Kühbauer: "Wir konnten Nielsen nicht stoppen!"

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Edi Finger jun. ist berüchtigt für seine seichten Fußball-Wuchtl'n, die es sogar in Buchform gibt.

Am Samstag hat er wieder einmal zugeschlagen. Tatort: Bundesstadion Südstadt, VIP-Klub.

„Die Admira lässt sich von der Brigitte Nielsen abschießen“, scherzte der mittlerweile pensionierte Rapid-Fan und kassierte dafür nur wenige Lacher.

Denn unten auf dem Platz jubelte Havard Nielsen gerade über seinen zweiten Treffer.

Nielsen-Show mit drei Toren

Es war der 19-jährige Norweger, der Salzburg nach einer desolaten Anfangsphase und einem 0:3-Rückstand mit seinem Triplepack im Alleingang zurück in die Partie brachte.

Zuletzt waren Nielsen, der in seiner Heimat als Stürmer-Hoffnung gefeiert wird, am 11. Juli in der Tippeligaen drei Tore gelungen.

Damals erzielte der Angreifer im Dress von Valerenga Oslo gegen Odd Grenland einen lupenreinen Hattrick.

Matchball als Souvenir

Nach einem verunglückten Debüt gegen Rapid, in dem Nielsen mehr Fremdkörper als Zukunftsaktie war, gab der Blondschopf in der Südstadt erstmals seine Visitenkarte in der Bundesliga ab.

„Gegen Rapid war ich nicht gut, das war hart. Aber ich verstehe mich von Tag zu Tag besser mit Jonathan (Soriano, Anm.), gegen Admira hat es viel Spaß gemacht“, lachte der „Jung-Bulle“ nach dem Schlusspfiff im Gespräch mit LAOLA1.

In Händen hielt er den Matchball. „Nach drei Toren muss man sich einfach den Ball sichern, aber noch lieber hätte ich drei Tore geschossen und gewonnen!“

Dafür, so Nielsen, war aber die erste Halbzeit zu schlecht. „Leider ist uns da nicht viel geglückt, aber wir konnten uns nach der Pause deutlich steigern und haben auch unsere Chancen genützt."

Nicht in den Himmel loben

Als Havard Nielsen und Landsmann Valon Berisha zwei Tage nach dem blamablen Aus in der Champions-League-Quali gegen F91 Düdelingen als Neuzugänge präsentiert wurden, lachten nicht wenige.

In Salzburg war man sich dagegen sicher, dass die beiden um rund fünf Millionen Euro geholten und mit Verträgen bis 2016 ausgestatteten 19-Jährigen „absolute Verstärkungen“ sein werden, die Frage war nur wann.

„Bei so jungen Spielern weiß man nie, ob das sofort funktioniert. Aber man hat gesehen, dass sie viel Potenzial und ein großes Herz haben“, freute sich Salzburg-Trainer Roger Schmidt.

Auch für Berisha, der im Mittelfeld die Fäden zog und die ersten beiden Nielsen-Tore vorbereitete.

„Valon hat, solange seine Kraft nach seiner Krankheit gereicht hat, ein sehr gutes Spiel gemacht. Aber man darf die Jungs jetzt nicht nach einem Spiel in den Himmel loben und genauso wenig sollte man sie nach einem schlechten Spiel kaputt schreiben“, so Schmidt, der eigentlich keinen Spieler herausheben wollte, sondern sich vor allem über „die gute Reaktion der ganzen Mannschaft“ nach 0:3-Rückstand freute.

"Konnten ihn nicht stoppen"

Für Admira-Trainer Didi Kühbauer war es vor allem Nielsen, der den Unterschied ausgemacht hat.

„Berisha war gut, aber Nielsen hat unglaublich gespielt. Er hat Salzburg im Alleingang zurück ins Spiel gebracht, sie haben nur von ihm gelebt. Wir konnten ihn nicht stoppen“, hatte auch Kühbauer eine „fantastische Leistung“ vom Neuzugang gesehen.

Nachsatz: „Aber er hat ja auch genug Geld gekostet, da kann man sich schon etwas erwarten.“

Weitere Norweger sollen kommen

Zu erwarten ist auch, dass in den nächsten Tagen weitere junge Norweger nach Salzburg kommen, die von Sportdirektor Ralf Rangnick angekündigte Verjüngungswelle weitergeht.

Der fälschlicherweise bereits als fix vermeldete Wechsel des erst 15-jährigen Zymer Bytyqi soll kurz bevorstehen.

Laut „Kurier“ weilt die Familie bereits in Salzburg, jetzt liegt es an der Mutter des Ausnahmetalents, ob sie sich vorstellen kann, in Salzburg zu leben.

Und auch die Verpflichtung von Veton Berisha, dem Bruder von Valon, ist weiterhin ein Thema bei den „Bullen“.

 

Stephan Schwabl

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