Austria's next Top-Coaches

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Austria's next Top-Coaches powered by Ruttensteiner

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Peter Stöger und Adi Hütter haben sie schon.

Viele andere Trainer wollen sie. Aber nur 14 dürfen sie in Angriff nehmen: Die UEFA Pro Lizenz.

Der ÖFB hat am Montag den neuen Lehrgang für die höchste Coaching-Ausbildungsstufe gestartet. Mit dabei sind unter anderem Gerald Baumgartner, Oliver Glasner und Roman Mählich.

„Die UEFA Pro Lizenz ist kein Garantieschein für eine erfolgreiche Karriere, aber der Nachweis für hohe Fachkompetenz“, erklärt Willi Ruttensteiner bei seinem Einführungsvortrag in der Sportschule Lindabrunn. Der ÖFB-Sportdirektor stellt gemeinsam mit Thomas Janeschitz die Grundzüge der zweijährigen Ausbildung vor.

„Es geht um den Feinschliff“

„Unsere Trainer haben die Basis von der Pieke auf gelernt, sind jetzt teilweise schon im Profigeschäft tätig. Jetzt geht es um den Feinschliff. Wichtig ist dabei, dass wir uns am internationalen Spitzenfußball orientieren“, so Ruttensteiner im Gespräch mit LAOLA1.

Die Inhalte der Ausbildung sind vielfältig. Sie reichen von der Spielanalyse über Persönlichkeitsentwicklung bis zum Umgang mit den Medien.

Auch Ruttensteiner streicht diese umfangreichen Anforderungen hervor: „Fachwissen alleine genügt nicht. Der zweite große Pfeiler ist die Persönlichkeit – mit dem Stress so umzugehen, um fachlich überhaupt gut sein zu können. Drittens braucht es eine immense Arbeitseinstellung – die Bereitschaft und Motivation, weit über 60 oder 80 Stunden pro Woche hinauszugehen. Nur dann kann man erfolgreich sein.“

Hospitation im Ausland

Der ÖFB hat den Ausbildungsumfang für den Lehrgang 2014/16 von 250 auf 400 Einheiten aufgestuft, um Praxisübungen zu forcieren. Neben der fünftägigen Hospitation bei einem ausländischen Top-Klub – die letzte Trainer-Riege zog es unter anderem zu Sevilla, Bayern und Dortmund – gibt es zwei Neuerungen.

Einerseits besuchen sich die Trainer beim sogenannten „kollegialen Teamcoaching“ in Kleingruppen gegenseitig und geben sich Feedback. Andererseits gibt es nun neben den Besuchen bei ausländischen Kollegen auch zwei jeweils siebentägige Praktika bei einem heimischen Erst- oder Zweitligaverein.

Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlussarbeit sowie eine kommissionelle Prüfung im November 2015.

„Jetzt geht es um Inhalte, nicht mehr nur um den Namen“

Trainer Verein Aufgabe
Gerald Baumgartner Austria Chef-Trainer
Oliver Glasner Ried Chef-Trainer
Enrico Kulovits Eltendorf Chef-Trainer
Roland Ortner Jenbach Chef-Trainer
Roman Mählich St. Margarethen Chef-Trainer
Thomas Hickersberger Rapid Co-Trainer
Rolf Landerl Admira Amateure-Trainer
Stojadin Rajkovic Sturm Nachwuchs-Trainer
Zeljko Radovic Rapid Nachwuchs-Trainer
Harald Kondert
AKA Linz Akademie-Leiter
Robert Ibertsberger Ried Akademie-Leiter
Thomas Letsch Salzburg Akademie-Leiter
Wolfgang Luisser ÖFB-U21 Individual-Trainer
Thomas Eidler Vereinslos -

Die 14 Teilnehmer des UEFA-Pro-Lizenz-Lehrgangs

Sein Austria-Kollege Baumgartner stellt fest: „Menschenführung ist ein großes Thema – ein funktionierendes Team zu bilden, besteht aus so vielen verschiedensten Bausteinen. Auch von den Spielanalysen erwartete ich mir sehr viel.“

TV-Experte Mählich, der selbst noch nicht in der Bundesliga arbeitete, erwartet sich von dem Kurs „einen weiteren Schritt hin zum Profi-Trainer“. Neben den drei Genannten absolvieren mit Robert Ibertsberger (Akademie Ried), Rolf Landerl (Admira Amateure), Thomas Hickersberger (Rapid Co-Trainer), Zelkjo Radovic (Rapid U18) und Enrico Kulovits (Eltendorf) noch weitere bekannte Namen die vielschichtige Ausbildung.

Vorbild Stöger

Mittelfristiges Ziel des ÖFB ist es, diese und andere heimische Trainer auch wieder mehr in ausländischen Top-Ligen unterzubringen. Köln-Coach Stöger fungiert hierbei als Vorbild.

„Jeder internationale Erfolg weist auf die österreichische Trainerausbildung hin. Da kann man Peter einfach nur dankbar sein“, erklärt Ruttensteiner, der auch auf den Champions-League-Einzug von Salzburg hofft.

„Mich freut es riesig für Adi Hütter, dass er den Job in Salzburg bekommen hat. Wenn er den Schritt in die Champions League schafft und dort als Trainer seine Leistung bringt, dann haben wir wieder einen Coach, der sich international positioniert.“

 

Jakob Faber / Peter Altmann / Claus Schlamadinger

Nicht ohne Stolz betont Ruttensteiner, dass die österreichische Trainerausbildung in den letzten Jahren professionalisiert wurde. „Es gab einen Wechsel in der Trainer-Generation: Jetzt geht es um Inhalte, nicht mehr nur um Namen. Das Trainer-Wissen ist euer größtes Kapital“, appelliert der ÖFB-Sportdirektor an seine 14 Teilnehmer.

Der 52-Jährige lässt zudem mit einer persönlichen Anekdote aufhorchen: „Im Jahr 2000 habe ich bei Arsenal hospitiert und zum ersten Mal gesehen, wie Fußball am Computer studiert wird. Mit diesen Ideen bin ich zurück nach Österreich gekommen und dafür teilweise verarscht worden.“

Damals erfahrene Trainer seien der Meinung gewesen, detaillierte Spielanalysen über digitale Daten nicht zu brauchen. Ein Irrglaube, wie sich mittlerweile herausstellte.

Glasner: „Weiterbildung als Chance“

Die neue Coaching-Generation ist da schon aufgeschlossener. „Ich sehe die Weiterbildung als Chance, etwas mitzunehmen. Ich erwarte mir neue Inputs, auch aus dem Austausch mit den Kollegen und den Ausbildnern“, meint in etwa Ried-Trainer Glasner.

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