"Ich habe noch ein bisschen Angst"

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„Er hat ausgesehen wie Muhammad Ali nach einem verlorenen Boxkampf.“

Peter Hyballa fand am 18. August eine gewohnt bildhafte Beschreibung für Rubin Okotie.

Drei Knochenbrüche im Gesicht

Der Sturm-Profi hatte bis dahin einen guten Saisonstart mit drei Treffern in vier Spielen gehabt. Doch das Duell mit dem SK Rapid in der fünften Runde sollte einen Rückschlag bedeuten.

Ein Zusammenprall mit Mario Sonnleitner hatte für den 25-Jährigen schwerwiegende Folgen. Drei Knochenbrüche im Gesicht, das Jochbein arg in Mitleidenschaft gezogen.

"Ich war geschockt"

„Als ich erfahren habe, dass ich operiert werden muss, war ich geschockt“, erinnert sich Okotie zurück.

Nach der Operation habe er seinen Blick aber sofort nach vorne gerichtet, berichtet er.

Rückkehr auf Raten

Beim 3:0 gegen den FC Wacker schien der fünffache Internationale erstmals wieder im Kader auf, beim 1:1 in Wiener Neustadt gab er ab der 79. Minute sein Comeback.

Und im ÖFB-Cup hat sich der Goalgetter endgültig zurückgemeldet. Beim 5:0-Erfolg in Schwechat stand Okotie erstmals wieder in der Startelf und spielte sogar durch.

Ein lupenreiner Hattrick

Das Vertrauen von Trainer Peter Hyballa wurde gerechtfertigt. Innerhalb von nur 17 Minuten erzielte der Offensivspieler in der zweiten Hälfte einen lupenreinen Hattrick. „Das gelingt einem nicht alle Tage“, freute sich der Triplepack-Schütze.

Auch von Hyballa gab es Lob: „Das hat er gut gemacht. Es ist für ihn ja auch gut nach so einer Leidenszeit. Wir haben ihn schön langsam herangeführt und, so glaube ich, alles richtig gemacht.“

"Die Maske ist eine Sichtbehinderung"

Zur Sicherheit muss der Wahl-Grazer mit einer Maske auflaufen. Wirklich glücklich ist er darüber nicht: „Es ist schon eine Sichtbehinderung. Es ist einfach etwas Unnatürliches, das ich im Gesicht habe.“

Doch die frohe Kunde: „Ich muss sie noch bis Ende Oktober tragen, dann ist sie weg!“

"Das muss ich ausblenden"

Dass die schwere Gesichtsverletzung mehr Spuren als nur die Maske hinterlassen hat, leugnet Okotie nicht: „Ich habe bei Kopfballduellen noch ein bisschen Angst. Aber das muss ich ausblenden. Je mehr ich spiele, umso mehr Vertrauen bekomme ich wieder. Es wird immer besser.“

Ein bisschen wie Ali – der kam auch immer wieder zurück.


Harald Prantl/Christian Eberle

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