Ouedraogo: "Viele hätten das nie von mir gedacht"

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Zurückhaltend, aber doch mit einem Lächeln im Gesicht entschuldigt sich Issiaka Ouedraogo für seine Deutschkenntnise, obwohl es dafür keinen Grund gibt.

Der aus Burkina Faso stammende Stürmer hat in Österreich längst Fuß gefasst und sich mehr mit dem Land und den Leuten befasst, als so mancher langjährige Legionär.

Nach Stationen bei den RB Juniors und Grödig schaffte der 23-Jährige den Sprung in die Bundesliga und mauserte sich zum Top-Angreifer mit Killerinstinkt.

Der Admira hat er viel zu verdanken, deshalb verlängerte er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2013 – um sich mit guten Leistungen für Höheres zu empfehlen.

Ouedraogo hatte es nicht immer leicht

"Ich wollte unbedingt in der Bundesliga spielen und einen weiteren Schritt in meiner Karriere machen. Viele hätten das nie von mir gedacht, aber ich glaube an mich selber und das ist wichtig“, offenbart Ouedraogo im Gespräch mit LAOLA1.

Der Durchbruch gelang ihm erst bei den Südtstädtern, obwohl er in Salzburg zum erweiterten Kader zählte, ab und zu mit den Profis trainierte, aber nie wirklich eine Chance bekam.

Dementsprechend skeptisch wurde der bullige Angreifer auch bei den Niederösterreichern in Empfang genommen.

"Ich habe anfangs schon viel Kritik einstecken müssen. Da hat es geheißen, dass ich ja nur aus Grödig komme“, erinnert sich Ouedraogo, der sich trotz der großen Konkurrenz im Angriff schnell seinen Platz erkämpfte.

Fairer Konkurrenzkampf beflügelt

Mit vier Saisontreffern in den ersten zehn Runden war er mitverantwortlich für den Höhenflug des Aufsteigers und schoss sich dank der nötigen Rückendeckung in die Herzen der Fans und in die Notizblöcke anderer Vereine.

"Es ist eine Riesen-Konkurrenz im Angriff vorhanden. Wie ich gekommen bin, habe ich selber gesagt: Wow, das wird meine schwierigste Saison. Mit Benjamin Sulimani, Philipp Hosiner und Froylan Ledezma waren super Stürmer da. Sich da durchzusetzen, war wirklich hart.“

Trainer Dietmar Kühbauer gab ihm das nötige Vertrauen, das ihm bei anderen Vereinen abgegangen ist. Aufgrund von unterschiedlichen Verletzungen wurde der Rhythmus des wieselflinken Offensivspielers aber unterbrochen.

"Mit dem Saisonbeginn war ich sehr, sehr zufrieden. Das erste Saisonviertel war super für mich, die Verletzungen dann Pech. Aber was soll ich machen? Kopf hoch und weiter so.“

Noch ein Jahr Admira – und dann?

Demnach verlief das Frühjahr holprig, mittlerweile hat sich Ouedraogo aber eindrucksvoll zurückgemeldet.

"Ich habe immer gekämpft und bin wieder fit“, erklärt der Admiraner, nachdem er gegen Wiener Neustadt erstmals wieder in der Startelf stand. Während seiner Auszeit leitete er seine Zukunft in die richtigen Bahnen.

"Nach meiner Verletzung ist es super für mich, hier noch eine Saison zu spielen. Ich will mich mit einem guten zweiten Jahr weiterentwickeln.“ Vom Interesse anderer Vereine weiß Ouedraogo nichts.

"Ich habe nie selbst vom Interesse anderer Vereine gehört. Vielleicht stimmt das, aber es hat sich keiner an mich gewendet.“

Möglicherweise kommt er somit noch in den Genuss der Europa League.

"Europa League wäre für uns ein Traum"

Diese ist zur Überraschung vieler vier Runden vor Schluss noch immer in Reichweite.

"Ich hätte mir das nie gedacht. Wir haben uns auf den Abstiegskampf eingestellt, waren sogar Erster und sind noch immer Vierter. Warum sollen wir jetzt nicht auch noch um die Europa League kämpfen?“, stellt Ouedraogo die Frage in den Raum.

Während der Afrika-Cup-Teilnehmer bestätigt, dass der Europacup für den Trainer kein Thema ist, hebt er hingegen die Bedeutung dieser Chance für die Spieler hervor.

"Für uns wäre es ein Traum. Wir haben es in der eigenen Hand. Wir müssen nur weiterhin an uns glauben und versuchen, es möglich zu machen.“

Entwicklung geht in die richtige Richtung

Tagtäglich freut sich Ouedraogo auf die Trainingseinheiten mit der Mannschaft, denn die Stimmung und das Umfeld könnte nicht besser sein.

"Mir macht es sehr viel Spaß, mit diesem Team zu spielen. Wir haben einen guten Trainer, der viele Späße mit uns macht und uns Selbstvertrauen gibt.“

Demnach gab es keinen Grund, den Verein nach nur einer Saison zu verlassen. Schließlich haben die Admira und der Spieler selbst ehrgeizige Ziele vor Augen. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung.

Erste Liga, Bundesliga, Afrika Cup – geht es nach Ouedraogo soll diese Reihe schon bald fortgeführt werden.


Alexander Karper

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