Ortlechner 2.0: Medien-Liebling und Daumendrücker

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Manuel Ortlechner ist in Tagen wie diesen ein gefragter Mann.

Seit der 31-Jährige zum neuen Kapitän der Wiener Austria ernannt wurde, jagt ein Presse-Termin den anderen.

Eine Interview-Anfrage da, ein TV-Termin dort. Das bevorstehende 300. Wiener Derby erhöht zusätzlich die Frequenz an Medien-Arbeit.

„Es hat zuletzt wirklich viele Interview-Wünsche gegeben. Es ist natürlich schön, wenn man den Klub vertritt, aber auch manchmal anstrengend. Ich bin in erster Linie Sportler und will mich auf das Wesentliche konzentrieren “, gesteht der Innenverteidiger im Gespräch mit LAOLA1.

Der Blick nach vorne

Und „Orti“ ist bereits voll und ganz auf das Jubiläums-Derby fokussiert. „Das Kribbeln ist schon zu spüren. Wir haben mit dem 2:0 gegen Ried einen guten Start hingelegt, aber für einen richtig guten Start brauchen wir auch am Samstag einen Sieg.“

Für den Oberösterreicher im violetten Dress wird es das neunte Duell mit dem grün-weißen Erzrivalen sein. Seine Bilanz ist ausgeglichen: Drei Siege, drei Niederlagen und drei Remis. Mit den vergangenen Duellen möchte er sich aber gar nicht groß beschäftigen.

„Ich denke nicht darüber nach, sondern möchte nach vorne schauen. Besonders hängen geblieben, ist aber das Skandal-Derby in der letzten Saison, das nach 17 Minuten abgebrochen wurde und natürlich der 3:0-Erfolg im Happel-Stadion.“

Happel-Diskussion überflüssig

Apropos Happel-Stadion. Der ÖFB-Teamspieler sieht den „neutralen“ Austragungsort weder als Vor- noch als Nachteil.

„Mir ist es egal, ob Happel-, Hanappi- oder Horr-Stadion. Der Platz ist dort wie da gleich, es stehen immer 22 Akteure am Feld. Natürlich ist eine große Kulisse schön, aber im Vordergrund steht sowieso immer der sportliche Aspekt. Und am liebsten spiele ich selbstverständlich im eigenen Stadion vor unseren tollen Fans.“

Große Augen bekommt Ortlechner hingegen, wenn er auf den Stellenwert der Begegnung angesprochen wird.

„Mir ist die Bedeutung des Wiener Derbys erst so richtig bewusst geworden, seitdem ich den Klub am Platz vertrete. Vorher war es ein wichtiges Spiel in der Liga, doch jetzt weiß ich, welchen Stellenwert dieses Spiel für den Verein hat.“

Daumendrücken für Salzburg

Doch obwohl das Prestige-Duell gegen Rapid allgegenwärtig ist, macht sich der Oberösterreicher auch Gedanken über das so wichtige Europacup-Duell der Salzburger gegen Metalist Kharkiv.

„Ich drücke jedem Verein, der Österreich auf internationaler Bühne vertritt, die Daumen. So sollte es auch eigentlich sein.“

Der siebenfache Internationale hat heuer zweimal die Bekanntschaft mit den Ukrainern gemacht – und zwar keine guten.

In der Europa-League-Gruppenphase setzte es daheim eine 1:2-Niederlage, in Kharkiv mussten sich die Violetten sogar 1:4 geschlagen geben.

Aussichtslos bezeichnet Ortlechner die Chancen der Salzburger dennoch nicht. Der Defensivmann weiß, wie es gegen die Millionentruppe klappen könnte.

Funkstille

„Salzburg muss die südamerikanische Offensive in Schach halten. Sollte es ihnen gelingen, ist einiges möglich. Kharkiv hat in der Defensive die eine oder andere Schwachstelle. Das hat man auch in den Spielen gegen uns gesehen. Ich traue Red Bull ohne weiteres einen Sieg zu.“

Einen Anruf aus der Mozartstadt zwecks genaueren Infos hat es dennoch nicht gegeben. „Ich bin zwar mit dem einen oder anderen Spieler aus Salzburg in Kontakt, gemeldet hat sich bei mir aber deswegen niemand.“

Zu spät ist es dafür nicht. Es würde auch passen, schließlich ist Ortlechner derzeit ein äußerst gefragter Mann…

Martin Wechtl

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