt SV Ried. Eine neue Herausforderung, nachdem es bei den Tirolern alles andere als rund lief.

Weiterentwicklung als Motiv

„Ich denke, ich habe einmal eine Umstellung gebraucht. Vom Umfeld her ist es auch eher gemütlich und klein. Das taugt mir. Ich fühle mich jetzt schon richtig wohl“, gesteht Perstaller im Gespräch mit LAOLA1.

Das große Interesse und Engagement der Innviertler hat dem Stürmer die Entscheidung leicht gemacht. Ausschlaggebend war das Motiv der Weiterentwicklung, die bei Wacker zuletzt ins Stocken geriet.

„Die letzten zwei Jahre waren immer ein Auf und Ab. Vor allem im letzten Jahr bin ich nicht allzu viel zum Spielen gekommen. Deswegen war es eine logische Entscheidung, dass ich diesen Schritt gemacht habe.“

Schlussendlich hat der Neo-Rieder keine Zukunft mehr im Team von Roland Kirchler gesehen. Ein Tapetenwechsel nach Wochen und Monaten der Enttäuschung war unumgänglich.

„Es ist schwierig, wenn man zwei Jahre lang selten von Beginn an spielt und immer andere Spieler quasi vor die Nase gesetzt bekommt“, blickt Perstaller ungern zurück.

Rein sportliche Gründe gaben Ausschlag

Trotz seiner Jokerrolle brachte es der Torjäger in den vergangenen zwei Spielzeiten auf sechs bzw. fünf Treffer, 2010/11, als er in allen Spielen zum Einsatz kam, waren es elf.

Seinen Abschied macht der robuste Profi rein an sportlichen Gründen fest. Finanzielle Probleme, die immer wieder Thema sind, hatten keinen Einfluss auf die Entscheidung.

„Ich persönlich beziehungsweise die Spieler können sich da nicht betroffen fühlen, da hat immer alles korrekt hingehaut. Es war nur der sportliche Aspekt“, fasst Perstaller zusammen.

Im Vordergrund steht regelmäßige Spielzeit und das Einfügen in die Mannschaft von Trainer Michael Angerschmid. Wo im Rieder System sein Platz ist, wird sich erst weisen.

„Das werden wir jetzt in der Vorbereitung sehen. Wir werden schauen, wie genau ich in ihr System hineinpasse und dann wird man die optimale Lösung finden.“

„Das ist hier sehr gut möglich“

Perstaller ist von Rieds Konzept überzeugt und hofft, es den positiven Beispielen, die Ried herausgebracht hat, gleichtun zu können.

„Viele Spieler, die bei Ried gespielt haben, haben sich weiterentwickelt, sind Nationalspieler geworden und haben erfolgreiche Karrieren gestartet. Ich glaube, das ist hier sehr gut möglich.“

Fern der Heimat, der er jahrelang die Treue hielt, geht es jetzt darum, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu setzen. Koste es, was es wolle.

„Ich hoffe, dass ich durch meine Leistungen auch zum Spielen komme. Vielleicht geht sich irgendwann ein Platz in der Stammmannschaft aus. Ich werde alles dafür geben.“


Alexander Karper

Bis zuletzt legte er sich für seinen Heimatklub ins Zeug und schenkte diesem zum Abschluss mit zwei Treffern beim 3:2 gegen den WAC praktisch in letzter Sekunde den Klassenerhalt.

Klassenerhalt als Abschiedsgeschenk

„Natürlich habe ich bis zum Schluss, bis der Vertrag ausläuft, alles gegeben. So wie es sich gehört. Das letzte Spiel war natürlich noch einmal ein schöner Abschluss. Dann konnte ich mit gutem Gewissen nach Ried gehen.“

Denn sein Entschluss, das Weite zu suchen, hing nicht etwa mit dem Ligaverbleib zusammen. Schon im letzten halben Jahr hatte er sich aufgrund fehlender Spielpraxis und stockender Entwicklung mit dem Gedanken angefreundet.

Nach jahrelangem Kampf gegen den Abstieg kommt es Perstaller ganz gelegen, dass er sich nun bei einem Verein mit höheren Ambitionen beweisen kann.

„Natürlich ist es gleich etwas anderes, wenn man befreiter aufspielen kann. Man muss nicht jedes Spiel gewinnen, man kämpft nicht immer hinten herum. Vielleicht passiert das bei den Innsbruckern im nächsten Jahr auch nicht, aber das kann ich nicht wissen.“

„Freut mich, dass sie viel von mir erwarten“

In Ried hält man große Stücke auf den Neuzugang, der sein Potenzial in der Vergangenheit schon mehrmals aufblitzen ließ und unter anderem in Österreichs U19 und U21 spielte.

„Es freut mich, dass sie viel von mir erwarten. Ich persönlich erwarte auch viel von mir. Ich hoffe, ich kann es ihnen das eine oder andere Mal zeigen“, brennt der Neue auf den Saisonstart.

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